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Lernort Bibliothek – zwischen Wunsch und Wirklichkeit, Teil 23

Die Erfahrungen der Stadtbibliothek Gütersloh GmbH mit dem Web 2.0

Die Stadtbibliothek Gütersloh hat sich im Rahmen des Projekts Lernort mit unterschiedlichen Web 2.0-Elementen beschäftigt und auf mehreren Plattformen Auftritte entwickelt.

Dabei gab und gibt es keine städtischen Vorgaben, die beachtet werden müssen. Die Stadtbibliothek ist als GmbH sehr eigenständig in ihren Entscheidungen. Die Stadtverwaltung und die Stadtbibliothek sind aber natürlich auf den jeweiligen Plattformen miteinander verbunden.

Zuständig für die Web 2.0 Angebote ist eine Arbeitsgruppe mit Bibliothekarinnen und Fachangestellten aus den verschiedenen Teams. Die grobe Richtung wird jeweils mit der Bibliotheksleitung abgesprochen, die einzelnen Mitarbeiterinnen verfügen aber über einen großen Handlungsspielraum.

Welche Plattformen werden genutzt?
Ob dies nun segensreich oder zu viel des Guten war – Gütersloh hat sich gleich bei fünf Social-Media-Plattformen angemeldet. Der bibliotheksinterne Wiki war darüber hinaus bereits im Januar 2009 als Sammlung von Verhaltensrichtlinien und Übereinkünften zum Handling alltäglicher Vorgänge in der Bibliothek eingerichtet worden. Auch die Dienst- und Urlaubspläne sind im Wiki verzeichnet und können so vor Ort oder von zuhause aus konsultiert werden.

Twitter
Begonnen haben wir mit Twitter. Das Interesse der Kolleginnen für den Kurznachrichtendienst war groß. Große Unsicherheiten bestanden jedoch hinsichtlich der Auswahl „twitterbarer“ Nachrichten. Auch die Kontinuität und Frequenz wäre noch ausbaufähig. Inzwischen haben wir uns darauf verständigt, dass alle beteiligten Kolleginnen abwechselnd an einem bestimmten Wochentag eine oder mehrere Meldungen twittern. Zusätzliche Tweets zwischendurch sind natürlich immer möglich.

Facebook
Auch für Facebook ist mindestens ein Posting pro Tag vorgesehen. Facebook wird genutzt, um auf Veranstaltungen in der Bibliothek, Neuanschaffungen oder interessante Entdeckungen im Internet aufmerksam zu machen. Die Stadtbibliothek ist auf Facebook als Privatperson, nicht als Unternehmen oder Fanpage vertreten. Voraussichtlich wird aber mittelfristig eine zweite Präsenz als Unternehmen gestartet, um z. B. die statistischen Auswertungen nutzen zu können. Die Plattform war ein hervorragendes Mittel, um die Ergebnisse einer Imagekampagne der Stadtbibliothek zu veröffentlichen, s. a. http://www.stadtbibliothek-guetersloh.de/Seite/¬Meinungs¬bilder_Node_9836.htm.

Flickr.com
Die Foto-Plattform Flickr.com wurde ebenfalls zur Veröffentlichung der Ergebnisse der Imagekampagne genutzt. Durch eine direkte Verknüpfung mit Facebook mussten die Selbstporträts, die unsere Kunden gemacht hatten, nur noch auf Flickr hochgeladen werden, und wurden somit auf beiden Plattformen zugleich veröffentlicht. Auf Facebook führte das Hochladen jeweils zu einem Pinnwandeintrag, so dass die Imagekampagne auf Facebook immer wieder thematisiert wurde.

Delicious.com
Vor einigen Jahren haben wir eine thematisch sortierte Linkliste auf unserer Website aufgebaut. Diese Linkliste wurde im Rahmen der Web 2.0-Aktivitäten auf Delicious übertragen, so dass sie nicht nur über die Hierarchie, sondern auch über Tags bzw. Schlagworte durchsuchbar ist. Delicious wäre darüber hinaus auch für das interne Wissensmanagement eine große Bereicherung, wird als solches aber (noch) nicht genutzt.

Netvibes
Netvibes bietet die Möglichkeit, Internet-Startseiten zu personalisieren. Damit ergeben sich für Bibliotheken einfache, aber wirkungsvolle Möglichkeiten der Kundenansprache und auch der Vermittlung von Informationskompetenz. Zudem kann es für die interne Informationsverwaltung nützlich sein. Auf Netvibes haben wir eine Zusammenstellung aller Themen vorgenommen, die für unsere Kunden interessant sind, unter anderem lokale und internationale Nachrichten, Lernangebote für Schüler, Linklisten (Delicious) zu häufig erfragten Themen, Tutorials rund um das Thema Web 2.0 sowie unsere eigenen Web 2.0-Aktivitäten.

Schulungen
Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben bereits Ende 2009 an einer Einführung in Web 2.0 teilgenommen. Diese Schulung von Julia Bergmann hat ganz entscheidend zu einer positiven Grundstimmung im Haus zu diesem Thema beigetragen. Es ist trotzdem immer mal wieder nötig, die Kolleginnen und Kollegen auf den aktuellen Stand zu bringen, da nicht alle die Entwicklungen von sich aus mitverfolgen.

Es gab auch kleine Einführungen in Einzelthemen für unsere Kunden (z.B. Twitter, Skype), die Nachfrage hielt sich aber in relativ engen Grenzen.

Ausblick
Nach der anfänglichen Spiel- und Ausprobier-Phase sollen nun einheitliche Richtlinien für alle beteiligten Kolleginnen entwickelt werden, um eine höhere Effektivität und Sicherheit im Umgang mit den unterschiedlichen Kommunikationsformen zu erlangen. Dabei sollen aber der individuelle Stil und die unterschiedlichen Interessen und Sichtweisen der Kolleginnen unbedingt erhalten bleiben.

Ein Anfang ist somit gemacht – es gilt nun, den Weg weiterzugehen und die Angebote weiterzuentwickeln. Der Erfahrungsaustausch mit den anderen Projektbibliotheken ist dabei ausgesprochen hilfreich. Wir finden es daher sehr begrüßenswert, dass 2011 Partnerbibliotheken dazukommen – bei uns sind dies Paderborn und Rheda-Wiedenbrück.

Stadtbibliothek Gütersloh GmbH
Petra Imwinkelried und Julia Borner

https://twitter.com/Stabi_GT

http://www.facebook.com/StabiGT

http://www.flickr.com/photos/47282152@N04/

http://www.delicious.com/StadtbibliothekGuetersloh

http://www.netvibes.com/stabi-gt#Wir

2 Comments

  1. Danke für den Erfahrungsbericht. Wir arbeiten im Lektorat der Büchereizentrale SH auch mit einem Wiki (abteilungsintern) einem cms (hausintern), verwenden und einen Facebook-Auftritt für diverse Infos und einen Weblog für unsere Standing-Order-Angebote (Adressaten: die Büchereien in SH). Sowohl intern wie extern zeigt sich auch nach mehreren Jahren, dass nicht alle Kolleginnen gleichermaßen diese web2-Angebote nutzen und mitgestalten. Da besteht Nachholbedarf. Erwünschte (Neben-)Effekte, wie eine Steigerung der Interaktion zwischen uns Dienstleistern und den Kunden sind z.B. beim Facebook-Auftritt noch nicht so evident.
    Mich interessiert aber noch etwas ganz anderes. „Lernort Bibliothek“ ist das ein Projekt über die Web2-Angebote hinaus? Wo finde ich ggf. weitere Informationen? Herzliche Grüße aus dem Norden, Stephan Gülck

  2. Pingback: Gelesen in Biblioblogs (12.KW’11) « Lesewolke's Blog

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