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Projekt „Sprachschatz“: Die Bündnisse stellen sich vor! – Bündnis Bergneustadt

Das Pilotprojekt „Sprachschatz – Bibliothek und KiTa Hand in Hand“ ist im Oktober 2017 gestartet. Es handelt sich um ein Kooperationsprojekt der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW und der Landesweiten Koordinierungsstelle Kommunale Integrationszentren (LaKI). In den nächsten Monaten werden verschiedene Gastbeiträge veröffentlicht, in denen die Bündnisse sich und Ihre aktuelle Arbeit im Projekt vorstellen werden. Mit dem Abschluss des Projekts in 2020 werden die Konzepte der Bündnisse und die Ergebnisse der Evaluation für den Einsatz in der Fläche aufbereitet und in Form eines Abschlussberichts veröffentlicht.

Sprachschatz Bündnis Bergneustadt

Das Bündnis Bergneustadt besteht aus drei Institutionen. Insgesamt fünf Personen arbeiten an dem Projekt Sprachschatz und gestalten es für Bergneustadt.

a) Stadtbücherei Bergneustadt

Wir sind eine kleine Stadtbücherei mit ca. 18.000 Medieneinheiten, 1,34 Personalstellen und 30 Öffnungsstunden. Seit zwei Jahren befindet sich die Stadtbücherei in einem Haus mit der Grundschule in Bergneustadt. Zahlreiche Aktionen zum Thema Sprach- und Leseförderung wie z.B. Lesetraining, Schülercenter, Büchereiführerschein, Bilderbuchpreis, Lesestart, Sommer- und JuniorLeseClub, Vorlesestunden, Ferienspaß, diverse Klassenführungen, Rallyes u.v.m. werden seit vielen Jahren in der Stadtbücherei angeboten. Die Zusammenarbeit mit allen Kindertagesstätten vor Ort ist sehr intensiv.

In unserer Bücherei begegnen wir – vor allen Dingen seit dem örtlichen Zusammenschluss mit der Grundschule – vielen Kindern mit Migrationshintergrund. Einige sprechen ein akzentfreies Deutsch, viele andere sprechen weder Deutsch noch können sie sich in ihrer Muttersprache einwandfrei artikulieren.

Das Projekt bedeutet eine große Herausforderung für uns, da es in diesem kleinen Betrieb definitiv „on top“ passieren muss. Eigentlich gibt es keine personellen Kapazitäten! Aber es passt hervorragend in unsere Zielsetzung, stellt die Stadtbücherei in einen positiven Kontext und zeigt, dass Büchereien mehr bieten als bloße Ausleihe. Außerdem gibt es uns die Möglichkeit, digitale Medien finanziert und deren Anwendung in Schulungen mit Medienpädagogen genau erklärt zu bekommen.

b) Johanniter Kindertagesstätte Talstrasse

Die KiTa Talstrasse ist mit 80 Plätzen für Kinder von 2-6 Jahren die zweitgrößte KiTa  in Bergneustadt. In vier Gruppen werden die Kinder von insgesamt 18 Fachkräften betreut. Neben drei Gruppen- und Nebenräumen steht für die Waldgruppe ein Aufenthaltswagen zur Verfügung, der sich auf einem Außengelände befindet.

Ein großer Anteil der Kinder kommt aus Familien mit Migrationshintergrund. Zudem gibt es einige Familien, die an der Armutsgrenze leben. Diesen Kindern soll eine Perspektive eröffnet werden und auf diesem Weg in Begleitung integrativ gefördert werden.

Dazu gehören auch der Besuch der Bücherei und der Umgang mit Medien. Da Partizipation einen hohen Stellenwert bei den Johannitern hat, kann dieses Projekt den Kindern helfen schneller integriert zu werden.

Der Kindergarten hat sich die spezielle Förderung von Kindern in diesen Altersgruppen zur Aufgabe gemacht. Dazu gehören Bewegungsförderung, Förderung der Feinmotorik und nicht zuletzt auch die Sprachförderung.

Die Zusammenarbeit mit der Stadtbücherei ist seit vielen Jahren sehr eng. Die beiden Institutionen liegen fußläufig beieinander. So kann auf kurzem Weg vieles geklärt werden und die Kinder entwickeln eine enge Bindung zur Bücherei.

c) Kommunales Integrationszentrum Oberbergischer Kreis

Viele Menschen, die im Oberbergischen Kreis leben, verfügen über Zuwanderungserfahrung und bereichern seit vielen Generationen die gesellschaftliche Entwicklung in sozialer, wirtschaftlicher und kultureller Hinsicht.

Das Kommunale Integrationszentrum des Oberbergischen Kreises kann somit auf eine lange Integrationstradition vor Ort und auf einen großen Erfahrungsschatz im Zusammenleben und Arbeiten mit zugewanderten Menschen zurückgreifen.

Die Mitarbeiter*innen im KI sind auf aktuelle Fragen des interkulturellen Zusammenlebens und der Integration von Menschen unterschiedlicher kultureller Herkunft fachlich spezialisiert. Wir setzen uns im gesamten Kreisgebiet dafür ein, dass Integration im Sinne von Chancengleichheit und Teilhabe sowie das Zusammenleben in Vielfalt gelingen.

Darüber hinaus ist es uns ein großes Anliegen Kinder in ihrer Mehrsprachigkeit zu fördern und Mehrsprachigkeit als Ressource zu sichern.

Was ist unser Ziel – weshalb haben wir uns beworben?

Jede Institution innerhalb unseres Bündnisses arbeitet an dem Ziel, Kinder in ihrer sprachlichen Entwicklung zu unterstützen. Die Bevölkerung von Bergneustadt besteht zu 42 % aus Menschen, die einen Migrationshintergrund haben. Der Anteil der Eltern mit niedriger formaler Bildung ist in Bergneustadt sehr hoch und die Deutschkenntnisse der Kinder mit Migrationshintergrund werden insgesamt schlecht bewertet. Die Chancen dieser Kinder müssen daher verbessert werden und sie sollen die Möglichkeit erhalten intensiver am alltäglichen gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Dafür ist eine frühe sprachliche Förderung unumgänglich.

Diese Faktoren waren ausschlaggebend für die Bewerbung an dem Projekt „Sprachschatz“. Die Förderung von Sprache in Kombination mit digitalen Medien erschien uns sowohl sinnvoll als auch nach ganz viel Spaß für die Kinder. Dieses Projekt ist genau der richtige Weg, um die Kinder dort abzuholen, wo sie sich begeistern lassen und sie an digitale Medien in einem sinnvollen Kontext heran zu führen.

Integration durch Bildung – das Ganze bitte mit hohem Spaßfaktor! Das klingt nach einem System, das funktionieren könnte!

Schwerpunkt – Vorgehensweise – Erfahrungen

Als das Bündnis Bergneustadt die Zusage bekam an diesem Projekt teilnehmen zu dürfen war die Freude bei allen Beteiligten riesig groß! Die Auftaktveranstaltung in Essen lieferte uns einiges an Hintergrundwissen. Durch die Beteiligung an den unterschiedlichen Workshops erkannten wir die große Themenvielfalt der digitalen Medienlandschaft. Verstärkt wurde diese Freude durch die erste Qualifizierungsrunde, die nur drei Wochen nach der Auftaktveranstaltung stattfand: Es ist einfach unglaublich, wie viele Möglichkeiten es gibt mit den unterschiedlichsten Medien zu arbeiten!

Während der folgenden, monatlich stattfindenden, Bündnistreffen wurden diese Möglichkeiten analysiert, bewertet, ausprobiert und teilweise wieder verworfen. Es wurden immer wieder neue Ziele definiert, um dann irgendwann festzustellen, dass es für uns nur ein großes Ziel gibt: die Sprachförderung. Diese soll mit digitalen Medien erreicht werden und Mehrsprachigkeit beinhalten.

Im Februar 2018 fand die zweite Qualifizierungsrunde statt; leider mit nur drei Bündnisteilnehmern statt. Wir ließen uns wieder von Vorschlägen des projekteigenen Medienpädagogen Tom Birke begeistern. Aber erneut kamen Zweifel auf: vieles erschien uns zu schwierig, einiges zu umfangreich oder zu wenig sprachbezogen. Trotzdem wollten wir die Theorie endlich in die Praxis umsetzen und entwickelten einen Projektdurchlauf, der aus vielen unterschiedlichen Modulen bestand.

Die Kinder der Sprachfördergruppe hatten fünf Tage die Möglichkeit, die Bücherei kennenzulernen. Sie durften mit Tablets und Kameras fotografieren, bekamen ein Bilderbuchkino geboten und spielten die einzelnen Szenen des Buches „Papa kann fast alles“ nach. Dabei filmten sie sich gegenseitig. Sowohl die Kinder als auch die Erwachsenen waren mit Begeisterung bei der Sache! Innerhalb von einer Woche hatten die Kinder ein breites Medienangebot kennengelernt und ausprobiert.

Aber rechtfertigt der sprachliche Erfolg diesen extrem hohen Personalaufwand? Wir kamen zu dem Ergebnis, dass dieses Konzept nicht nachhaltig funktionieren kann, da es sowohl für eine kleine Stadtbücherei als auch für eine kleine KiTa zu personalintensiv ist. Neben der Personalkapazität kommt erschwerend hinzu das nur der Freifunk der Schule als WLAN genutzt werden kann. Mit der WLAN Situation ist intensive Arbeit mit dem Tablet und die verschiedene Arbeiten mit dem Kreativtonie nur mit erheblichem zeitlichen Aufwand umzusetzen. Es stellte sich schließlich heraus, dass die Konzepte, wenn sie dauerhaft funktionieren sollen, möglichst einfach gestaltet sein müssen. Auch weitere Institutionen sollen diese ohne großen Aufwand übernehmen können. Für Bibliotheken kann es zusätzlich sinnvoll sein, dieses Konzept mit mehreren KiTas durchzuführen. Nur so kann eine flächendeckende Sprachförderung möglich gemacht werden.

Dabei kam uns tatsächlich der Gedanke, ob die Sprachförderung auf der Basis von Wimmel- und Bilderbüchern nicht tatsächlich am einfachsten, schnellsten, preiswertesten wäre.

Im nächsten Durchgang ist geplant, dass die Module innerhalb eines Jahres mit der Sprachfördergruppe umgesetzt werden können. Die Kinder werden 5-6 Mal in die Stadtbücherei kommen und dürfen unterschiedliche Medien ausprobieren. Anschließend nehmen sie diese mit in die KiTa, um sie dort selbstständig zu nutzen und zusätzlich anderen erklären zu können. Die Sprachförderung erfolgt durch gezielte Kommunikation, in der Medien gezeigt und ausprobiert und Begriffe erklärt werden. Im nächsten Schritt sollen die Kinder ihr Wissen weitergeben: Sie sind die „Experten“ und kommunizieren mit ihren Freunden unter Verwendung der zuvor erlernten Begriffe. Auf diese Weise probieren sie vom Buch bis zum Tablet die unterschiedlichsten Medien aus und müssen (wollen!) im Anschluss darüber kommunizieren!

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Ansprechpartner Bündnis Bergneustadt:

Brigitta Wenzel
Stadtbücherei Bergneustadt
Goethestr. 13
51702 Bergneustadt
E-Mail: info[at]stadtbuecherei-bergneustadt.de

Weitere Blogbeiträge zum Projekt „Sprachschatz- Bibliothek und Kita Hand in Hand“:

Sprachschatz_Logo_Farbe_17_12_13Projekt „Sprachschatz“: Die Bündnisse stellen sich vor! – Bündnis Krefeld

Projekt „Sprachschatz“: Die Bündnisse stellen sich vor! – Bündnis Ochtrup

Projekt „Sprachschatz“: So geht Kooperation – Ziele und Pflege (Teil 2)

Projekt „Sprachschatz“: So geht Kooperation – Merkmale und Phasen (Teil 1)

Projekt „Sprachschatz“: Medienkompetenz und Sprachförderung – Kinder beim Aufwachsen mit Medien gestalten

Projekt „Sprachschatz“: Trickfilm als Element der alltagsintegrierten Sprachförderung für fast alle Altersklassen

Projekt „Sprachschatz“: Sprachbildung, Mehrsprachigkeit, Medienbildung und Medienkompetenz

„Sprachschatz – Bibliothek und KiTa Hand in Hand“ – 2017-2019 Auftakt zum Pilotprojekt

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Touch & Learn – neue digitale Angebote der Stadtbibliothek Hattingen

Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt die Entwicklung Öffentlicher Bibliotheken u.a. durch die finanzielle Förderung von innovativen Projekten. Die Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW stellt in lockerer Reihenfolge interessante Praxisbeispiele aus verschiedenen Förderprogrammen in Form von Gastbeiträgen auf ihrem Blog vor. Der vorliegende Beitrag stellt das neue Angebot „Touch & Learn“ in der Stadtbibliothek Hattingen vor. Read More

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Ihr Fachstellenteam in der Bezirksregierung Düsseldorf

Die Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW fördert die Entwicklung der kommunalen öffentlichen Bibliotheken in Nordrhein-Westfalen. Sie ist seit 2015 bei der Bezirksregierung Düsseldorf im Dezernat 48 organisiert. Fachlich ist sie dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen unterstellt.

Aktuelle Ansprechpartner*innen (Übersicht, externer Link)

Weitere Informationen auf den Seiten der Bezirksregierung Düsseldorf unter Dezernat 48.08 Öffentliche Bibliotheken 

CD Footer Bezirksregierung Düsseldorf

 

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Instagram in der Münchner Stadtbibliothek: Vermittlung von Menschen und Orten

Ein Gastbeitrag von Katrin Schuster, Münchner Stadtbibliothek. Sie arbeitete 10 Jahre als freie Journalistin im Bereich Kultur und Medien und verantwortet seit 2015 die Digitale Kommunikation. Sie betreut Website, Blog und die Social-Media-Auftritte der Münchner Stadtbibliothek.

An sozialen Netzwerken faszinieren mich nicht nur die interkulturellen Brücken, die zu schlagen sie im Stande sind, sondern auch ihre Diversität als solche. „Social Media“ ist als Bezeichnung nicht verkehrt; doch der Begriff unterschlägt die großen strukturellen (und damit eben auch diskursiven) Unterschiede der verschiedenen kommunikativen Tools. Solche Differenzen stellen ein ums andere Mal die Grundlage der digitalen Kommunikation der Münchner Stadtbibliothek dar.

Mobil mit Herz und in Bild

In Sachen Instagram war die Sache also recht schnell klar: Instagram hat als erstes soziales Netzwerk die Desktop-Version quasi abgeschafft und war folglich nur mobil bedienbar. Diese Struktur habe ich beim Wort genommen und den Kanal selbst mobilisiert, indem ich ihn ‚ausgewildert‘ habe. Seit November 2016 ist er innerhalb der Institution auf der Reise: von einer Mitarbeiterin zur nächsten, von einer Abteilung in die andere, von den eServices zur Kommission Medienpädagogik zu den FaMI-Azubis zur Leitung der Monacensia im Hildebrandhaus.

Ein weiteres wichtiges Merkmal von Instagram ist die weitgehende Freundlichkeit, die dort herrscht. Auch das hat eine strukturelle Ursache: Instagram-Beiträge lassen sich nicht teilen, zumindest nicht ohne zusätzliche Apps; Instagram selbst bietet diese Möglichkeit schlichtweg nicht. Zustimmung muss sich dort also anders äußern – entweder durch ein „Like“ (Instagrams Symbol dafür ist ein Herz) oder einen Kommentar.

Öffentliche Bibliothek, Bibliothekar*innen in der Öffentlichkeit

Ein Social Network ohne Sharing-Funktion? Was zunächst widersinnig klingt, hat zumindest eine positive Folge: Auf Instagram gibt es quasi keine Shitstorms und überhaupt wenig böse Worte. Das war ein weiteres wichtiges Argument für die Take-Over-Strategie: Auf Instagram können Menschen, die mit Social Media noch keinerlei Erfahrung gemacht haben, gut erste, durchaus auch mal unbedachte Schritte im Community-Web machen, ohne dass sie sich gleich vor Trollen, Hatern und politisch kritischen Kommentaren fürchten muss. Als Einstieg in die digitale Öffentlichkeitsarbeit, gleichsam als Schulungstool, ist Instagram meiner Meinung nach besser als jedes andere Netzwerk geeignet. Wer verstehen will, wie digitale Kundenkommunikation heute funktioniert – und ich finde, das müssen Bibliothekarinnen und Bibliothekare –, der muss selbst an dieser neuen dialogischen und partizipativen Öffentlichkeit teilhaben. Man muss mitmachen, um zu begreifen, was da vor sich geht, und genau diese Möglichkeit wollte ich meinen Kolleginnen und Kollegen schnell und unkompliziert bieten.

Von Anfängen und Selbstläufern

Die ersten Take-Overs musste ich, wenig überraschend, selbst organisieren, indem ich einzelne Kolleginnen oder Teams direkt ansprach. Doch das hat sich längst geändert: Der Übernahme-Kalender ist aktuell bis Herbst 2019 ausgebucht. Besonders gefreut hat es mich, als eine Kollegin aus der Abteilung Finanzen und Rechnungswesen fragte, ob sie nicht auch einmal … Damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet! Obwohl ich damit wohl hätte rechnen müssen, denn längst hat sich herumgesprochen, dass solch ein Take-Over nicht nur Spaß macht, sondern auch ein gewisses Change Management in Teams initialisieren kann, indem es bislang ungeahnte Stärken und Schwächen offenbart. Einen Monat lang einen Social-Media-Kanal zu bespielen, setzt so manche Hierarchie außer Kraft und zieht andere Strukturen durch Teams, weil plötzlich Ressourcen wie Kreativität und Organisation anders gedacht und eingesetzt werden müssen. Da entdeckt man oft völlig neue Talente, an sich selbst wie an anderen.

Und nachhaltig ist die Aktion auch: Nicht wenige der Teilnehmenden eröffnen später einen eigenen Instagram-Kanal oder engagieren sich für unsere anderen Social-Media-Auftritte. Mindestens gewachsen ist das Verständnis für meine Arbeit, die anfangs von einigen Kolleginnen und Kollegen durchaus kritisch gesehen wurde. Wer einmal bei einem Take-Over mitgemacht hat, begreift zweifellos besser, warum das wichtig ist und dass man das eben nicht nebenbei betreiben kann.

Neue Kulturgüter

In meinem Blog-Profil steht, dass ich als Kind Bibliothekarin oder Journalistin werden wollte, mich zunächst für Letzteres entschied, um schließlich doch in einer Bibliothek zu landen. Mir kommt das tatsächlich konsequent vor. Ich habe zwar nicht Bibliothekswesen studiert, aber im Grunde, so glaube ich, mache ich einen ähnlichen Job wie die Bibliothekarinnen und Bibliothekare in unserem Haus: Ich vermittle Bestand – auch wenn damit in meinem Fall nicht Bücher oder andere Medien gemeint sind, sondern Menschen und Orte. Und das ist der Bestand, der mit der fortschreitenden Digitalisierung kultureller Güter immer wichtiger werden wird – für Bibliotheken, aber auch für andere Kulturinstitutionen.


Die Münchner Stadtbibliothek im Netz:

Instagram: https://www.instagram.com/muenchner_stadtbibliothek/
Webseite: https://www.muenchner-stadtbibliothek.de/index.php
Facebook: https://www.facebook.com/MuenchnerStadtbibliothek
Twitter: https://twitter.com/StadtBibMuc
Blog: https://blog.muenchner-stadtbibliothek.de/

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Projekt „Sprachschatz“: Die Bündnisse stellen sich vor! – Bündnis Krefeld

Das Pilotprojekt „Sprachschatz – Bibliothek und KiTa Hand in Hand“ ist im Oktober 2017 gestartet. Es handelt sich um ein Kooperationsprojekt der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW und der Landesweiten Koordinierungsstelle Kommunale Integrationszentren (LaKI). In den nächsten Monaten werden verschiedene Gastbeiträge veröffentlicht, in denen die Bündnisse sich und Ihre aktuelle Arbeit im Projekt vorstellen werden. Als zweites stellt das Bündnis Krefeld seine Arbeit vor und einen Ausblick auf das nächste Jahr geben. Im Februar wird das nächste Bündnis folgen. Mit dem Abschluss des Projekts in 2020 werden die Konzepte der Bündnisse und die Ergebnisse der Evaluation für den Einsatz in der Fläche aufbereitet und in Form eines Abschlussberichts veröffentlicht.

Sprachschatz Bündnis Krefeld

Das Projekt Sprachschatz begann für mich persönlich im Jahr 2017 mehr oder weniger in dem Moment, als ich die Zusage für meine Stelle in der Mediothek Krefeld erhielt. Denn schon kurz danach schrieb mir meine neue Chefin eine liebe Willkommens-Mail, in der sie unter anderem fragte, ob ich bereit wäre am Projekt teilzunehmen. Nachdem ich mir die Informationen angesehen hatte, war ich gleich begeistert, denn multimedial, multilingual und kreativ mit KiTa-Kindern zu arbeiten klang nach einer spannenden Kombination.

Für mich bedeutete das nun, dass ich ab dem ersten Arbeitstag in Krefeld im Projektteam mitarbeiten durfte. Unser Projektteam ist relativ groß, aus verschiedenen Fachrichtungen die sich sehr gut ergänzen. Zum einen die fabelhaften und gut organisierten Erzieherinnen aus der KiTa Kuhleshütte, die sprachlich begabten Mitarbeiter*innen des kommunalen Integrationszentrums (KI) und das Sprachschatz-Team der Mediothek. Bei uns in der Mediothek sind das Katja Wiefel (Bibliothekspädagogin), Petra Düro-Förster (Leiterin der Kinderbücherei), Simon Hoffmann (stellvertretender Bibliotheksleiter), Conny Klähn, Holger Reiners (Techniker im Team) und meine Wenigkeit, Annika Siever.

Unterstützt werden wir dabei  unteranderem von den Mitarbeitern der Fachstelle für öffentliche Bibliotheken NRW, Medienpädagogen und unserem Kooperations-Coach Frau Ditscheid.

Viele Menschen – ein Team wächst.

Wir mussten uns erstmal alle kennenlernen und die ersten Schritte in Richtung Kooperation gehen. Dass dabei nicht immer alles rund läuft, ist kein Wunder. Alle beteiligten Personen und auch die Institutionen arbeiten verschieden, sodass zuerst ein gemeinsamer Nenner gefunden werden musste.

Das war auch zunächst nicht so leicht, denn das Projekt „Sprachschatz“ bietet sehr viel Freiraum für Ideen und hat nur sehr wenige Einschränkungen. Es gibt so gut wie keine praktischen Detailvorgaben, das heißt, einen Organisationsrahmen und Grundsätze für unsere Arbeit haben wir uns erst einmal selbst geschaffen.

In den ersten Meetings haben wir uns darauf geeinigt, zunächst eine Art „Testphase“ zu starten. Dazu legten wir mehrere, ca. monatlich stattfindende, Termine fest, an denen wir mit einer Gruppe von Kindern arbeiten wollten. Ganz bewusst wählten wir hierfür nicht die Vorschulkinder, da es für diese Altersgruppe bereits viel Programm allgemein und auch schon Aktionen gemeinsam mit der Mediothek gibt. Wir suchten uns also die „mittleren“ Kinder (Altersgruppe der Vier- bis Fünfjährigen) aus.

Der Gedanke war, die KiTa-Kinder an den festgelegten Terminen mit einem Koffer voller Medien, Geräte oder Materialien zu besuchen, um Verschiedenes spielerisch auszuprobieren bzw. zu erlernen. Dabei wollten wir auch sehen, welche Medien überhaupt interessant für die Kinder sind.

Wir haben uns natürlich neben unserem tollen Koffer auch noch was ganz besonderes für die Kinder ausgedacht: unsere Kollegin Frau Düro-Förster hat extra für den Sprachschatz zwei Lieder gedichtet, die wir auf bekannte Melodien am Anfang und Ende jedes Termins gesungen haben, um gewohntes und neues zu verbinden. Daher stammt auch der Name der Kindergruppe der KiTa „Sprachschatzfinder-Medienkinder“, mit der wir zusammenarbeiten.

Sprachschatzfinder-Medienkinder: Sprache und digitale Medien schließen sich nicht gegenseitig aus

Unsere Ziele

Mit dem Projekt wollen wir den Kindern Möglichkeiten geben, sich auf vielfältige, multimediale und multilinguale Weise eigenständig weiterzuentwickeln. Dazu gehört vor allem kreativ sinnvolles Arbeiten sowohl mit digitalen, als auch analogen Medien in einem spielerischen Rahmen. Damit möchten wir einen gesellschaftlichen Beitrag leisten, um Medienkompetenz, soziale Fähigkeiten, kreatives Interesse, Sprachgefühl und -vielfalt bei den Kindern zu stärken. Dazu gehört aber auch, dass wir Eltern über diese Themen informieren und dafür sensibilisieren wollen.

Eine Idee wächst zu einem Schmetterling

Zunächst begannen wir mit interaktiven Büchern (Tiptoi und Carlsen Clever), bei denen die Kinder in Kleingruppen von jeweils einem Erwachsenen betreut, mit Tiptoi-Stift und Smartphone-App zum Buch spielen durften. Dabei hatten die Kinder zwar Spaß, doch der Ablauf war noch relativ chaotisch, da die Gruppenverteilung nicht gut und der Rahmen nicht geeignet war, um eine Wohlfühl-Atmosphäre zu bieten.

Der zweite Termin mit dem Thema „Fotografieren“ wurde daher etwas strukturierter geplant und war für die Kinder ein gelungenes Erlebnis. Jedoch fehlte noch immer ein roter Faden.

Daher beschlossen wir den Ansatz zu verändern, was uns letztendlich zum Erfolg führte. Wir nahmen uns ein Thema vor („Die kleine Raupe Nimmersatt“), das wir längerfristig auf verschiedenen medialen und sprachlichen Ebenen mit den Kindern bearbeiten wollten. Das Modul, das wir erarbeiteten, dehnte sich über zwei unserer monatlichen Termine und mehrere kleinere wöchentlich stattfindende Aktionen aus. Beim ersten Termin wurde das Thema zunächst auf analoger Ebene mit dem Fokus auf Sprachbildung bearbeitet. Hierzu gehörten z.B. Fantasiereisen, gemeinsames Lesen des Bilderbuchs (in verschiedenen Sprachen), kreative Aspekte (Schmetterlinge malen, Raupen kneten etc.), eine Schminkaktion oder die Zubereitung eines eigenen Obstsalats. Beim zweiten Termin konnten die Kinder einen eigenen Stop-Motion-Film über die Raupe Nimmersatt erstellen. Auch weitere digitale Aspekte, wie z.B. digitales Malen auf dem Tablet oder Fotografieren mit dem Smartphone waren Bestandteile weiterer Aktionen. Ziel dabei war es, gleichzeitig Medienkompetenz zu fördern und geeignete Sprachanlässe zu geben.

Am Ende feierten wir mit den Kindern ein grandioses Abschlussfest mit Tanz, mehrsprachigem Gesang, Knabbereien und natürlich dem selbstgemachten Stop-Motion-Film.

Der Abschied fiel sehr schwer, da nun im neuen KiTa Jahr eine neue Gruppe gebildet wird, die ein ähnliches Modul erleben darf. Auch die Kinder waren traurig, dass die Sprachschatzfinder-AG vorbei ist. Ein Mädchen hat sogar geweint und war nur damit zu trösten, dass sie uns ja auch in der Mediothek besuchen kommen kann.

Auf dem Sommerfest der KiTa Kuhleshütte waren wir dann nochmal mit unserem Bookbike zu Besuch und haben einige unserer Sprachschatz-Kinder wiedergetroffen.

Das Gerüst steht, jetzt wird ausgebaut!

Im nächsten Planungsabschnitt wollen wir dann auch noch einmal die Eltern stärker von Anfang an mit einbinden, um über Mediennutzung, Medienerziehung und Sprachbildung zu informieren. Ein Elternnachmittag fand zwar schon statt, doch es gibt diesbezüglich noch deutlich mehr Möglichkeiten die Eltern auch in die Sprachschatzfinder-AG miteinzubeziehen.

Wir starten also mit einer guten Basis und vielen Möglichkeiten das Konzept im Detail zu verbessern in die nächste aktive Phase und freuen uns schon riesig auf die neuen Sprachschatzfinder.

Was wir innerhalb des Projekts noch machen, ist hier auf dem Blog der Fachstelle oder auch auf unserem Blog nachzulesen.

Annika Siever
Mediothek Krefeld

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Ansprechpartner Bündnis Krefeld:

Simon Hoffmann
Mediothek Krefeld
Theaterplatz 2
47798 Krefeld
E-Mail: simon.hoffmann[at]krefeld.de

Weitere Blogbeiträge zum Projekt „Sprachschatz- Bibliothek und Kita Hand in Hand“:

Sprachschatz_Logo_Farbe_17_12_13

Projekt „Sprachschatz“: Die Bündnisse stellen sich vor! – Bündnis Ochtrup

Projekt „Sprachschatz“: So geht Kooperation – Ziele und Pflege (Teil 2)

Projekt „Sprachschatz“: So geht Kooperation – Merkmale und Phasen (Teil 1)

Projekt „Sprachschatz“: Medienkompetenz und Sprachförderung – Kinder beim Aufwachsen mit Medien gestalten

Projekt „Sprachschatz“: Trickfilm als Element der alltagsintegrierten Sprachförderung für fast alle Altersklassen

Projekt „Sprachschatz“: Sprachbildung, Mehrsprachigkeit, Medienbildung und Medienkompetenz

„Sprachschatz – Bibliothek und KiTa Hand in Hand“ – 2017-2019 Auftakt zum Pilotprojekt

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„Deine Inspiration“ in der Stadtbibliothek Paderborn

Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt die Entwicklung Öffentlicher Bibliotheken u.a. durch die finanzielle Förderung von innovativen Projekten. Die Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW stellt in lockerer Reihenfolge interessante Praxisbeispiele aus verschiedenen Förderprogrammen in Form von Gastbeiträgen auf ihrem Blog vor. Der vorliegende Beitrag stellt das neue Angebot „Deine Inspiration“ in der Stadtbibliothek Paderborn vor.

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Projekt „Sprachschatz“: Die Bündnisse stellen sich vor! – Bündnis Ochtrup

Das Pilotprojekt „Sprachschatz – Bibliothek und KiTa Hand in Hand“ ist im Oktober 2017 gestartet. Es handelt sich um ein Kooperationsprojekt der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW und der Landesweiten Koordinierungsstelle Kommunale Integrationszentren (LaKI). In den nächsten Monaten werden verschiedene Gastbeiträge veröffentlicht, in denen die Bündnisse sich und Ihre aktuelle Arbeit im Projekt vorstellen werden. Als erstes wird das Bündnis Ochtrup seine Arbeit vorstellen und einen Ausblick auf das nächste Jahr geben. Anfang Januar wird das nächste Bündnis folgen. Mit dem Abschluss des Projekts in 2020 werden die Konzepte der Bündnisse und die Ergebnisse der Evaluation für den Einsatz in der Fläche aufbereitet und in Form eines Abschlussberichts veröffentlicht.

Sprachschatz Bündnis Ochtrup

Als Vertreter aus dem Münsterland ist Ochtrup beim Pilotprojekt „Sprachschatz“ dabei. Ochtrup liegt im Kreis Steinfurt im nordwestlichen Münsterland an der Grenze zu Niedersachsen und hat rund 20.000 Einwohner. Zum Bündnis gehören die Bücherei St. Lamberti Ochtrup, der Caritaskindergarten „Der kleine Prinz“ und das Kommunale Integrationszentrum für den Kreis Steinfurt.

Bücherei St. Lamberti Ochtrup:

Die Bücherei St. Lamberti ist eine der „Vertragsbüchereien“ im Bistum Münster. Das heißt, Träger ist die Kirchengemeinde St. Lambertus, aber die Bücherei erfüllt – vertraglich und finanziell mit der Stadt Ochtrup geregelt – die Aufgaben einer Stadtbücherei für Ochtrup. Die Bücherei hat rund 40.000 Medieneinheiten und rund 140.000 Ausleihen im Jahr 2017.

Die Bücherei ist hauptamtlich mit 2,0 Personalstellen ausgestattet, die mit einem Diplom-Bibliothekar als Leitung und zwei Fachangestellten mit je einer halben Stelle besetzt sind. Zum Team gehören zusätzlich rund 44 Ehrenamtliche Mitarbeiter*innen.

Unmittelbar am Projekt Sprachschatz sind von der Bücherei die drei hauptamtlichen Mitarbeiter*innen beteiligt.

Im Jahr 2017 war die Bücherei St. Lamberti Ochtrup an dem Projekt „Digital Storytelling“ beteiligt, das mit einer Landesförderung zusammen mit den Büchereien in Borken, Geldern und Raesfeld durchgeführt wurde. Aufgrund der dort gemachten Erfahrungen war es für das Team schnell klar, dass sich das Projekt Sprachschatz unmittelbar an dieses Projekt anknüpfen lässt, zumal bereits ein Teil der technischen Ausstattung in der Bücherei zur Verfügung stand. Reizvoll ist vor allem die Umsetzung im Kindergartenbereich, die im Projekt von dem Medienpädagogen Johannes Wenzel begleitet wird.

Was wir bereits gemacht haben:

Neben der Nutzung des Tiptoi-Stiftes, der „Talker“ und eines iPads in der KiTa stand als erstes größeres Modul die Umgestaltung der Büchereiführungen für die Vorschulkinder auf dem Programm. Das bisherige Programm wurde um eine digitale Komponente erweitert. Weitere Änderungen sind bereits angedacht, jedoch noch nicht umgesetzt.

Sehr gut angenommen von den Kindern in der KiTa wurden auch die BeeBots der Bücherei.  Gerade stillere Kinder konnten hier ihr Können zeigen und anderen die Logik des Programmierens erklären.

Im September 2018 wurde eine Gesamtteam-Sitzung der KiTa in die Bücherei verlegt.  Ziel war es das gesamte Team der KiTa in dem Prozess einzubinden und mitzunehmen. Nach einer kurzen Einführung in die Grundlagen des Projektes stand vor allem das Ausprobieren aller Möglichkeiten für die Erzieherinnen der KiTa auf dem Programm. Dafür standen an mehreren Stationen BeeBots, Trickfilmstationen, ein Green Screen, Tiptoi-Stifte, Anybookreader, sprechende Riesenklammern und Tablets mit ausgewählten Kinderapps zur Verfügung.

Kommunales Integrationszentrum Kreis Steinfurt:

Das Kommunale Integrationszentrum (KI) Kreis Steinfurt ist Teil eines landesweiten und flächendeckenden Netzwerkes zur Förderung der Integration in den Kommunen. Die kommunalen Integrationszentren werden von einer landesweiten Koordinierungsstelle (LaKI) fachlich beraten und im Informationsaustausch mit anderen Kommunalen Integrationszentren begleitet.

Das Kommunale Integrationszentrum Kreis Steinfurt ist als Sachgebiet Teil der Stabstelle und damit direkt dem Landrat zugeordnet. Das Team des KI ist mit derzeit vierzehn Kolleg*innen multiprofessionell aufgestellt und arbeitet in unterschiedlichen Handlungsfeldern und Projekten, überwiegend im Bildungsbereich. Ein Bereich ist die Frühe Bildung, in dem auch das Projekt „Sprachschatz“ angesiedelt ist.

Am Sprachschatzprojekt beteiligt ist vom KI unmittelbar eine Person, die vernetzt ist mit den anderen KI Mitarbeiter*innen der anderen Sprachschatzbündnisse.

Bei den Bündnissen „Sprachschatz – Bibliothek und Kita Hand in Hand“ steht die Vermittlung von Sprachbildung und Medienkompetenz unter besonderer Berücksichtigung der Mehrsprachigkeit von Familien und Kindern im Mittelpunkt. Das Projekt richtet sich an eine breite Zielgruppe mit besonderem Augenmerk auf Geflüchtete und Kinder mit Migrationshintergrund. Das KI bringt in die lokalen Workshops Impulse aus der Arbeit mit mehrsprachigen Materialien und Projektideen ein.

Caritaskindergarten „Der Kleine Prinz“:

Der Caritaskindergarten „Der Kleine Prinz“ betreut insgesamt 64 Kinder im Alter von 0-6 Jahren, davon zurzeit 9 Kinder mit einem heilpädagogischen Förderbedarf. Die Kinder werden in 4 altersähnlichen Gruppen von insgesamt 12 Erzieherinnen, mehreren Praktikant*innen und einer freigestellten Leiterin betreut, wobei Inklusion ein Schwerpunkt unserer Arbeit ist. Deshalb gehören auch eine Motopädin und eine Logopädin zu unserem Team.

Das soziale Umfeld des Kindergartens ist geprägt von einem stabilen Wohngebiet mit vielen Einfamilien- und Doppelhäusern. Auch wenn wir wenige Kinder mit einem Migrationshintergrund betreuen, haben wir uns bewusst für die Kooperation mit der Bücherei im Projekt Sprachschatz entschieden. Sprachförderung findet nach unserem Selbstverständnis den ganzen Tag statt, sie mit digitalen Medien zu unterstützen fanden wir reizvoll auch wenn es komplettes Neuland war. Zudem ist das Thema digitale Medien in der KiTa recht umstritten.

Weil die Einrichtung keine einzelne Projektgruppe Sprachschatz bilden wollte, sondern die digitale Arbeit flächendeckend und altersübergreifend in ihre Arbeit einbeziehen möchte, nehmen nun 3 Kolleginnen aus drei verschiedenen Gruppen und die Leiterin an den Treffen teil. In den Teamsitzungen berichten wir laufend über den Fortschritt des Projektes. Damit alle übrigen Mitarbeiter*innen des Kindergartens wissen, wovon wir reden und selbst erleben, was mit digitaler Unterstützung möglich ist, schulten wird im Rahmen einer Teamsitzung auch das gesamte Team.  Dort konnten alle die Materialien ausprobieren. Wir zeigten gute Apps und sorgten so für viel Transparenz im Team.

Von Beginn an wurde geschaut, wie wir die digitalen Medien altersübergreifend in der KiTa einsetzen können. So zeigten sich durchaus auch Einsatzfelder im u3-Bereich, z.B. indem die Talker (Big Points) nicht mehr nur den Speiseplan, sondern auch Tiergeräusche oder eine Jesusgeschichte abspielten. Direkt nach dem Start des Sprachschatzprojektes gab es vom Caritasverband des Bistums Münster einen Wettbewerb zum Thema: „Die digitale Agenda der Caritas- wie digitales das Arbeitsfeld verändert“.

Der Kindergarten hatte die Idee, das Projekt im Kindergarten und die dahinterstehende Idee zu beschreiben und deutlich zu machen, dass schon im Kindergartenalter die digitalen Medien zum Alltag gehören. Die Aufgabe von Pädagogen*innen ist es, die Lebenswelt der Kinder aufzugreifen und diese Medien in der Arbeit ganz selbstverständlich zu integrieren. Zudem bieten viele digitale Dinge gerade Kindern mit Behinderung in unserer KiTa eine größere Chance an Teilnahme an der Gesellschaft. Unsere Bewerbung wurde sehr gelobt und mit dem 2. Platz belohnt, der mit 6000 Euro Preisgeld dotiert war.

Im Rahmen des Projektes nutzen wir die Gelegenheit viele digitale Medien, die im Besitz der Bücherei sind, zu testen, bevor selbst „eingekauft“ wurde: Tablets für jede Gruppe, ein digitales Mikrophon, ein digitales Mikroskop, Tiptoi Materialien und eine gute Kamera sind die ersten Dinge die wir für den Kindergarten von dem Preisgeld kaufen können. Der KiTa ist es zudem wichtig, dass zeitgleich mit der Anschaffung der Medien ein medienpädagogisches Konzept entwickelt wird, damit klar ist, was und warum wir mit welchem Ziel machen.

Um das Projekt tiefer in unsere alltägliche Arbeit einzubinden, veranstalteten wir im Frühjahr zusammen mit den Bündnispartnern einen Elternabend. Es wurde vor allem deutlich gemacht, wie sinnvoll digitale Medien von Kindern genutzt werden können und nicht immer nur die Bedrohung durch die digitalen Medien zum Thema hatte. Als zertifiziertes Familienzentrum liegt uns die Familienbildung sehr am Herzen. Deshalb ist auch eine digitale Mitmachaktion für Eltern und Kinder im nächsten Monat geplant. Dabei sollen gemeinsam die kreativen Möglichkeiten der digitalen Welt erlebt werden.

Eines steht zur Halbzeit des Projektes fest: Es gibt nur wenige KiTas, die sich mit digitalen Medien beschäftigen. Die Tatsache, dass „Der kleine Prinz“ es tut, bereichert ungemein und bringt uns eine große Öffentliche Wirkung und ein enormes Interesse weit über das Sprachschatzprojekt hinaus.

Das 2. Jahr Sprachschatz

In der nächsten Zeit beschäftigen wir uns als Bündnis mit dem Thema Audioaufnahmen, bspw. mit dem Kreativ-Tonie und dazu einen Eltern-Kind-Nachmittag. Besonders am Beispiel der Audioaufnahmen zum Kreativ-Tonie wird uns jetzt schon deutlich wie sinnvoll die Erarbeitung im Team ist. Hinweise zur Lösung von Problemen, bspw. durch die Nutzung einer Schnitt- bzw. Bearbeitungssoftware, und die Weiterentwicklung des Konzepts sind für das Erreichen unseres gemeinsamen Ziels wichtig.

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Ansprechpartner Bündnis Ochtrup:

Olaf Lewejohann
Bücherei St. Lamberti
Marktstraße 8
48607 Ochtrup
E-Mail: lewejohann[at]bistum-muenster.de

Weitere Blogbeiträge zum Projekt „Sprachschatz- Bibliothek und Kita Hand in Hand“:

Sprachschatz_Logo_Farbe_17_12_13

Projekt „Sprachschatz“: So geht Kooperation – Ziele und Pflege (Teil 2)

Projekt „Sprachschatz“: So geht Kooperation – Merkmale und Phasen (Teil 1)

Projekt „Sprachschatz“: Medienkompetenz und Sprachförderung – Kinder beim Aufwachsen mit Medien gestalten

Projekt „Sprachschatz“: Trickfilm als Element der alltagsintegrierten Sprachförderung für fast alle Altersklassen

Projekt „Sprachschatz“: Sprachbildung, Mehrsprachigkeit, Medienbildung und Medienkompetenz

„Sprachschatz – Bibliothek und KiTa Hand in Hand“ – 2017-2019 Auftakt zum Pilotprojekt

Herzlich Willkommen bei der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW

Auf unserem Blog möchten wir Sie über unsere Aktivitäten für die Öffentlichen Bibliotheken in NRW informieren. Neben Berichten aus den Arbeitsschwerpunkten Bibliothek als realer und digitaler Ort, Lebenslanges Lernen in der digitalen Gesellschaft und Bibliotheksmanagement, veröffentlichen wir Praxisberichte aus den Bibliotheken in NRW. Außerdem stellen wir für Sie täglich Neuigkeiten aus dem Bibliothekswesen zusammen. Sie finden uns auch auf Facebook, Flickr und der Homepage der Bezirksregierung Düsseldorf.

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Digital Publishing Report: Sonderheft zu Bibliotheken und Büchereien

Eine Sonderausgabe des „Digital Publishing Report“ widmet sich dem Thema „Bibliotheken und Büchereien“. Das Heft zeigt, wie man sich in Büchereien und Bibliotheken auf die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts einstellt und wie man mit den Themen Innovation und Digitalisierung umgeht. Außerdem wird das Zusammenspiel von Verlagen und Bibliotheken kritisch beleuchtet.

dpr-Sonderheft „Bibliotheken und Büchereien“ (13.03.2019) [PDF, 89 Seiten]

Der digital Publishing report wird seit 2016 veröffentlicht und kostenlos angeboten. Man widmet sich dem Thema digitale Transformation aus der Perspektive von Medienunternehmen. Dabei werden alle Glieder der Wertschöpfungskette berücksichtigt. Von der Content-Generierung über die Produkterstellung und Distribution bis hin zum Kunden/Nutzer-Verhalten. Aber auch die Strukturen der Medienunternehmen selbst sind diesen Veränderungen unterworfen, vom Recruiting über Arbeitsmethoden und -prozesse bis hin zu kompletten Organisationsveränderungen.

Weitere Informationen und vergangene Ausgaben finden Sie auf der dpr-Homepage unter: https://digital-publishing-report.de/

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USA: BookBot holt fällige Medien an der Haustür ab

In der US-Amerikanischen Stadt Mountain View holt seit kurzem der BookBot die Bibliotheksmedien bei den Nutzern ab. Da die Stadt im Silicon Valley liegt, der Region mit der weltweit höchsten Dichte an Technologie- und High-Tech-Unternehmen, sind die Bewohner die Anwesenheit neuer Technologie gewöhnt. Entsprechend gut kommt der Service der örtlichen Bibliothek an: Die Nutzer können das von Google entwickelte Gefährt anfordern, welches dann autonom zu ihnen fährt. Nur in einer Testphase von sechs Monaten sind Mitarbeiter dabei.

Das Projekt befindet sich am Beginn seiner Testphase, die Resonanz ist bisher positiv. Die Stadt hat autonom fahrende Fahrzeuge erst im letzten Jahr zugelassen. Weitere Anwendungsmöglichkeiten sind beispielsweise das Einsammeln von Spenden, die aus Zeitgründen bisher weggeworfen wurden.

Quelle: Baldassari, Erin: Meet BookBot – Mountain View library’s newest robot helper (11.03.19), online verfügbar unter https://www.mercurynews.com/2019/03/09/meet-bookbot-mountain-view-librarys-newest-robot-helper/

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Gaming-Room Erfolgsbericht der Stadtbücherei Geretsried

Seit einem Jahr ist der Gaming-Room in der Stadtbücherei Geretsried eröffnet. Wie der Leiter der Bücherei Björn Rodenwaldt jetzt der Zeitung Merkur berichtete, ist der Raum seitdem ein Selbstläufer. Neben normalen Nutzern reservieren sogar Schulen den Raum und bauen bspw. die Google-Earth Weltreise mit in den Unterricht ein. „Die Art von Recherche mache den Schülern großen Spaß“. Neben der Nintendo-Switch und einer PS 4 ist auch eine VR-Brille mit im Bestand, die bspw. die virtuelle Weltreise für die Kinder ermöglicht.

Quelle: Merkur.de – „Gaming-Room in der Stadtbücherei: „Das ist ein Selbstläufer“ (zuletzt aufgerufen am 11.03.2019), online verfügbar unter:  https://www.merkur.de/lokales/wolfratshausen/geretsried-ort46843/geretsried-bayern-gaming-room-in-stadtbuecherei-ist-ein-selbstlaeufer-11833566.html?fbclid=IwAR0Pu6c13SxgOxXBGGZdMfN11kdMp-GfrhTT2J6O53sU_QkI1oyxedtkJb0

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Webinar zur Durchführung von Förderprojekten am Beispiel „Total Digital!“, 28.03.2019

Das knb veranstaltet am 28.3.2019 von 10.00 bis 11.30 Uhr ein kostenloses Webinar zum Thema Projektförderung. In dem Webinar wird es um Praxis-Tipps zur Durchführung, Mittelbewirtschaftung und um das Berichtswesen im Rahmen von Förderprojekten gehen.

Das Angebot knüpft an das letzte Webinar des knb an, welches sich mit der Entwicklung und Beantragung von Förderprojekten auseinandersetzte.  Beide Webinare beziehen sich beispielhaft auf das Angebot „Total Digital!“.
Sie können sich hier für das Webinar anmelden.

Quelle:
Bibliotheksportal- „Webinar: Nach der Projektbewilligung“ (14.03.2019), online verfügbar unter: https://bibliotheksportal.de/2019/03/04/webinar-nach-der-projektbewilligung/

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vbnw: Susanne Laschet Schirmherrin der Nacht der Bibliotheken zu Besuch in der Stadtbibliothek Aachen

Susanne Laschet, Schirmherrin der „Nacht der Bibliotheken 2019“ besuchte die Stadtbibliothek Aachen. Der WDR hat den Besuch begleitet. In dem Beitrag wurde festgehalten wie Frau Laschet das erste Mal eine VR-Brille benutzte und andere Angebote der Bibliothek begeistert besichtigen konnte. Der Leiter der Stadtbibliothek Aachen, Herr Sawallich gab einen Einblick in das Konzept der Bibliothek und den Weg vom Bücherhaus zum Aufenthalts- und Lernort.

Quelle: Webseite des WDR –  „Wie haben sich Bibliotheken verändert?“ (zuletzt aufgerufen am 08.03.2019), online Verfügbar unter: https://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/lokalzeit-aachen/video-wie-haben-sich-bibliotheken-veraendert-100.html

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DBV: Webinar Mitschnitt online „Die Möglichkeiten entdecken: Bibliothekspädagogik mit digitalen Medien“

Vor kurzem fand das Webinar von Frau Harling aus der Stadtbibliothek Mannheim zum Thema „Bibliothekspädagogik mit digitalen Medien“ vom Deutschen Bibliotheksverband statt. Der Mitschnitt ist online auf der Plattform edudip verfügbar. Frau Harling ist eine der ExpertInnen der Initiative Netzwerk Bibliothek des Bundesministerium für Bildung und Forschung und dem Deutschen Bibliotheksverband.

Weitere Experten finden Sie auf der Webseite Netzwerk Bibliothek.

Quelle: Webseite des Deutschen Bibliotheksverband e.V. – „Die Möglichkeiten entdecken: Bibliothekspädagogik mit digitalen Medien“ (zuletzt aufgerufen am 05.03.2019), online verfügbar unter: https://www.bibliotheksverband.de/dbv/fachtagungen-veranstaltungen-webinare/webinare/digitale-bibliothekspaedagogik.html?fbclid=IwAR3kJK230f-9ZmQf4Q1ceLYr8Us6u288Lu62ugkVkKmA_hvoBD4XhBbmGAc

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BID-Kongress: Abstimmung zum Call for Clips, 21.03.2019

Die Zusendungen des Call for Clips zum diesjährigen Bibliothekskongress stehen jetzt zur Abstimmung bereit. Das Motto lautet „Bibliotheken verändern“. Unter den Teilnehmenden ist auch ein Beitrag aus NRW. Ein Video zum Library Lab der Stadtbüchereien Düsseldorf.

Der Clip mit den meisten Klicks, wird auf der Abschlussveranstaltung am 21. März 2019 im Rahmen des 7. BID-Kongresses in Leipzig prämiert.

Alle teilnehmenden Clips können Sie auf der Kongressseite finden.

Quelle: BID-Kongressseite: „Clip Präsentation“ (zuletzt aufgerufen am 08.03.2019), online verfügbar unter: https://www.bid-kongress-leipzig.de/index.php?id=39&fbclid=IwAR3gZvlDjPVvvrOq8S_MyyZPNfBmey0E9W0edCmb0-p9PEPZ21igV92BFoA

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Stadtbibliothek Herford nach Renovierung wiedereröffnet

Die Stadtbibliothek Herford wurde kürzlich wiedereröffnet. Nach einer Umbauphase wurde das Gebäude vom Bürgermeister Tim Kähler, der Bibliotheksleiterin Petra Beck und dem Kultur-Geschäftsführer Andreas Kornacki eröffnet.

Im Rahmen des vom Land geförderten Umbaus wurde unter anderem RFID eingeführt und das Erdgeschoss modernisiert. Die Resonanz seitens Kunden und Verwaltung ist positiv. Zur kommenden Nacht der Bibliotheken bietet sich den Bürgern ein besonderer Anlass, die neue Bibliothek kennen zu lernen – samt Spielekonsolen, Greenscreen und Zaubervorstellung.

Quelle: Westfalen-Blatt: „Großes Interesse an neuer Bibliothek“ (06.03.2019), online verfügbar unter: https://www.westfalen-blatt.de/OWL/Kreis-Herford/Herford/3693487-Kunden-probieren-moderne-Technik-aus-Zahl-der-Besucher-im-Vorjahr-gestiegen-Grosses-Interesse-an-neuer-Bibliothek?fbclid=IwAR2B_65tFuPoZT9LUavnuSgg7rPs1snE4rrygVwl680qsK-Bo3Ex95DH650

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Projekt „Sprachschatz“: Die Bündnisse stellen sich vor!- Bündnis Euskirchen

Das Pilotprojekt „Sprachschatz – Bibliothek und KiTa Hand in Hand“ ist im Oktober 2017 gestartet. Es handelt sich um ein Kooperationsprojekt der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW und der Landesweiten Koordinierungsstelle Kommunale Integrationszentren (LaKI). Hier veröffentlichen wir regelmäßig verschiedene Gastbeiträge, in welchen die Bündnisse sich und Ihre aktuelle Arbeit im Projekt vorstellen. Mit dem Abschluss des Projekts in 2020 werden die Konzepte der Bündnisse und die Ergebnisse der Evaluation für den Einsatz in der Fläche aufbereitet und in Form eines Abschlussberichts veröffentlicht.

Sprachschatz Team Euskirchen 


Motto „Action, Action, Action

Euskirchen ist eine Kreisstadt in der Eifel mit knapp 60.000 Einwohnern, einer modernen Stadtbibliothek und 37 Kindertagesstätten.
Im Pilotprojekt Sprachschatz arbeiten die Stadtbibliothek, die städtische Kita Nordstraße und das KoBIZ, das kommunale Bildungs- und Integrationszentrum des Kreises Euskirchen, zusammen.

Die Stadtbibliothek

Die Stadtbibliothek Euskirchen beschäftigt Diplom-Bibliothekarinnen, FAMIs, Bibliotheksassistentinnen, eine Auszubildende und Bundesfreiwillige und Praktikantinnen im Umfang von ca. 10 Vollzeitstellen. Das Haus befindet sich im 2012 neu gebauten Kulturhof und verfügt über eine moderne Einrichtung mit hoher Aufenthaltsqualität. Die Stadtbibliothek zeichnet sich besonders durch großzügige Öffnungszeiten, einige medienpädagogische Vorerfahrungen und eine hohe Zahl von Bildungspartner-Angeboten aus, die mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung vom gesamten Team betreut werden. Im Projekt Sprachschatz arbeiten drei Teilzeitkräfte aktiv mit, die sich bereits vorher hauptsächlich mit der Zielgruppe jüngere Kinder und der Kinderbibliothek beschäftigt haben. Zusätzlich sorgt die Bibliotheksleitung im Hintergrund als Projektleiterin des gesamten Sprachschatz-Teams u.a. für die Organisation, Koordination und Dokumentation.

Kita Nordstraße

Die KiTa Nordstraße befindet sich in 1,5 km Entfernung von der Bibliothek. Hier werden 67 Kinder im Alter von 2 bis 6 Jahren aus sehr unterschiedlichen Herkunftsfamilien in drei Gruppen betreut. Die Muttersprachen der Familien sind neben Deutsch zurzeit Türkisch, Polnisch, Russisch, Bulgarisch, Arabisch, Kurdisch, Albanisch, Farsi, Persisch, Mazedonisch und Tigrinya. Im Projekt Sprachschatz arbeitet eine Fachkraft der Kita dauerhaft mit, die je nach Bedarf von einer weiteren Kollegin bei der Durchführung der Praxiselemente unterstützt wird.

Kommunales Bildungs- und Integrationszentrum des Kreises Euskirchen (KoBIZ)

Das KoBIZ hat 20 Mitarbeiter*innen, die sich mit den Themen Vielfalt, Diversität, Rassismen, Mehrsprachigkeit und Migration beschäftigen. Es bietet keine klassischen Migrationsberatungen, sondern hilft bei Vernetzung und Unterstützungsstrukturen für Akteure im Handlungsfeld. Die für das Projekt Sprachschatz zuständige Kollegin hat außerdem folgende Tätigkeitsschwerpunkte: Mehrsprachigkeit, Sprachbildung, Elternpartizipation. Darüber hinaus arbeitet sie an einer diversitätssensiblen und vorurteilsbewussten Entwicklung von Systemen und Menschen in den Programmen Rucksack Schule und Kita.

Insgesamt besteht das Sprachschatz-Team Euskirchen demnach aus 5 Akteurinnen in der täglichen Praxis, sowie einer „Organisatorin“ im Hintergrund.
Die Bibliothek und das KoBIZ hatten bereits vorher Kontakt im Rahmen „Runder Tische“ zur Demographie und zur Flüchtlingsarbeit in Euskirchen. Der Kontakt wurde im Rahmen des Ausbaus von „Welcome“-Angeboten durch die Bibliothek intensiviert.
Bibliothek und KiTa hatten schon vor dem Einstieg in das Projekt sporadisch Kontakt bei Bilderbuchkinos und Bibliotheksbesuchen von KiTa-Gruppen. Bibliotheks- und KiTa-Mitarbeiterinnen sind außerdem Kolleginnen als Angestellte der Stadt Euskirchen.

Ziele

Alle Partner-Institutionen erhoffen sich eine tragfähige Vernetzungsstruktur, auch übergreifend zwischen Kommune und Kreis, und dadurch u.a. eine stärkere Wahrnehmbarkeit der Institutionen als Bildungsanbieter. Diese Vernetzung soll nicht nur von persönlichen Kontakten und „Zufällen“ abhängen, sondern auch für die Träger eine gewisse Verbindlichkeit erreichen.
Daneben bedarf es weiterer Qualifizierungen der Mitarbeiterinnen in den Bereichen Interkulturalität, Pädagogik und Medieneinsatz (je nach Institution mit unterschiedlichen Schwerpunkten). Die laufende Weiterqualifizierung kommt im Arbeitsalltag oft zu kurz. Teilweise wird die Dringlichkeit von Freiräumen für solche Maßnahmen auch von den Trägern nicht so hoch wie gewünscht bewertet. Die Teilnahme an einem Projekt soll durch die höhere Verbindlichkeit für alle Beteiligten hier Maßstäbe setzen.
Ziel der Bibliothek ist die strukturierte, verbindliche und langfristige Zusammenarbeit mit Kitas ähnlich wie im Rahmen der Bildungspartnerschaften „Bibliothek und Schule“. Außerdem sollen die „Welcome“-Angebote der Bibliothek für Migranten deutlich erweitert werden, wozu auch mehr Kompetenzen des Personals im Bereich Interkulturalität und Mehrsprachigkeit erforderlich sind.

Das KiTa-Personal soll insbesondere neue Impulse für den Bildungsbereich „Sprache“ durch die intensiven Schulungen erhalten. Der Sprachschatz der Kinder soll sich erweitern und sie sollen damit eine gute Basis für ihr Leben und den Start in die Schule erhalten. Hiervon sollen besonders die vielen Kinder mit Migrationshintergrund profitieren (in der KiTa verfügen ca. 85% aller Kinder über eine andere Muttersprache als Deutsch).

Für das KoBIZ ist die Förderung von Mehrsprachigkeit eines der zentralen Themen. Je früher diese Förderung ansetzt, umso besser vollzieht sich die sprachliche Entwicklung des Kindes sowohl in der Muttersprache als auch in der Zweit- oder Drittsprache. Das Kommunale Integrationszentrum (KI) spielt dabei eine wichtige Rolle bei der Vermittlung von Angeboten zur Entwicklung eines positiven Umgangs mit Mehrsprachigkeit. Diese sind angepasst an die individuellen Bedürfnisse der jeweiligen Einrichtung. Die engere Vernetzung mit der Stadtbibliothek Euskirchen sowie mit der KiTa Nordstraße soll tiefere Einblicke in die Akzeptanz und Wirkung des Einsatzes neuer Medien in der Kinder- und Elternbildungsarbeit geben. Ziel des KoBIZ ist es, die aus dem „Sprachschatz“ gewonnenen Kenntnisse zu multiplizieren und in bestehende Projekte wie z.B. „Rucksack-KiTa“ und „Rucksack-Grundschule“ einfließen zu lassen.

Umsetzung

Das Sprachschatz-Team Euskirchen hat sich auf Vorschulkinder „spezialisiert“. Jeweils ein Schuljahr lang kommt eine feste Gruppe von bis zu 16 Kindern regelmäßig in den Genuss neuer (medien-)pädagogischer Aktivitäten sowohl in der Kita als auch in der Bibliothek. Auch deren Eltern werden mindestens einmal pro Halbjahr eingeladen und einbezogen. Die Kinder werden zu Beginn verbindlich von ihren Eltern zu der Gruppe angemeldet. Das ist allein aufgrund der sehr unterschiedlichen Deutschkenntnisse der Familien schon sowohl bei der Erläuterung der Modalitäten eine Herausforderung, als auch bei Einladungen zu medienpädagogischen Elternnachmittagen in die Bibliothek. Auch die eingeschränkt zur Verfügung stehenden Personalkapazitäten der beteiligten Institutionen machen wechselseitige Besuche und regelmäßig benötigte Planungstreffen nicht einfach. Insgesamt ist der Organisationsaufwand sowohl für die Umsetzung vor Ort, als auch für die mit einem Pilotprojekt verbundenen Dokumentations- und Anwesenheitserfordernisse sehr hoch.
Trotzdem gilt für das Team Euskirchen: hier wird bei jeder Qualifizierungsrunde mit viel Lust Neues ausprobiert und in den Wochen danach sofort praktisch mit den Kindern umgesetzt. Es wurden bereits eine Vielzahl an Modulen durchgeführt: fotografieren und laminieren, Geräusche raten, Stop-Motion Filme erstellen, Kamishibai selbst gestalten, mehrsprachige Bilderbuchkinos erleben, Book Creator App nutzen, interaktive Bücher ausprobieren, Elternnachmittage und vieles mehr. Weitere unterschiedliche Module mit z.B. Schattentheater oder Lego Education sind in Arbeit.

 

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Ausblick

Langsam kristallisieren sich aus Sicht der Bibliothek erste Ideen heraus, wie das Projekt in Zukunft trotz des relativ hohen Arbeitsaufwands nachhaltig auch anderen Kitas zugutekommen könnte. Sicher wird es für die Bibliothek weder personell noch räumlich möglich sein, alle Vorschulkinder aus den 37 Kitas vor Ort (neben den Bildungspartnerangeboten für 22 Schulen) regelmäßig zu „bespaßen“. Wir denken eher an Multiplikatorenschulungen für das Personal der Kitas und Bereitstellung von Technik, Medien und Knowhow. Mehr soll aber hier noch nicht verraten werden…

Stand September 2018 J. Rittel Stadtbibliothek Euskirchen

Nachrichtenbild
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Vertrag zwischen VG Bild-Kunst und dbv zur Coverabbildung weiter verlängert

Die Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst und der dbv haben sich ein weiteres Mal darauf verständigt, den Vertrag von 2007 über die Nutzung der Buchumschläge/Cover für die elektronischen Kataloge der Mitgliedsbibliotheken bis zum 31.12.2019 zu verlängern.

Eine weitere Verlängerung ist angestrebt. Hierfür wird der dbv im Laufe dieses Jahres eine Erhebung durchführen, um den Umfang der Nutzungen als Basis für die weitere Ausgestaltung und Herleitung eines Vergütungsmodells festzustellen.

Weitere Informationen unter: https://www.bibliotheksverband.de/dbv/vereinbarungen-und-vertraege/kataloganreicherung-vereinbarungen-und-vertraege.html