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Die neu gestaltete Kinderbibliothek (KiBi) in der Stadtbibliothek Aachen

 Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt die Entwicklung Öffentlicher Bibliotheken u.a. durch die finanzielle Förderung von innovativen Projekten. Die Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW stellt in lockerer Reihenfolge interessante Praxisbeispiele aus verschiedenen Förderprogrammen in Form von Gastbeiträgen auf ihrem Blog vor. Der vorliegende Beitrag stellt die Neugestaltung der Kinderbibliothek in der Stadtbibliothek Aachen vor.

Nachdem für die Jugendlichen 2018 mit der youthfactory in der Stadtbibliothek Aachen ein eigener Ort geschaffen wurde, blieb der Raum für die Kinder (bis 12 Jahre) mit einigen Lücken zurück. Die KiBi musste neu aufgestellt werden, um veränderten Anforderungen in den verschiedensten Bereichen gerecht zu werden und für die Zukunft gut aufgestellt zu sein.

Allgemeine Rahmenbedingungen

Das Aachener Bibliothekssystem umfasst neben einer Zentralbibliothek – bestehend aus Erwachsenenbibliothek, Musikbibliothek, Kinder- und Jugendbibliothek – weiterhin den Bücherbus FABIAN, zwei Stadtteilbibliotheken und vier Nebenstellen. Das bibliothekarische Programm der Bibliothek spricht  grundsätzlich Bürgerinnen und Bürger jeden Alters, aller sozialen Schichten und aller Bildungsgrade an.

AachenNach einer langjährigen stabilen Aufwärtsentwicklung sah sich die Stadtbibliothek Aachen mit zurückgehenden Ausleihen in ihren Einrichtungen konfrontiert. Dieser Trend konnte trotz aller bisher unternommenen Schritte zwar eindeutig verlangsamt, aber nicht umgekehrt werden. Dringend galt es daher, noch umfassendere Maßnahmen zu ergreifen, um die verlorenen Leser zurückzuholen, das vorhandene Leserpotenzial zu binden und verstärkt neue Kunden zu gewinnen
die Bibliothek hat den zuständigen Kulturausschuss detailliert über diese Lage informiert und einen umfangreichen Maßnahmenkatalog vorgestellt.

Eine dieser Maßnahmen betraf die Trennung von Kinder- und Jugendbibliothek:
Der Publikumsbereich der Stadtbibliothek Aachen zieht sich über 4 Etagen mit etwa 4100 Quadratmetern. Im Erdgeschoss befand sich die räumlich kombinierte Kinder- und Jugendbibliothek, aus der der Bereich für Jugendliche in einen eigenen räumlich getrennten Bereich – die youthfactory – 2018 umzog.

Zurück blieb eine „gerupfte“ Kinderbibliothek mit einigen Lücken.

Planung

Die Planungen für die KiBi begannen mit verschiedenen Dienstreisen und privaten Besichtigungen.

Dabei war zu bedenken: Die KiBi musste Platz abgeben, den sie an anderer Stelle mit der neuen youthfactory bereits dazu bekommen hatte und für Veranstaltungen einen Platz finden, da diese aus dem im Haus vorhandenen „Veranstaltungspavillon“ ausziehen sollten. Ein nicht ganz einfaches Unterfangen, denn der schönste Bereich der KiBi, die Bilderbuchecke, bot sich zwar gemäß der Zielgruppe an, war aber aufgrund der großen Fenster mit Blick in den Lesegarten und der direkten Nähe zur Verbuchungstheke weder zu verdunkeln, noch ausreichend lärmschutzmäßig zu dämmen, um den kleinen, sehr beliebten Formaten wie Bilderbuchkinos ein ruhiges gemütliches Umfeld zu bieten.

Da die Sachbücher ohnehin umziehen mussten, wurde über ein Lerncenter nachgedacht, dass sich dann aber um die bereits vorhandenen PC-Arbeitsplätze gruppieren sollte. Der Zeitschriftenschrank war zu klobig, zu schäbig und eine attraktivere Präsentation der Zeitschriftenhefte war wünschenswert. Die Möblierung der Bilderbuchecke wies aufgrund der intensiven Nutzung nicht unerhebliche Gebrauchsspuren auf und besondere Formate wie Tiptoi brauchten eine eigene Präsentation.
Bei allen Überlegungen spielte auch der Lärmschutz aufgrund der unmittelbaren Nähe der KiBi zum Erwachsenenbereich eine Rolle.

Für die zahlreichen Kitas, mit denen die KiBi gut zusammenarbeitet, sollte eine Alternative zu den Themen-Medienboxen gefunden werden, für deren Abtransport in der Regel ein Auto nötig ist, was den Erzieherinnen nicht immer zur Verfügung steht.
Und da die „Großen“ in der youthfactory eine PS 4 zum Spielen zur Verfügung haben, sollte auch für die „Kleinen“ ein Angebot gemacht werden. Viele Fragen und Ideen – was jetzt noch fehlte, waren die nötigen Mittel.

Im November 2017 stellte die Stadtbibliothek Aachen einen Antrag auf Förderung bei der Bezirksregierung Düsseldorf und bekam ein positives Signal.

Im November 2017 stellte die Stadtbibliothek Aachen einen Antrag auf Förderung bei der Bezirksregierung Düsseldorf und bekam ein positives Signal.

Umsetzung

Der Zuwendungsbescheid kam Anfang Mai 2018 und die Arbeit begann.

Alle MitarbeiterInnen des Hauses wurden informiert und auf dem Laufenden gehalten durch die Vorstellung auf einer Dienstbesprechung und unzähligen e-mails. Viele waren auf ganz unterschiedliche Weise bei kleinen und großen Problemen und Arbeitsabläufen mit eingebunden.

AachenDie Kinder und ihre Begleitpersonen wurden nach und nach informiert über Beschilderungen und die Beratungsplätze vor Ort (Wo sind denn jetzt die Bücher
ab 10?…), denn über die Hälfte der Kinderbibliothek musste im laufenden Betrieb komplett umgeräumt werden.

Hinter den Kulissen wurden die Ausschreibungen vorbereitet und das Gebäudemanagement mit einbezogen. Nach verschiedenen Besprechungen, Sichtung von Katalogen und Diskussionen stand die Richtung fest:

  • Der Veranstaltungsbereich wurde in einem ruhigeren hinteren Bereich eingerichtet, mit einem hohen Regal zum Erwachsenenbereich abgetrennt und mit einer Bereichsinzenierung dekoriert.
  • Der gute alte Diaprojektor hat ausgedient und die Bilderbuchkinos werden mit moderner Technik vorgeführt.
  • Dabei erfüllte sich der zweite große Wunsch der Servicebereichsleiterin  – ein Podest.
  • Das Lerncenter wurde mit kleinen flexiblen Arbeitstischen ausgestattet, die sich leicht zu größeren Einheiten zusammen „rollen“ lassen.
  • Die Zeitschriftenhefte fanden ihren Platz mitten im Bereich der Erzählungen, wo sie erstaunlicherweise besser gesehen und gerne mitgenommen werden.
  • Für die Bilderbuchecke wurden neue Möbel angeschafft – bequeme Sitzbänke für die Erwachsenen, kleine Stühle für die Kinder, eine Bank rund um den vorhandenen Holzbaum, Bilderbuchregale für die Präsentation von Tiptoi-Büchern und eine Willkommensecke mit fremdsprachigen Bilderbüchern.Aachen
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  • Dringend benötigter Stauraum für Veranstaltungsmedien, Führungskisten und Pflege für die Kleinsten (Windeln, Feuchttücher, Tempos …) wurde im Veranstaltungsbereich und im Wickelraum geschaffen.
  • Der Medienbestand wurde überarbeitet und die Kinder freuten sich über viele Neuanschaffungen.
  • Mit einer Nintendo Switch können die Kinder jetzt in der KiBi spielen.
  • Eine Rucksackbibliothek wurde eingerichtet, sodass die Erzieherinnen Medien zu einzelnen Themen rückenfreundlich transportieren können.

 

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Im September waren die Arbeiten der Mitarbeiterinnen der Abteilung so  abgeschlossen, dass die Handwerker Einzug halten konnten,  – da verunglückte der zuständige Architekt und musste innerhalb kürzester Zeit vertreten werden. Zum Glück wurde der Bitte um Verlängerung seitens der Bezirksregierung stattgegeben und der vertretende Architekt konnte das Projekt übernehmen und zu Ende bringen.

Die Eröffnungsfeier wurde vorbereitet und die Marketingabteilung lief zu Hochtouren auf. In einem lokalen Familienmagazin (KingKalli) und einem Monatsmagazin (Bad Aachen) erschien zunächst ein Presseartikel mit Foto. In Bad Aachen wurde eine Anzeige geschaltet.

Eröffnung

Zur offiziellen Eröffnung am 07.02.2019 erschien die lokale Presse, Radio (WDR, Antenne AC) und das WDR-Fernsehen, um zusammen mit der Kulturdezernentin Frau Schwier die neue gestaltete KiBi in Augenschein zu nehmen und sich zu freuen.

Mit dem Illustrator Silvio Neuendorf (Käpt’n Sharky), einer Candybar, Bastelaktionen und einem Glücksrad wurde mit vielen jungen Gästen gefeiert.

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Fazit

Am Ende eines langen Wegs steht neben einer sehr erfolgreichen youthfactory eine rundum erneuerte schöne KiBi  in der Stadtbibliothek Aachen.

Aachen extraViel Arbeit neben den weiterlaufenden Aufgaben und Routinetätigkeiten, die in einer erfolgreichen Kinder- und Jugendbibliothek so anfallen – ohne zusätzliches Personal und mit allen kleineren und größeren Problemen und Katastrophen, die sich durch ein Arbeitsjahr ziehen – und vor allem mit furchtlosen, kreativen, fleißigen MitarbeiterInnen, die ihre Zielgruppe lieben.

Bleibt zu wünschen, dass sich die kleinen und großen Gäste auch in den nächsten Jahren wohlfühlen in ihrer KiBi und ihrer youthfactory.

Doch zunächst: Herzlichen Glückwunsch – KiBi !

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Die Stadtbibliothek Aachen stellt sich vor:

Aachen ist eine Großstadt direkt an der Grenze zu Belgien und den Niederlanden. Mit knapp 250.000 Einwohnern ist Aachen eine der größten Städte im Regierungsbezirk Köln. Die Stadtbibliothek hat zwei Zweigstellen und vier Nebenstellen. Die Zentralbibliothek liegt zentral in der Stadt. Darüber hinaus unterhält die Stadtbibliothek einen Bücherbus mit 20 Haltestelle innerhalb der Stadt. Durch vergangene Projekte entwickelte sich die Stadtbibliothek in den letzten Jahren mehr und mehr zu einem Aufenthaltsort für die Nutzer der Stadt Aachen. Durch Kooperationen wie dem Kulturbus der Stadt Aachen und anderen ist ein abwechslungsreiches Veranstaltungsangebot entstanden. Neben Kinderveranstaltungen gibt es historisch – Informative Veranstaltungen, Führungen, Kreativworkshops und eine regelmäßige Besprechung des Buchkritikers Denis Schenk zu den neusten Veröffentlichungen der letzten Monate..

Ansprechpartnerin:

Birgit Schebben
Stadtbibliothek Aachen

Tel.: 0241/432 38904
Fax: 0241/432 38697
birgit.schebben[at]mail.aachen.de

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Der „Rote Faden“ geht in die 4. Runde – Anmeldung ab sofort möglich

Die Fortbildung „Den roten Faden finden – wir entwickeln eine Bibliotheksstrategie“ geht in die nächste Runde.
Nach den erfolgreichen Durchläufe von 2016/2017, 2017/2018 und 2018/2019 wird es von März 2020 bis Dezember 2020 die vierte Fortbildungsrunde geben.

Wie schon in der letzten Runde können sich Bibliotheken von 0,5-15 VZÄ für die Fortbildung bewerben. Insgesamt stehen 10 Plätze zur Verfügung. Jede Bibliothek kann mit maximal 2 Personen an der Fortbildung teilnehmen.

Wir freuen uns, dass wir wieder Frau Sonja Bluhm und Herrn Andreas Mittrowann als Trainerin und Strategieberater für die Betreuung der Fortbildung gewinnen konnten. Zusätzlich wird die Fortbildung durch eine Kommunikationstrainerin für ein Präsentationstraining unterstützt.

Jede Bibliothek schreibt in der Fortbildung ein eigenes Bibliothekskonzept und wird dabei durch Frau Bluhm, Herrn Mittrowann und uns unterstützt.
Mehr Informationen finden Sie auf der Seite unseres Kooperationspartners ZBIW der TH Köln in der offiziellen Ausschreibung.

Bei Fragen zur Fortbildung können Sie sich gerne auch per Mail oder telefonisch an uns wenden:

Anja Hollmann
E-Mail: anja.hollmann[at]brd.nrw.de
Tel.: 0211/475-5862

Sarah Hollendiek
E-Mail: sarah.hollendiek[at]brd.nrw.de
Tel.: 0211/475-5760

Cornelia Pohl
E-Mail: cornelia.pohl[at]brd.nrw.de
Tel.: 0211/475-4656

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„Digital Kids“ in der Stadtbibliothek Paderborn

Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt die Entwicklung Öffentlicher Bibliotheken u. a. durch die finanzielle Förderung von innovativen Projekten. Die Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW stellt in lockerer Reihenfolge interessante Praxisbeispiele aus verschiedenen Förderprogrammen in Form von Gastbeiträgen auf ihrem Blog vor. Der vorliegende Beitrag stellt das neue Angebot „Deine Inspiration“ in der Stadtbibliothek Paderborn vor.

Ausgangssituation

Die Stadtbibliothek Paderborn hat seit 2014 ihr Bibliothekskonzept umgestellt auf das dänische „4-Räume-Modell“. Die Stadtbibliothek hat daraus 3 Räume übernommen: Lernraum, Treffpunkt und Inspiration.
2014 hat die Stadtbibliothek als Erstes den Lernraum Bibliothek umgesetzt. Das Projekt war richtungsweisend für die weitere Entwicklung der Bibliothek. Mit einer Veranstaltungsreihe zum Thema „Treffpunkt Bibliothek“ und „Lernraum Bibliothek“ haben die Paderborner Kunden die neuen Angebote der Bibliothek sehr gut angenommen.

Seit mehr als 10 Jahren bietet die Stadtbibliothek Paderborn in der Kinder- und Computerbibliothek ein Experimentarium an. Im Experimentarium werden Kindern spielerisch naturwissenschaftliche Vorgänge vermittelt. Das Projekt „Digital Kids“ soll daran anknüpfend Kindern über Spielen, Tüfteln und vor allem Spaß ein Verständnis für die digitale Welt der Zukunft vermitteln.

Planung

Auch in der Stadtbibliothek Paderborn ist die Digitalisierung sowohl in internen Arbeitsabläufen als auch im Angebot für unsere Nutzer unabhängig vom Alter mittlerweile Alltag.

Doch ist der frühe Umgang mit digitalen Medien schädlich für Kinder? Oder eröffnet er neue Chancen im Bildungsbereich? Oder sollte gar das Prinzip gelten: Je früher, desto besser, um in der Zukunft bestehen zu können? Eins war für uns entscheidend: Wichtig bei der frühzeitigen Mediennutzung ist, dass Erwachsene die ersten Erfahrungen im Umgang mit Medien stets begleiten.

Aus diesen Überlegungen entwickelten wir das Konzept für unser Projekt “Digital Kids”.

Kindergartenkinder und Schüler der ersten und zweiten Klasse sollen spielerisch das Konzept des Codings erlernen: mit einfachen programmierbaren Robotern, wie BeeBots und Dash. Für die gleiche Zielgruppe werden analoge und digitale Medien verbunden über Angebote wie Bilderbuchapps auf Tablets, Tonie-Boxen und Tiptoi-Stiften. Der Medienbestand soll durch spezifische Kindermedien und Programmieranleitungen für Kids ergänzt und das Projekt zusätzlich durch verschiedene Veranstaltungen erweitert.

Realisierung des ProjektesLandesförderung 2018 in Bearbeitung

Zum Projektbeginn starteten wir mit der Anschaffung von Medien und den technischen Geräten. Dazu gehörten Roboter wie Dash, Dot, Cubetto und Beebot, interaktive Medienpakete wie Tiptoi, Bookii, Tonie-Boxen und Tonie-Figuren und Programmier-Lern-Hilfen wie Calliope Mini und MakeyMakey. Außerdem gab es neue Tablets mit Lern-Apps und dazu passenden Büchern. Die ersten praktischen Erfahrungen mit diesen neuen Dingen war für uns spannend, unterhaltsam und lehrreich.

Während dieser Phase des Kennenlernens entwickelten wir weitere Ideen zur Umsetzung im Alltag –Landesförderung 2018 in Bearbeitung zum Beispiel die Erweiterung von thematischen Teppichen für die Beebots.

Im zweiten Schritt wurde verschiedensten Zielgruppen in drei Workshops die Möglichkeit gegeben, das neue Angebot kennenzulernen und auszuprobieren.
Dazu wurde ein externes Expertenteam engagiert, die mit einem didaktisch ausgearbeitetem Konzept spannende und lehrreiche Nachmittage für Erzieherinnen, Lehrerinnen und Eltern mit Kindern durchführten. Alle hatten viel Spaß und hätten Cubetto und Beebot gerne sofort mit nach Hause genommen.

Der dritte und letzte Schritt war die praktische Umsetzung im Bibliotheksalltag. Kaum waren Tonieboxen, Beebots und Co. im Regal, waren sie auch schon weg.

Die Resonanz war überwältigend. Es mussten noch mehr Tonieboxen und Beebots nachgekauft werden. Die Umsetzung des regelmäßigen Veranstaltungsangebotes musste schnell realisiert werden. Seit dem wandern mit unserem Bibliotheksmaskottchen Mampfred nun Beebots und Bilderbuchapps in die Kooperations-Kitas. Mit dem #DigitalDienstag wurde ein wöchentliches Angebot für alle Interessierten ins Leben gerufen, bei dem immer wieder wechselnde Angebote von den Kindern entdeckt und genutzt werden können.Landesförderung 2018 in Bearbeitung

Fazit

In der bisherigen Reflexion ist das Projekt “DigitalKids” ein voller Erfolg. Das anhaltende Interesse, sowohl an den Medien als auch den Veranstaltungen, bestärkt dies. Wir sind davon überzeugt, dass das Thema Digitalisierung schon für Kinder ab 4 Jahren mit attraktiven und altersgemäßen Angeboten und einer pädagogischen, spielerischen Anleitung sinnvoll ist.

Spaß bringt es für Kinder, Erwachsene und Bibliotheksmitarbeiter.


Die Stadtbibliothek Paderborn stellt sich vor:

Paderborn liegt nicht nur geografisch in der Mitte des Paderborner Landes, die mehr als 150.000 Einwohner zählende Universitätsstadt ist auch wirtschaftliches und kulturelles Zentrum eines Gebiets, das weit über die Grenzen des Paderborner Landes hinausreicht. Dank der enormen Entwicklung in den letzten Jahrzehnten zeigt sich Paderborn heute als lebendige, aber immer noch überschaubare Großstadt. Die Stadtbibliothek Paderborn ist in kommunaler Trägerschaft und hat 4 Standorte (Zentralbibliothek, Kinder- und Computerbibliothek, Schul- und Stadtteilbibliothek Elsen, Schul- und Stadtteilbibliothek Schloß Neuhaus). Mit über 110.000 Medien im Bestand und über 600 Veranstaltungen im Jahr 2018 im Jahr bietet die Stadtbibliothek ihren Nutzern ein umfassendes Angebot.

Ansprechpartner:
Katrin Stroth
Stadtbibliothek Paderborn
Am Rothoborn 1
33098 Paderborn
Tel. 05251-881166
k.stroth[at]paderborn.de

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„Platt, aber glücklich!“ – der Rote Faden 2018/2019 ist gesponnen

Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt die Öffentlicher Bibliotheken u.a. durch die finanzielle Förderung und Organisation von Fortbildungen. Dieser Beitrag wurde von dem Strategieberater Andreas Mittrowann geschrieben, der die vom Land Nordrhein-Westfalen finanzierte Fortbildung „den roten Faden finden – wir entwickeln eine Bibliotheksstrategie“ begleitet.

Mittrowann_Autorenfoto_19_10_08Am 24. und 25. September 2019 fand in Düsseldorf der Abschluss-Workshop für die Fortbildungsreihe „Den Roten Faden finden – Wir entwickeln eine Bibliotheksstrategie“ der Fachstelle für Öffentlichen Bibliotheken NRW in Kooperation mit dem ZBIW Köln statt. Die 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus öffentlichen kommunalen und kirchlichen Bibliotheken konnten während des ersten Tages zunächst die Vermittlung ihrer fertiggestellten Bibliothekskonzeptionen an Entscheider, Partner oder die Öffentlichkeit üben und wurden dabei von den beiden erfahrenen Kommunikationstrainnerinnen Christiane Brockerhoff und Marion Creß unterstützt. Ziel war es, eine Präsentation innerhalb von 5 bis 7 Minuten zu den wesentlichen Inhalten der Strategie zu erarbeiten. In einem zweiten Schritt bestand die spannende Herausforderung darin, dieses Ergebnis dann in einer noch weiter komprimierten Version von zwei Minuten zu bündeln – immer mit dem Ziel, die wesentlichen Aussagen in einer überzeugenden Kombination aus Inhalten, Rhetorik und Körpersprache zu vermitteln. In ihrem Feedback hoben die Teilnehmer/innen besonders den wichtigen Übungseffekt und die praktischen Tipps durch die Trainerinnen hervor. Fazit: „Weniger ist mehr!“.

Am zweiten und letzten Tag stand dann der Abschluss mit den Strategie-Coaches Sonja Bluhm und Andreas Mittrowann im Mittelpunkt: Dabei ging es zunächst um ein letztes Feedback zu den erstellten Gesamtkonzeptionen und ihre „Highlights“ sowie um die nächsten Schritte: Welche Werkzeuge kann ich nutzen, um die Umsetzung der Konzeption zu einem nachhaltigen Erfolg zu gestalten? Zu den Antworten auf diese Frage zählten unter anderem die Tools „Road Map“ und „Kanban“. Im zweiten Teil standen dann erneut die Kurzpräsentationen der Teilnehmer/innen mit ihren Weiterentwicklungen vom Vortag im Mittelpunkt sowie das Feedback durch die Gruppe und die Coaches.

Besonders begeistert waren das Team der Fachstelle und die Coaches von der Qualität der erarbeiteten Konzepte, die unter anderem die wichtigen Bausteine Bibliotheksvision, Ist- und Umfeldanalyse sowie Handlungsfelder und Zielstellungen enthalten. Dabei kommt es nicht immer nur auf die Papierform an, sondern auch auf den inhaltlichen Klärungsprozess. So berichtete eine Bibliotheksleiterin begeistert, dass bereits vor Abgabe der Konzeption zwei Teilzeitstellen genehmigt worden seien, da sie selbst die künftige Ausrichtung der Bibliothek überzeugend habe darstellen können. Weitere Bibliotheken aus dem Teilnehmerkreis konnten bereits von erfolgreichen Präsentationen in den städtischen Gremien berichten

Und das Resümee auf die Workshop-Reihe insgesamt? „Dranbleiben lohnt sich!“ – so nur eine der zahlreichen Rückmeldungen aus dem Kreis der Teilnehmer/innen. „Sicherheit für die Argumentation“, „Team: motiviert“, „Rückhalt: positives Feedback in der Gruppe“ oder „Wir hatten Spaß und Pilgerbier“ sind nur einige weitere der erfreulichen Äußerungen zu dieser dritten Durchführung der Workshop-Serie. Besonders gefreut haben wir uns natürlich sowohl seitens der Fachstelle als auch der Coaches über die Aussage „Tolle Zusammenarbeit und Unterstützung in allen Phasen!“. Die Übergabe der Zertifikate und ein (alkoholfreier) Cocktail rundeten den Tag und die Serie ab. Besser als in dem Teilnehmer-Zitat „Platt, aber glücklich“ können wir es nicht zusammenfassen…

Die gute Nachricht zum Schluss: Auch 2020 wird es einen Roten Faden geben! Die Informationen dazu erhalten Sie demnächst auf diesem Blog und weiteren Kanälen. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

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Auf dem Weg in neue Welten

Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt die Entwicklung Öffentlicher Bibliotheken u.a. durch die finanzielle Förderung von innovativen Projekten. Die Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW stellt in lockerer Reihenfolge interessante Praxisbeispiele aus verschiedenen Förderprogrammen in Form von Gastbeiträgen auf ihrem Blog vor. Der vorliegende Beitrag stellt das Projekt „Digitale Welten – Digital Area“ in der Stadtbibliothek Aachen vor.

Die Digitalisierung hat längst unsere Art zu kommunizieren und unseren Alltag verändert. Um den Blick von Unsicherheiten und Ängsten hin zu den großen Chancen der digitalen Zukunft zu richten, startete die Stadtbibliothek Aachen dieses Projekt. Mit dem Ausbau der vorhandenen digitalen Angebote schafft sie in der neuen „Digital Area“ die Möglichkeit, an dieser Lebenswelt teilzuhaben.

Nach konzeptionellen Vorüberlegungen konnte im Frühjahr 2018 mit der konkreten Umsetzung begonnen werden. Dabei wurde im Erdgeschoß der Zentralbibliothek eine eigene Zone geschaffen, in der die neuen digitalen Angebote präsentiert werden und die virtuellen Welten kennen gelernt werden können:

  • eCircle (Browsen im Onleihe-Bestand),
  • Pressreader (digitaler Kiosk)
  • Film- und AudioBar (Digitalisieren von analogen Audio- und Videomedien aus dem Privatbesitz)
  • VirtualReality-Station (spielerisches virtuelles Lernen in 3D)
  • iPads (Vorstellen von Apps)

eCircle

Seit vielen Jahren ist die Stadtbibliothek Teilnehmerin der Onleihe in einem Verbund von 14 Bibliotheken. Stetig steigende Ausleihzahlen sprechen für die Attraktivität des Angebotes. Bislang blieben dem Kunden allerdings die digitalen Bestände gegenüber den physischen Medien beim Browsen am Regal weitestgehend (bis auf vereinzelte QR-Verweise) verborgen.

Wir den auffällig roten eCircle in unmittelbarer Nähe des Eingangsbereichs platziert. So macht die Stadtbibliothek nun zusätzlich auf eine sehr werbewirksame Weise auf ihr eMedien-Angebot aufmerksam, auch in der Hoffnung viele neue Kunden für das Angebot zu begeistern. Das Display mit den vorbeilaufenden Buchcovern, dem Coverflow, weckt die Neugierde der Kund*innen und lädt zum Stöbern und Ausprobieren ein.

eCircle

eCircle

Auf dem Startbildschirm werden die verfügbaren eMedien angezeigt und können über den Touchscreen direkt ausgeliehen werden. Die Medien befinden sich sofort im eMedien-Konto des Kunden und können von dort jederzeit innerhalb der Leihfrist auf den eigenen PC oder ein Mobilgerät heruntergeladen und genutzt werden. Ebenso sind auch Vormerkungen möglich.

Ein weiterer Vorteil des eCircles besteht darin, dass eventuell auftretende Fragen der Kund*innen hinsichtlich der Nutzung des Systems unmittelbar vor Ort und sehr anschaulich geklärt werden können.

Unsere ersten Erfahrungen zeigen, dass die Neugierde der Kund*innen, sowohl der bereits langjährigen als auch der Neulinge, geweckt wird und sie sich gerne mit dem System vertraut machen.

FilmBar / AudioBar

Viele analoge „Schätzchen“ – Schallplatten, Musikkassetten und VHS-Videokassetten ruhen bei den Kunden daheim in den Medienregalen, wobei das technische Equipment zur weiteren Nutzung inzwischen ganz fehlt oder nicht mehr funktionsfähig ist. Deshalb hat die Bibliothek zwei Arbeitsplätze zum Digitalisieren solcher Medien eingerichtet. Bei der Anschaffung der in Frage kommenden Geräte wurde Wert darauf gelegt, dass sie möglichst einfach – und eigenständig durch die Nutzer zu bedienen sind. Eine Lösung, die eine Weiterbearbeitung mittels PC erfordert, schied daher von vorn herein aus.

FilmBar zum Digitalisieren von Videokassetten

FilmBar zum Digitalisieren von Videokassetten

Für die FilmBar haben wir uns – nach Marktsichtung und Vergleich der wenigen für diesen Einsatz angebotenen Geräte – für einen Video-DVD-Recorder entschieden, der das Kopieren von VHS-Kassetten auf DVDs (DVD-R oder DVD-RW) erlaubt. Als Bildschirm steht ein 24-Zoll-Fernseher zur Verfügung.

FilmBar zum Digitalisieren von Kassetten

AudioBar zum Digitalisieren von Kassetten und Schallplatten

Für die AudioBar haben wir ein Kombigerät angeschafft, das sowohl das Digitalisieren von Schallplatten als auch von Musikkassetten ermöglicht. Auch hier können die Kunden ihre privaten Schallplatten und/oder Musikkassetten eigenständig auf CDs (CD-R oder CD-RW) brennen.

Beide Angebote stehen während der Öffnungszeiten der Bibliothek zur Verfügung. Interessierte Bibliothekskund*innen erhalten gegen Hinterlegung ihres gültigen Benutzerausweises eine Box ausgehändigt, die alles benötigte Zubehör für die jeweilige „Bar“ (z.B. eine Kurzbedienungsanleitung, evtl. nötige Fernbedienungen, Kopfhörer) enthält. Die leeren DVD- oder CD-Rohlinge müssen mitgebracht werden. Das Digitalisieren der Medien ist zeitaufwändig, da es keine Möglichkeit der „Schnellkopie“ bei diesen Medien gibt. Das Endergebnis ist von der Qualität der analogen Vorlagen abhängig – aus Videos oder Musikkassetten, die jahrelang unbenutzt herumlagen, werden keine digitalen HD-Kopien.

Nach dem Erscheinen der ersten Presseberichte erreichen uns laufend Anfragen zu den beiden Digitalisierungsstationen.

PressReader

Die Stadtbibliothek Aachen bietet seit 2018 über das Online-Presseportal „PressReader“ den Zugang zu über 7000 Zeitungen und Zeitschriften aus 120 Ländern an. Die Volltexte können im Original-Layout gelesen werden. Die Textbeiträge sind ausdruckbar und automatisch übersetz- bzw. vorlesbar. Einzelne Berichte lassen sich sogar über Social-Media-Kanäle teilen.

PressReader-Leseplatz

PressReader-Leseplatz

Im Eingangsbereich der Zentralbibliothek lädt ein Bildschirmleseplatz dazu ein, in den Magazinen zu blättern. Dies kann ohne Benutzerausweis geschehen. Darüber hinaus findet sich Pressreader auf allen Internetrechnern im Publikumsbereich. Wer den Zugang unabhängig vom Aufenthaltsort auf seinem eigenen mobilen Gerät nutzen will, kann dies nach einer Registrierung in der Zentralbibliothek für 7 Tage mit der App. PressReader-Anleitungen wurden aus “Komm-An-NRW 2018“-Mitteln ins Arabische, Englische, Französische und Türkische übersetzt.

Mit der Bereitstellung des PressReaders verfügt die Stadtbibliothek Aachen über eine Ergänzung des deutsch- und fremdsprachigen Medienbestandes. Es erweitert den konventionellen Zeitungs- und Zeitschriftenbestand um digitale Presseerzeugnisse weltweit.

Der PressReader ist inzwischen Bestandteil von Auskunftsfragen und erreicht Einheimische und in- wie ausländische Zugewanderte. Damit leistet die Stadtbibliothek Aachen einen Beitrag zur demokratischen Meinungsbildung und zur Integration.

Die Möglichkeiten des PressReaders veranschaulicht auch ein Film.

Virtual Reality

Das Angebot von Virtual Reality in der Stadtbibliothek Aachen bietet die Möglichkeit, in einer geschützten Umgebung eigenständig und ohne finanzielle Bindung eine neue Form der Wahrnehmung kennenzulernen. Bei dieser Technik taucht der Besucher mittels einer speziellen VR-Brille in eine virtuelle Welt ein, es werden realitätsnahe Bilder dargestellt, die dem Nutzer vermitteln, selbst mitten im Geschehen zu sein.

Die VR-Station besteht aus:

  • Einem über den örtlichen Handel beschafften leistungsfähigen Spiele-PC, eingerichtet für die Spieleplattform „Steam“ und das VR-System des Herstellers HTC
  • Der nötigen VR-Hardware:
    • Der VR-Brille HTC Vive Pro, die drahtlos mit dem PC verbunden ist
    • Zwei Basisstationen, die die Position von Brille und Spieler im Raum orten.
    • Zwei Hand-Controllern, mit denen interagiert werden kann.
  • Zusätzlich ist ein großer Monitor angeschlossen, um auch als Zuschauer das Geschehen mitverfolgen zu können.

Die Bibliothek hat eine Auswahl aus dem riesigen Angebot von Anwendungen getroffen, von simulierten Tauchgängen im Meer über virtuelle Erkundungen realer Orte wie einer ägyptischen Grabkammer oder dem Mount Everest bis hin zu dreidimensionalen Zeichenprogrammen oder Geschicklichkeitsspielen.

Voraussetzungen für die eigenständige Nutzung sind nur der Besitz eines gültigen Benutzerausweises der Stadtbibliothek und ein Mindestalter von 16 Jahren. Eine Terminabsprache ist möglich, aber nicht zwingend.

Ein Team von Mitarbeitern hat sich mit der Technik und den VR-Anwendungen vertraut gemacht. Kurze Einführungen für interessierte Kunden sind vorgesehen.

iPads

Die Bibliothek stellt iPads zum Ausprobieren von unterschiedlichen Apps – als Ergänzung zum konventionellen Medienbestand – für die Kunden zur Verfügung. Die iPads können auch in Bibliotheksführungen eingesetzt werden.

Fazit

Über eine Nutzung der „Digitalen Welten“ kann noch nicht abschließend und übergreifend berichtet werden, da die einzelnen Bereiche nicht gleichzeitig in die Realität umgesetzt wurden. Als Erstes wurde der PressReader in Betrieb genommen. Danach wurde der eCircle – als Ergänzung zu der schon seit Jahren erfolgreich laufenden Onleihe – umgesetzt. Zuletzt kamen das VR-Angebot, die Film- und AudioBar sowie iPads hinzu. Am 24. Januar 2019 fand eine Pressekonferenz zu der „Digital Area“ statt. Das erste Echo unter den Kunden lässt erkennen, dass alle neuen Angebote begeistert angenommen werden.

Digitale Angebote sind keine Selbstläufer und müssen vermittelt werden. Außer der Hilfestellung während der täglichen Beratung sind auch zielgruppenspezifische Einführungen geplant. Nicht zuletzt die Erfahrungen mit dem PressReader zeigen, dass – wer die Angebote kennt – begeistert ist und die Möglichkeiten sofort für sich nutzen möchte. Die Stadtbibliothek wird weiterhin diese Angebote möglichst vielen potentiellen Kunden nahebringen durch:

  • Anschreiben und persönliche Ansprache von entsprechenden Zielgruppen (z.B. Migrationsorganisa-tionen, Sprachenlehrer in Schulen und Weiterbildungseinrichtungen, Dialog-in-Deutsch © Gruppen)
  • gezieltes Erwähnen einzelner Angebote bei Führungen
  • optische Anreize (PressReader-Teppichmatte, Tischaufsteller, Plakate)
  • Presseartikel und Anzeigen in den Medien

Alle Fotos © Stadtbibliothek Aachen 2019, Foto VR: Mitarbeiter der Bibliothek


Die Stadtbibliothek Aachen stellt sich vor

Aachen ist eine kreisfreie Großstadt im Regierungsbezirk Köln mit etwa 257.000 Einwohnern. Die Stadtbibliothek besitzt 8 Standorte, auf die sich 57 Beschäftigte aufteilen.

Weitere Informationen auf der Webseite der Stadtbibliothek unter:

http://www.aachen.de/DE/stadt_buerger/bildung/oeffentliche_bibliothek/index.html

Die Facebookseite der Stadtbibliothek Aachen:

https://www.facebook.com/Stadtbibliothek-Aachen-100512810019757/

Ansprechpartner:

Manfred Sawallich
Stadtbibliothek Aachen
Couvenstr. 15
52062 Aachen
E-Mail: manfred.sawallich[at]mail.aachen.de

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Fortsetzung „Make IT 2018“- Mobiles Makerspace der Stadtbibliothek Greven

Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt die Entwicklung Öffentlicher Bibliotheken u.a. durch die finanzielle Förderung von innovativen Projekten. Die Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW stellt in lockerer Reihenfolge interessante Praxisbeispiele aus verschiedenen Förderprogrammen in Form von Gastbeiträgen auf ihrem Blog vor. Der vorliegende Beitrag stellt das Konzept „Make IT“ der Stadtbibliothek Greven vor, in welchem es darum geht, Kinder spielerisch für Making und Programmieren zu begeistern.

Make IT 2018 ergänzt das Projekt aus 2017, dass sich vorrangig mit dem Einsatz von Digitalen Tools in Grundschulen beschäftigte. 2018 haben wir dieses Thema um Angebote für Kitas und weiterführende Schulen erweitert. So konnten in 2018 47 Workshops und Fortbildungen für Schülerinnen, für Lehrerinnen, Erzieherinnen und Kolleginnen aus anderen Bibliotheken durchgeführt werden.

Landesförderung 2018 in Bearbeitung

Logo des Make IT-Projekts

Neue Tools / Laptops und Tablets

Aus Projektmitteln wurden 2018 drei Thymiokoffer mit je sechs Wireless Thymios angeschafft, außerdem ein Koffer mit 12 Ozobot EVOs und zwei BeeBot-Sets incl. Ladestationen.
Alle Koffer werden an Schulen ausgeliehen. Zum Start testen Medienberater im Kreis Steinfurt die Tools mit Schülern. Sie haben vorhandene Konzepte geprüft und eigene Unterrichtsvorschläge für Schulen erstellt. Thymios werden für Schüler in der Sekundarstufe 1 empfohlen. Eine Anleitung ist online zu finden. Von den Konzepten profitiert die Stadtbibliothek bei Make IT – Tagen und bei Workshops. Geplant ist z.B. ein Lightpainting-Workshop im Rahmen des SommerLeseClubs mit Thymios.

Landesförderung 2018 in Bearbeitung

Neuer Laptops und Thymio-Roboter

Außerdem hat die Bibliothek mit Projektmitteln zwei Laptops und fünf iPads angeschafft. Mithilfe von Eigenmitteln wurden weitere fünf iPads gekauft. Mit den inzwischen vorhandenen vier Laptops und aktuell 17 Tablets können in der Stadtbibliothek größere Lerngruppen arbeiten und auch Sonderaktionen wie die Make IT-Tage oder Nacht der Bibliotheken stattfinden.

Fortbildung des Teams

Wenn wir über unser Make IT Projekt berichten oder angefragt werden, werden wir immer wieder gefragt, wie wir für die Fortbildung des Teams sorgen.
Unter anderem werden in kleineren und größeren Teamrunden regelmäßig neue Tools und Techniken vorgestellt.
Bei den vielen Workshops und Fortbildungen der Bibliothek sind immer Mitglieder des Teams dabei. So werden einzelne Kolleg*innen Experten für einzelne Tools und geben ihr Wissen an andere weiter.
Außerdem dürfen alle Mitarbeiter Tools und Tablets ausleihen, um Dinge Zuhause auszuprobieren oder um mit Kindern Aktionen durchzuführen (im Freundeskreis, in der Kita, Kindergeburtstag …).

Medienkompetenzrahmen und Nutzung von Apps

Alle Angebote der Bibliothek sind mit Hinweisen auf den neuen Medienkompetenzrahmen NRW (MKR) versehen. Zukünftig wird das mithilfe von Punkten erfolgen, welche jeweils in dem durch ein Angebot abgedeckten Kompetenzbereich im MKR dargestellt werden. Das erleichtert Schulen, die Bibliothek bei der Planung ihres Medienkonzeptes, welches in 2020 fertig gestellt sein muss, einzuplanen.
Bei der „Bepunktung“ ist zu unterscheiden, wie die Tools eingesetzt werden. Für das Beispiel Kahoot-Quiz kann man den Umgang mit Tablets schulen, wenn Schülerinnen ein vorbereitetes Quiz spielen (grüner Punkt). Wenn aber die Schülerinnen selbst ein Kahoot erstellen, sich dafür selbst anmelden, Quellen zur Recherche benennen und Bildrechte wahren können, werden mehr Lernziele erfüllt (abhängig von der Altersstufe).

Landesförderung 2018 in Bearbeitung

Der Medienkompetenzrahmen NRW mit entsprechend bepunkteten Kompetenzbereichen


Aktionen mit Schulklassen und Kita-Gruppen

In Greven haben sich Auftaktworkshops mit Klassen und Gruppen bewährt, in denen wir einen Roboter, eine App oder ein Programm mit der ganzen Klasse ausprobieren. Nach einer kurzen Einführung probieren die Schüler selbst wie es geht. So lernen Schüler und Lehrer den Einstieg in die Nutzung und können das Tool im Unterricht leichter einsetzen. Am Rande ist Zeit, Lehrern Tipps für das weitere Vorgehen zu geben.

Dieses wenden wir an für Robotiktools wie BeeBots, Ozobots, Thymios, für Apps z.B. im Bereich  StopMotion (Trickfilm), GreenScreen (von DoInk) sowie BIPARCOURS, Kahoot, LearningApps, QR-Code Rallyes usw.
Manche Apps wie GreenScreen-Apps lassen sich auf diese Weise mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen nutzen. Alle lernen das Tool zunächst kennen und natürlich sind die späteren Anwendungen unterschiedlich. Beispiel: Foto von einem Kitakind, das auf einem Besen über die Stadt fliegt oder ein Abiturient dreht einen Erklärfilm zu Karl Marx.

Landesförderung 2018 in Bearbeitung

Fotos vor dem Greenscreen

 

Augustinusstunde als Versuchswerkstatt

Vor zwei Jahren hat das fußläufig nur fünf Minuten entfernte Gymnasium Augustinianum eine Differenzierungsstunde für Klasse 5 bis 7 eingeführt. Schülerinnen und Schüler (SuS) ohne Förderbedarf kommen seither zur Forderstunde in die Stadtbibliothek. Die zuständige Lehrerin formuliert in Abstimmung mit der Bibliothek Module zu digitalen Inhalten, zwischen denen die SuS wählen dürfen. Jedes Modul kann ca. 6 Unterrichtsstunden umfassen. Die SuS beschäftigen sich in Gruppen z.B. mit Kahoot, StopMotion, GreenScreen, LearningApps, Biparcours, Thymios, QR-Code-Rallyes etc. Dabei starten die meisten Module mit einer kurzen Anleitung. Anschließend arbeiten die Schülerinnen selbständig. Inzwischen gibt es Schüler-Experten für einzelne Module und diese wiederum leiten die „Neuen“ an.
In fast allen Modulen benötigen die SuS Wissen über den Umgang mit Bild- und Filmrechten. Dies wird regelmäßig thematisiert. Fertigkeiten, wie das Anmelden, Speichern, Exportieren und natürlich das kollaborative Arbeiten werden ebenfalls vermittelt. Regelmäßig werden die Ergebnisse- meistens Medienprodukte- im Plenum vorgeführt.
Da die SuS aus unterschiedlichen Klassen, der 5. bis 7. kommen, verbreiten sich die Kenntnisse schnell weiter. Die beteiligten Lehrer
innen wenden die gewonnen neuen Methoden inzwischen routiniert im sonstigen Unterricht an.
Für das Bibliotheksteam ist die Augustinusstunde ein Glücksfall. Ohne großen zeitlichen Druck konnten wir in diesen Stunden neue Tools mit Schülern ausprobieren, sie sicher Anwenden lernen und erkennen, was gut funktioniert und was sich verbessern lässt. Wir haben auch viel durch die Kreativität der Schüler dazu gelernt.

Landesförderung 2018 in Bearbeitung

Landesförderung 2018 in Bearbeitung

Lehrerinnen und Erzieherinnen: Fort- und Ausbildung

Für Lehrerinnen und Erzieherinnen gibt es viele unterschiedliche Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten.
U. a. können sie neue Tools über in der Stadtbibliothek stattfindenden Auftaktworkshops kennenlernen. Häufig sind Lehrerinnen oder Bibliothekskolleginnen bei den Make IT -Tagen in der Bibliothek anwesend. Ende 2019 wird eine Delegation von 20 chinesischen Lehrern, welche zu Gast beim Zentrum für Lehrerbildung in Münster sind, zu einem der Aktionstage in die Bibliothek kommen. Darüber hinaus finden Informationsgespräche mit einzelnen Lehrern oder Schulleitungen zu Angeboten der Bibliothek statt.
An Fachtagen von Kitas und Schulen in Greven beteiligt sich die Bibliothek mit Workshops und Vorträgen. Möglichkeiten für Fortbildungen bestehen auch immer wieder in Verbindung mit Fachkonferenzen.

Als Referentin waren Sigrid Högemann und Dagmar Schnittker (StB Ibbenbüren) häufig bei Medientagen für Lehrer*innen der Medienberatung NRW aktiv.
Am 6. Juni 2019 hat im Rahmen einer Ringvorlesung #Lehrerbildung digital@kompetent an der Uni Münster ein Vortrag der Medienberaterin Katja Möhring zusammen mit Sigrid Högemann zum Thema „Praktische Umsetzung des Medienkompetenzrahmen in Grundschulen“ stattgefunden.
Seit zwei Jahren machen immer wieder Lehramtsstudenten ihr „Außerschulisches Praktikum“ in der Stadtbibliothek Greven. In ihrer Ausbildung spielen digitale Tools (noch) kaum eine Rolle. Deshalb ist das Make IT-Projekt für sie besonders interessant. Wir würden uns wünschen, dass viele Bibliotheken Lehramtsstudenten als Praktikanten annähmen. Das könnte die Verbindung von Schule und Bibliothek nachhaltig stärken (Anm. der Red.: Lehramtsstudenten leisten während des Bachelorstudiums ein mindestens vier­wöchiges – in der Regel außer­schulisches – Berufs­feldpraktikum ab. Sie werden in dieser Phase von Zentren für schulpraktische Lehrerausbildung (ZfsLs) betreut. Wenn man einen Praktikumsplatz anbieten möchte, kann man sich in dafür bereitgestellten Datenbanken der ZfsLs eintragen lassen, aus welchen die Studenten dann auswählen können).


Außerschulische Workshops und Aktionstage

Die neuen Tools können in der Regel von Privatnutzern nicht ausgeliehen werden. Damit sie jedoch auch einen Zugang zu den Geräten haben, bietet die Stadtbibliothek Greven immer wieder offene Aktionen und Workshops an.
Einmal im Monat findet der Make IT – Tag statt. Mit  zwischen 70 und 200 Besuchern werden die sehr gut angenommen. Viele Erwachsene, insbesondere viele Väter kommen mit ihren Kindern oder um sich selbst zu informieren. Viele Eltern arbeiten selbst in technischen Berufen oder in der Lehre. Dadurch haben sich viele wertvolle neue Kontakte ergeben, aus welchen wiederum weitere Aktionen entstanden sind. Jugendliche helfen ehrenamtlich bei der Betreuung der Angebote an Make IT-Tagen.

Zwischen Oktober 2018 und April 2019 hat die 2. Offene Grevener Stadtmeisterschaft in Lego Mindstorms Sumowrestling stattgefunden.
In den Sommerferien 2018 betreute Uwe Dresemann zwei Workshops mit dem Calliope Mini („Bau dir ein Klavier“ / „Mathe-Wurfmaschine“). Die Teilnehmer konnten die Calliope anschließend vier Wochen ausleihen und selbst weiter experimentieren. Während des  SommerLeseClubs 2019 wird das Bibliotheksteam viele Make IT – Aktionen als Workshops anbieten und Stationen wie GreenScreen, Trickfilm und weitere Geräte und Angebote dauerhaft bereitstellen. Für besondere Ergebnisse wird es Lese-Oskars geben.

Fortbildung für Bibliothekskolleg*innen

Von Herbst 2018 bis Frühling 2019 hat die vom ZBIW organisierte Fortbildungsreihe „Medienpass NRW – Digitale Angebote Öffentlicher Bibliotheken“ mit den Referentinnen Eva Göring (Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW), Dagmar Schnittker (StB Ibbenbüren) und Sigrid Högemann (StB Greven) und einmal mit Kathrin Gade (Medienberatung NRW, LWL Münster) stattgefunden. Die Veranstaltung war so stark nachgefragt, dass anstatt der ursprünglichen geplanten einen Fortbildung fünf Termine stattgefunden haben; einmal in Münster, einmal in Ibbenbüren und drei Mal in Greven. Teilgenommen haben Kolleg*innen aus Bibliotheken aus ganz NRW.
Außerdem haben Besuche durch weitere Bibliotheksteams in Greven stattgefunden oder Beratung per Skype stattgefunden. Am Rande von Terminen ergaben sich viele weitere Gespräche zu dem Projekt.

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Preis „Zukunftsgestalter in Bibliotheken 2019“

Der Erfolg des Projektes Make IT wurde im März 2019 auf dem Bibliothekskongress in Leipzig mit der Auszeichnung „Zukunftsgestalter in Bibliotheken 2019“ gekrönt.
Der Preis wird von De Gruyter gestiftet und in Kooperation mit der Zeitschrift Bibliothek: Forschung und Praxis (BFP) und dem Netzwerk Zukunftswerkstatt Kultur- und Wissensvermittlung verliehen.

Weitere Informationen / Links

Projekt Make IT
Beebots zum Ausleihen (der Stadtbibliothek Greven)
Ausleihboxen Ozobots der Stadtbibliothek Greven
Padlet – Informatik in der Grundschule – Ideen, Module, Materialien zusammengestellt von Katja Möhring, Medienberaterin im Kreis Steinfurt
Padlet – Ozobot, Robotik für Grundschulen – Alles rund um Ozobots, Tipps zum Einkauf, selbst erstelltes Unterrichtsmaterial, Projektideen und Hinweise vieler aus dem Netz …, zusammengestellt von Katja Möhring
Medienkompetenzrahmen NRW
Internettools für Schulen
Eine Tabelle mit Internettools für Schulen. Stand 3.2019
(PDF-Datei; 202,99 KB)
Robotiktools
Eine Tabelle mit Robotiktools, Preisen, Bezugsquellen. Stand 3.2019
(PDF-Datei; 124,92 KB)
• Bibliothek erhält Preis „Zukunftsgestalter in Bibliotheken 2019
Prezi zum Projekt Make IT
Präsentation Make IT anlässlich der Preisverleihung für die Stadtbibliothek als „Zukunftgestalter in Bibliotheken in 2019“

Ausblick

Auch wenn die beiden Make IT – Projekte 2017 und 2018 abgeschlossen sind, wird uns das Thema weiter beschäftigen. Weitere Workshops und Fortbildungen sind geplant. Die Neukonzeption des SommerLeseClubs passt genau in unser Make IT_Konzept. Nach und nach werden wir ein „stationäres“ Makerspace aufbauen. Ein 3D-Drucker wurde im Frühjahr 2019 angeschafft. Ein nächstes großes Thema ist dabei die Ausweitung auf das Thema „Lebenslanges Lernen“.



Die Stadtbücherei Greven stellt sich vor:

Greven ist eine nördlich bei Münster gelegene Mittelstadt mit ca. 37.000 Einwohnern.
Die Stadtbibliothek Greven verfügt über 5 1/2 Personalstellen und verzeichnet rund 130.000 Besuche im Jahr.

Weitere Informationen auf der Webseite der Stadtbibliothek unter:
https://www.greven.net/bildung_soziales_generationen/bildung/stadtbibliothek/startseite.php
sowie auf der Facebook-Seite der Bibliothek unter:
https://www.facebook.com/StadtbibliothekGreven/
Ansprechpartnerin:
Sigrid Högemann
(Bibliotheksleitung)

Kirchstraße 3
48268 Greven

E-Mail: sigrid.hoegemann@stadt-greven.de

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Erfolgsstory Roter Faden – Bibliotheken sind (wieder) Thema!

Freudiges Stimmengewirr liegt in der Luft. Die hohen Außentemperaturen tun der Wiedersehensfreude keinen Abbruch. Aufeinander treffen zehn Bibliotheksleitungen, die in den ersten zwei Durchgängen an der Fortbildung „Den roten Faden finden – wir entwickeln eine Bibliotheksstrategie“ unter Federführung von Sonja Bluhm und der fachlichen Begleitung der Fachstelle teilnahmen. Es fühlt sich ein bisschen wie ein Klassentreffen an; ein Treffen mit dem Ziel einen Blick zurück zu werfen.

Was bewirkte das Bibliothekskonzept nach ein bis zwei Jahren in den Bibliotheken vor Ort? Wissend der Tatsache, dass konzeptionelle Arbeit anspruchsvoll und zeitaufwendig ist, stellt sich die Frage: Lohnt sich die Mühe?

Eine pauschale Antwort auf diese Frage kann und wird es nicht geben. Im Folgenden sind drei Facetten beleuchtet, auf die sich ein Konzept konkret auswirkt.

fachlich

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Fachlich

In einem Punkt sind sich die meisten Anwesenden einig. Ein Konzept führte zu einer Professionalisierung. Nicht nur in der eigenen Arbeit, sondern auch in der Wahrnehmung von außen. Die Akzeptanz der Bibliothek ist Mancherorts „so hoch wie nie“. Andernorts ist der fachliche Inhalt der Konzeption so überzeugend, dass die Verwaltung die Bibliothek als Best-Practice Beispiel für andere Kultureinrichtungen heranzieht.

Auch der Eindruck in der Politik ändert sich. Auf Grundlage der Konzeption fordern Fraktionen eine zukunftsweisende Weiterentwicklung der Bibliothek.

Neue Bildungspartnerschaften und Veranstaltungsangebote entstehen, interne Abläufe neu gedacht. Dies führt dazu, dass die Bevölkerung ebenfalls auf die Veränderungen reagiert. Besucherzahlen und Ausleihzahlen steigen. Die Angebote der Bibliothek entwickeln sich so gut, dass die Nachfrage mit den vorhandenen Ressourcen nicht zu decken ist. Hier kann nun klar kommuniziert werden, was leistbar ist und wo das Angebot zwangsläufig Grenzen finden muss. „Es ist hilfreich, wenn die Kunden den Bedarf direkt an die Verwaltung herantragen“. So bleibt die Bibliothek in Bezug auf die notwendige Ausstattung präsent.

Die Entwicklungen von Kommune zu Kommune sind unterschiedlich. Aber eins ist geschafft – die Bibliothek ist (wieder) Thema!

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Persönlich

Nicht nur fachlich lassen sich Veränderungen feststellen. Vielmehr führt der Weg der Konzepterstellung auch zu persönlichen Erkenntnissen. Wie weit diese um sich greifen ist ebenfalls unterschiedlich. Sie reichen von der Frage „Bin ich hier eigentlich noch richtig?“ bis hin zu neuem Mut und offensivem Auftreten.

Die Frage „Bin ich hier eigentlich noch richtig?“ soll nicht als Platzhalter für eine Sinnkrise stehen. Sie bildet vielmehr die Realität in Klein- und Mittelstadt Bibliotheken ab. Denn meistens stellt sich beim Blick auf die Analysen heraus, dass das IST dem SOLL weit hinterherhinkt. In der Regel liegt dies nicht am mangelnden Engagement der Bibliotheksleitungen, sondern an der zögerlichen Investitionsbereitschaft von Kommunen für Ihre Bibliotheken. Unter der Gesamtschau der Rahmenbedingungen ist die aufgeworfene Frage mitunter also zu recht zu stellen.

Auf der anderen Seite liefert ein Konzept die nötige Sicherheit, um souverän aufzutreten. Das Vorbringen von schwierigen Themen fällt leichter, wenn fachlich fundierte Tatsachen im Hintergrund stehen. Dies erleichtert eine klare Position zu einem Thema, dass auch im Diskurs vertretbar ist.

„NEIN sagen“ spielt in diesem Zusammenhang eine zentrale Rolle. Fast alle Anwesenden sind sich darüber einig, dass das „NEIN sagen“ ein schwieriger Lernprozess ist, den die Konzepterstellung klar begünstigt. Zu wissen, dass es mit den vorhandenen Ressourcen nicht möglich ist „Alles für Alle“ anzubieten wirkt entlastend. Das Wissen darüber, was möglich ist gibt Sicherheit.

Das oftmals vorhandene Bauchgefühl wird durch Zahlen und Fakten untermauert, die nicht ohne Weiteres wegzuwischen sind. Das führt dazu, Entscheidungsträger von der Sache zu überzeugen.

finanziell

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Finanziell

Überzeugte Entscheidungsträger finden sich in so mancher „Roter Faden- Kommune“.

In der Konsequenz wirkt sich das auf die finanzielle Lage der Bibliothek aus. Durchsetzen von Stellenentfristungen, Realisierung von Nachbesetzungen und Höhergruppierungen sowie Einrichtung von neuen Stellen sind Ergebnisse daraus.

Auch angepasste Etas sind die Folge. Manche einmalig, andere dauerhaft. So hat eine Mittelstadt ihren Medienetat von 20.000€ auf 60.000€ verdreifacht! An anderer Stelle gibt es erstmalig einen eigenen Etat für Veranstaltungen. Anderswo wirbt die Konzeption großzügige Spenden für die Neumöblierung ein.

Die Mittel zur RFID-Einführung und Umsetzung von Neumöblierungskonzepten stehen anstandslos bereit. Es gibt sogar erste konkrete Ideen bei Neubaufragen und Standortwechseln.

Ohne Frage ist der gangbare Weg der Konzepterstellung nicht ohne Fleiß, Mühe und Anstrengung zu gehen.

Der Eingangsfrage „Lohnt sich die Mühe?“ steht am Ende jedoch ein klares und strahlendes JA der Anwesenden gegenüber!

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Dormagen: Digitale Kinderwelten

Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt die Entwicklung Öffentlicher Bibliotheken u.a. durch die finanzielle Förderung von innovativen Projekten. Die Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW stellt in lockerer Reihenfolge interessante Praxisbeispiele aus verschiedenen Förderprogrammen in Form von Gastbeiträgen auf ihrem Blog vor. Der vorliegende Beitrag stellt das Projekt „Digitale Kinderwelten“ in der Stadtbibliothek Dormagen vor.

 

Ziel dieses Projektes war es, die Stadtbibliothek als innovative und moderne Dienstleisterin für die Grundschulen und Kindergärten zu etablieren. Dabei wurde unter anderem die Kinderbibliothek im Untergeschoss moderner und attraktiver gestaltet und mit neuen Medien ausgestattet. Außerdem sollte der Einsatz digitaler Medien, wie zum Beispiel Tablets oder Beamer, vorangebracht werden und vor allem die Chancen und Möglichkeiten der neuen Technik in den Vordergrund gestellt werden. Digitale Medien sollten als „Werkzeug“ genutzt werden, um bei der Umsetzung pädagogischer Ziele zu helfen.

 

Aktualisierung und Ausbau des Medienbestandes

Es erfolgte eine Aktualisierung und ein Ausbau des Medienbestandes an Apps, Büchern (u.a. TING, TipToi, Bookii) und Nonbooks (wie beispielsweise Tonies und Konsolenspiele).

 

 

Anschaffung digitaler Endgeräte 

Darüber wurden verschiedene digitale Endgeräte beschafft. Diese wurden zum einen vor Ort bei Schul- und Kindergartenführungen in der Bibliothek eingesetzt. Zum anderen konnten die Geräte von Schulen und Kindergärten, deren Personal an einem Fortbildungsangebot der Stadtbibliothek teilgenommen hat, ausgeliehen werden .

Die Stadtbibliothek hat bereits begonnen, in Kooperation mit einigen Kindertagesstäten und der Schulverwaltung modellhaft verschiedene Angebote zu entwickeln und stellt sie dann im Lauf des Jahres 2019 anderen interessierten Schulen und Kindergärten zur Verfügung. Oberstes Prinzip bei der Anschaffung und beim Einsatz digitaler Geräte war immer, dass sie nur als Mittel eingesetzt werden, um kreative Ideen im Bereich Medienkompetenz- sowie Lese- und Sprachförderung umzusetzen. Dabei wurde u.a. auf Ideen, die in den Büchern „Digital Genial“ sowie „Mit Medien kompetent und kreativ umgehen“ vorgestellt werden, zurückgegriffen.

Darüber hinaus soll nach und nach eine App-Bibliothek aufgebaut werden, in denen sowohl Apps aus den verschiedenen Bildungsbereichen als auch Apps zur Leseförderung gesammelt und auf den im Projekt gekauften Tablets zur Verfügung gestellt werden. Diese können dann sowohl von unseren Kooperationspartnern, den Vorlesepatinnen, sowie bei den verschiedenen Vorleseaktionen der Bibliothek eingesetzt werden.

 

Schulung

Darüber hinaus nahmen die Mitarbeiter*innen der Kindergärten und der Bibliothek an einer zweiteiligen Schulung in der Stadtbibliothek teil. Der Medienpädagoge Johannes Wentzel vom Verein Blickwechsel informierte sie über die Möglichkeiten, die die neuen Technologien für die tägliche Arbeit bieten.

 

In einem ersten Teil wurden überwiegend theoretische Grundlagen vermittelt. Darauf aufbauend konnten dann im zweiten Teil der Fortbildung verschiedene Medien und beispielhafte Anwendungen von den Teilnehmenden ausprobiert werden. Dabei wurde demonstriert, wie neue Medien und Technik sinnvoll in den Schul- und Kindergartenalltag integriert werden können. Der souveräne und kreative Umgang mit den neuen Medien ist nämlich die Voraussetzung dafür, die digitalen Medien in ein medienpädagogisches Gesamtkonzept einzubetten. Erst wenn man die Einsatzmöglichkeiten der neuen Medien genau kennt, kann man entscheiden, welche Angebote man einsetzen möchte. Ein Schwerpunkt des Projektes lag deshalb in der Qualifizierung des Personals (Bibliothek, Schulen, Kindertageseinrichtungen) und der Vermittlung von beispielhaften Einsatzmöglichkeiten verschiedener digitaler Geräte.

 

Fazit
Die im Rahmen des Projekts angeschafften Medien erfreuen sich großer Beliebtheit und werden (nicht nur) von Kindergärten sehr gut nachgefragt. Renner sind hier, wie in vielen anderen Bibliotheken auch, die Tonies, die uns förmlich aus der Hand gerissen werden…
Durch die gemeinsam mit einigen Kindergärten und Grundschulen mit viel Spaß durchgeführten Fortbildungen haben wir zum einen neue Kooperationspartner*innen gewinnen können, zum anderen die Bibliothek einmal mehr als Dienstleisterin im Bereich Neue Medien präsentieren können.
Demnächst werden auch verschiedene Medienkoffer mit digitalen Geräten und ergänzender Literatur für die Zielgruppe angeboten, die auch über unseren OPAC recherchierbar sein werden.

 


 

Die Stadtbibliothek Dormagen in Kürze

Dormagen ist eine Mittelstadt im Rheinland, gelegen zwischen Düsseldorf und Köln mit derzeit etwa 65.000 Einwohner*innen, Tendenz steigend.
Die Stadtbibliothek Dormagen ist in den vergangenen Jahren mehr und mehr zu einem Dritten Ort innerhalb Dormagens geworden, der den Einwohnerinnen und Einwohnern die Möglichkeit bietet, sich an einem nicht-kommerziellen und wohnortnahen Ort aufzuhalten, um dort unterstützt von unserem Personal zu arbeiten, zu lernen, sich zu informieren, digitale Medien auszuprobieren, zu schreiben, Veranstaltungen zu besuchen oder auch zu kommunizieren und zu relaxen. Sie bietet damit ein Ambiente, das von Menschen für bestimmte Aktivitäten offensichtlich gesucht wird. Als offenes interkulturelles und Generationen übergreifendes Angebot hat die Bibliothek dabei eine besondere Bedeutung innerhalb der Stadt Dormagen.

Die Stadtbibliothek Dormagen im Netz:
http://www.stadtbibliothek-dormagen.de
https://www.facebook.com/

https://www.instagram.com/stadtbibliothek_dormagen/

Ansprechpartnerin:
Claudia Schmidt
Stadtbibliothek Dormagen
Tel: +492133257211
E-Mail: claudia.schmidt@stadt-dormagen.de
Anschrift: Stadtbibliothek Dormagen – Marktplatz 1 – 41539 Dormagen

 

 

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Mein Weg in die Welt der Games – Erste Schritte auf unbekanntem Terrain

Wenn das Thema Gaming relevant wird, ist der Start schwer. Hier ein paar Tipps zu meinen ersten Schritten:

Selbst ein Gamer werden, ist das wirklich nötig?

Wer sich in das Thema Gaming einfinden will, muss nicht alle Konsolen und Spiele kennen (Die grundlegende Funktionalität der Konsolen sollte allerdings beherrscht werden). Um Angebote gezielt in den Bibliotheksalltag einfließen zu lassen, ist es wichtig zu verstehen was Nutzer am „Zocken“ reizt. Dazu ist ein wenig Zeitaufwand durch eigene Erfahrungen nötig. Wenn die Bibliothek einen Grundbestand an Spielen hat, ist hier ein guter Startpunkt. Dazu ein paar Tipps:

a) Spiele auswählen die Sie thematisch interessieren. Ich habe mich entschieden Pokemon Go zu spielen. Da es eines der großen Argumented Reality Spiele ist und ich die Serie aus meiner Kindheit kannte​, war das naheliegend. Wer einen Einstieg in die Thematik finden möchte, kann entweder durch die Spielebeschreibung oder durch Youtube-Videos von Mitschnitten anderer Spieler (Let’s Plays) einen ersten Einblick bekommen.  Hier ein Beispiel eines Let´s Play beim dem der klassische Einstieg gezeigt wird (Beobachtet den Chat an der Seite! 😉 ):

b) Spiele auswählen die Freunde oder Verwandte spielen. Wenn keiner zu finden ist, fragen Sie evtl. Kollegen aus der Bibliothek oder Nutzer. Tipps von Anderen und der Austausch über das Spiel steigert den Spaß. 

c) Spiele auswählen die keine hohen Investitionen erfordern. Oft können Spiele in der eigenen Bibliothek getestet werden. So kann ein erster Eindruck vermittelt, die dauerhafte Spielerfahrung allerdings nicht erlebt werden. Es gibt ein großes Angebot an Spielen fürs Smartphone (wie bspw. Pokemon Go) oder für normale PCs (bspw. Browsergames wie Siedler) die kostenfrei sind. 

d) Spiele auswählen die kein Fachvokabular haben. Es gibt Spiele die für jede Figur verschiedene Attribute oder verschiedene Eigenschaften haben (z.B. League of Legends). Durch dieses Fachvokabular dauert die Einarbeitung sehr viel länger. Zu fast jedem Spiel gibt es Wikis oder Foren die bei einer vorab Information helfen können. Für den Anfang eignen sich Spiele, die wie Jump’n’Run Titel keine intensive Auseinandersetzung mit Charakteren, Strategien oder Mechaniken erfordern. Das ist aber kein Muss, es gilt weiterhin: Am besten gelingt es, wenn das eigene Interesse angesprochen wird. Die Grafik und das Thema sollte stimmen, damit es dauerhaft Spaß macht!

e) Sollten Konsolen im Umkreis vorhanden sein, kann hier getestet werden. Vorsicht, nicht jede Konsole ist für jeden Spieler die Richtige! Ich habe festgestellt, dass mir die Handhabung der klassischen Nintendo-Controller zu umständlich ist. Ich kann besser mit dem Controller der Playstation oder mit denen der Nintendo Wii spielen. Wenn Sie mit der falschen Konsole starten​​, ist das Zocken sehr mühsam und macht keinen Spaß. Ein kurzer Testlauf ist ratsam, bevor die Entscheidung für ein Spiel und damit für eine Konsole fällt.

Wieviel Zeit sollte investiert werden?

Es braucht Zeit bis durch regelmäßiges Spielen der Motivationsaspekt und Spaßfaktor erkannt wird und damit gearbeitet werden kann. Im Januar 2018 ist mein Selbstversuch gestartet und ich habe angefangen in meiner Freizeit in die Welt der Games einzusteigen. In den folgenden 6 Monaten habe ich Pokémon Go gespielt. Der Vorteil hier liegt darin, dass es auf den täglichen Wegen gespielt werden kann. Summoners War ist ebenfalls ein Spiel das immer gespielt werden kann. Dadurch ist es noch flexibler, weil keine Bewegung und GPS-Ortung nötig ist. Bei beiden Spielen habe ich nach der Anfangseuphorie gemerkt, dass ich mal eine Pause brauchte. Nach spätestens einer Woche täglichem Spielen habe ich wieder angefangen weil es mich in den Fingern gejuckt hat. 🙂 Trotz der Pausen kann ich jetzt eher nachvollziehen warum viele Gamer so viel Zeit in solche Spiele investieren.

Ein paar Gründe anhand der Beispiele von Pokemon Go und Summoners War:

  1. Es macht Spaß! Ich bin im Alltag nicht der Monsterjäger oder Kriegertyp, aber ja, es macht Spaß!
  2. Anfänglich kostet es nicht viel Zeit Erfolge zu erzielen, später wird weiter gespielt weil einen der Ehrgeiz gepackt hat.
  3. Die Geschichten und Erfahrungen im Spiel sind ähnlich wie im realen Leben: Es ist ein Gut das man nicht wegwerfen möchte. Manchmal ist man in Situationen in denen man aus seinen Fehlern gelernt hat und besser reagiert als vorher. Das sind Erfolgserlebnisse, die berechtigten Stolz hervorbringen.
  4. Die Multiplayerfunktion zeigt deutlich, dass man nicht alleine ist. In vielen Spielen gibt es Freundeslisten oder Gildensysteme, in denen Spieler sich gegenseitig unterstützen können. In Summoners War gibt es die Freunde und die Gilde. Sie unterstützen dich mit Attributen und werden dadurch selbst mit Attributen belohnt. Soziales Verhalten wird hier belohnt und in Gildenkämpfen Teamgeist gefördert. Häufiger springen die Mitspieler auch in das reale Leben. Bei Pokemon Go kann man auf der Straße angesprochen werden. In den Arenakämpfen trommeln die Spieler recht schnell auf dem  Bildschirm herum, dieses Verhalten erkennen andere Spieler schnell. Die ersten zwei Fragen sind dann häufig „Hast du die Arena gerade platt gemacht?“ oder „Welches Team?“. Die Vernetzung kann dann weitergehen oder die Wege trennen sich. Ein direkter Kontakt im Spiel ist seit Juni 2018 nur durch eine Weitergabe der eigenen Kennung möglich. Eine Chatfunktion gibt es nicht.
  5. Es hört sich seltsam an, aber es ist so: Die Monster, Spielfiguren und Charaktere wachsen einem ans Herz. Natürlich nicht jedes! Man verbringt Zeit mit Ihnen, kümmert sich um ihre Entwicklung und heilt ihre Wunden. Ähnlich wie bei einem Tamagotchi oder einer Puppe früher. Für einzelne Monster muss hart gearbeitet/gekämpft werden.

Wie viele Spiele sind nötig um einen Überblick zu erhalten?

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Mein erster Laserschwertkamp

Dauerhaft müssen nicht alle Spiele gespielt werden. Um auf dem Laufenden zu bleiben ist es wichtig,  interessiert zu sein und die Augen auf zu halten. Um einen umfangreicheren Überblick zu bekommen, kann ich alte Klassiker empfehlen wie bspw. Zelda oder auch Super Mario. Darüber hinaus bieten die AAA-Titel (Spiele die bei der Entwicklung ein besonders hohes Budget hatten) eine gute Orientierung. Was wichtig ist, wenn man einen engen Zeitplan hat: Mehr als ein Spiel spielen! Abwechslung in den Spielen bietet die Möglichkeit, sich auf die jeweilige eigene Gemütslage einzustellen. Ich habe festgestellt, dass ich nach einem anstrengenden Tag nicht mehr kämpfen möchte. Dann ist etwas entspannendes oder strategisches richtig.

Vernetzung in der Gaming Szene

Um auf dem neusten Stand zu bleiben, habe ich verschiedene Seiten auf Facebook geliked (Sehr hilfreich!). Besonders die Entwicklungen innerhalb der Gamingszene, rund um den Koalitionsvertrag war in diesem Zeitraum sehr spannend zu verfolgen. Unter meinen Quellen waren verschiedene Fachwebseiten und Facebook-Seiten: Gameswirtschaft, GamesMarkt, die GamesAcademy in Frankfurt und Berlin, der Deutsche Computerspielepreis und die Seiten der Gamescom. Diese Seiten bringen immer mehr Quellen und Informationen. Die Facebook Accounts laufen sehr gut und bieten viel Mehrwert.

Über die Facebookseite von GAME – Verband der deutschen Games-Branche wurde ich mit vielen neuen Informationen versorgt. Es wurden Persönlichkeiten aus der Gamingszene vorgestellt. Dazu zählen der Vorstand des Verbandes und andere Personen rund um das Fachgebiet Gaming. Die Facebookseiten und Profile sind gute Quellen für Informationen und aktuelle Entwicklungen. Ich war einfach so frei und habe diesen Personen Freundschaftsanfragen geschickt und es wurden fast alle angenommen! Die Gaming Szene ist sehr offen, wenn man den Kontakt sucht!​

​Wer im Team übernimmt das Thema Gaming?

Ich habe vor einer Zeit eine Unterhaltung zu dem Thema Freiwilligkeit als Voraussetzung für Gamification mit einer Bibliothekarin geführt. Sie hat die Freiwilligkeit als oberste Regel gesetzt. Zurückgeführt hat Sie dies auf eine der möglichen Definition des Spiels. Für ein Spiel ist nach Johan Huizinga (Kulturhistoriker und Verfasser einer der ersten Definitionen des „Spiels“) das freie Handeln die Grundlage. Wird es befohlen, ist es kein Spiel mehr. Besonders wenn die längere Einarbeitungsphase bevor steht ist Freiwilligkeit oberstes Gebot. Das Thema Gaming ist in vielen Bereichen so speziell, dass persönliches Engagement sehr wichtig ist. 

Wenn jemand im Team gefunden werden soll, der das Thema bearbeitet, ist ein Gamingabend mit allen Kollegen das einfachste Mittel. Wenn eine oder mehrere Personen Spaß an dem Thema entdecken und vielleicht ein besonderes Talent am Controller zeigen, hilft das sehr. Bei der Einarbeitung ist Talent enorm hilfreich und bringt auch später im Veranstaltungsalltag Glaubwürdigkeit innerhalb der Gamerszene. Wenn eine zweite Person im Team Interesse hat, ist es noch besser, da gegenseitige Unterstützung sehr hilfreich ist. Wichtig ist hierbei, dass alle Kollegen über Grundkenntnisse im Umgang mit Konsolen verfügen, sonst ist die Nachhaltigkeit nur begrenzt, wie Punkt 4 meiner Anfangsgründe erläutert.

Lernen und Gaming?!

In vielen Berichten und Umfragen bspw. „Monitor Digitale Bildung Schule“ der Bertelsmannstiftung, wird eines deutlich: Wenn es um die Digitalisierung in der Schule und die digitale Entwicklung der Kinder geht, ist das Engagement von Lehrern und Schulleitern entscheidend. Allerdings liegt bei vielen Lehrern die dauerhafte Nutzung von digitalen Medien im Unterricht bei gerade einmal 15%, da dieses Thema derzeit auch nur begrenzt in der Lehrerausbildung integriert ist. Das Zertifikat „Lehramt Plus #DigitaleBildung“ ist erst 2017 eingeführt worden. Dieses Defizit in der Lehrerausbildung kann in den meisten Fällen nur durch besonderes individuelles Engagement ausgeglichen werden. An dieser Stelle kann die Bibliothek als Wissensvermittler für die Lehrer als dauerhafter Kooperationspartner wirken. Fortbildungen für Lehrer zu digitalen Medien, Gamifizierung von Informationen und Lehrinhalten sind nur ein Anfang. Die eigenen Fortbildungen attraktiver zu gestalten und die Lernmotivation für die Wissensinhalte rund um die Bibliothek und Medien zu steigern, ist eines der grundlegenden Ziele moderner Bibliotheken. Das ist eine Bibliothek wie ich sie gerne sehen würde. Eine Bibliothek als Bildungsanbieter und Partner für alle Teile der Gesellschaft vor Ort!​

Dies ist ein Folgebeitrag in der Reihe „Mein Weg in die Welt der Games“.  Teil eins wurde zuvor unter dem Titel „Warum Gaming in Bibliotheken?“ veröffentlicht. In den nächsten Monaten startet unsere Fortbildungsreihe zum Thema Gaming, die besonders für Einsteiger sehr zu empfehlen ist!

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Mein Weg in die Welt der Games – Warum Gaming in Bibliotheken?

Als Bibliothekarin interessiert mich besonders unsere Nutzer für neue Wissensfelder zu begeistern und die Bibliotheken als Bildungsanbieter zu etablieren. Mit diesem Blogartikel zeige ich, dass die Welten von Lernen und Games nicht so weit voneinander entfernt sind wie viele denken. Mit Freude kulturelle Erfahrungen zu vermitteln ist hierbei eines der großen Ziele. Das andere Ziel ist mit Games gezielt die Medien und Informationskompetenz zu erweitern und neue innovative Lernmethoden zu entwickeln.

Dazu habe ich im Januar 2018 ein Einstieg in das Thema Gaming gewagt. Ich möchte meine Gründe und Erfahrungen in diesem Blogartikel ​festhalten und hoffe das es die ein oder anderen Kollegen dazu bewegt sich dem Thema gegenüber zu öffnen. Für alle interessierten gibt es eine Fortbildungsreihe die neben diesen Blogartikeln den Einstieg in das Thema erleichtert.

Meine persönliche „Gamer“-Biografie:

Mit 13 Jahren habe ich mit dem Simluationsspiel „Die Sims“ erste Schritte in der Gamingwelt gemacht. Der Spieler kann in verschiedene Rollen schlüpfen, Häuser bauen und das Leben der Sims (Spielfiguren) beeinflussen. Den Alltag neu zPOkemon Gou gestalten, einmal etwas auszuprobieren das man sich im realen Leben nicht vorstellen könnte, kann eine wirklich spaßige Herausforderung darstellen. Die neuste Version Sims 4 spiele ich ebenfalls, aber bei weitem nicht mehr so intensiv. Neben den Sims spiele ich erst seit ca. vier Jahren häufiger mal Mario Kart bei Freunden. Ich finde die Grafik von Spielen spannend. Selbst habe ich mich trotzdem nie als Gamer gesehen, sondern eher als Beobachterin oder Interessierte. Mit der Veröffentlichung von Pokemon Go kam 2016 das Thema im bibliothekarischen Kontext sehr häufig auf. Seit dem ließ es mich nicht mehr los. 

Warum Gaming in die Bibliotheken gehört

  1. In unserem Arbeitsschwerpunkt „Lebenslanges Lernen“ denken wir intensiv über die Möglichkeiten von Bibliotheken als Bildungsanbieter nach. Ein wichtiger Bereich dessen ist die Förderung von Lernmotivation. Für Bibliotheken ist das Thema Lernmotivation ein perfekter Anknüpfungspunkt. In der Schule gehört Lernen zum Alltag von Kindern. Leider besitzen Lehrer und Schulen nicht die finanziellen und zeitlichen Ressourcen um diesen Aspekt ausreichend zu würdigen. Bibliotheken können die Lernmotivation unterstützen und in Kooperationen mit Schulen die Lernentwicklung von Kinder fördern. Später mehr dazu!
    Ein Aspekt von Lernmotivation ist das Thema Gamification (Gamifizierung= spielerische Elemente im Unterricht einsetzen). Zur Gamification kam ich über das Lesen von Comics. In den klassischen workbooks im Englischunterricht werden Comicpanels genutzt um systematisch Wissen zu veranschaulichen.
  2. Durch die Entwürfe des Koalitionsvertrags (in dem Gaming thematisiert wurde), bekam die deutsche Gamingbranche neuen Aufwind. Digitale Spiele sind derzeit für die gesamte Kultur und Bildungsszene ein „Hot Topic“. Diese „Welle“ stellt eine große Chance für Bibliotheken dar. Das Thema und die gesamte Branche passt sehr gut zu Bibliotheken, als bspw. Veranstaltungsort und Kooperationspartner (Testumgebung) können Bibliotheken und Games sehr gut harmonieren. Der Deutsche Computerspielepreis oder der TOMMI Kinder-Softwarepreis sind gute Beispiele, wie Vernetzungseffekte mit der Games-Branche genutzt werden können.
  3. Jugendliche sind eine der schwierigeren Nutzergruppen für klassische Bibliotheken. Spiele und Konsolen können sich viele Jugendliche nicht leisten. Die Bibliothek stellt einen Ort, in dem der Freizeitspaß und das Lernen sehr gut harmonieren kann. In Jugendzentren zu Lernen ist oft nicht möglich, weil es an lautstarker Ablenkung nicht mangelt. In der Schule ist Lernspaß nur begrenzt und je nach Engagement der Lehrer möglich. Bibliotheken bieten einen Ort an dem Jugendliche unabhängig von Interessen fündig werden. Dazu gehört auch ein umfangreiches Gamingangebot. Jeder interessenskreis von Jugendlichen wird inzwischen durch Games abgedeckt. Von künstlerischen Spielen, über sportliche bishin zu Detektivspielen ist alles dabei.
  4. In den letzten Jahren wurde Gaming durch diese Entwicklungen zunehmend für Bibliotheken ein Thema. Es blieb bei vielen die Einzelveranstaltung und der Verleih von Spielen. Der dauerhafte Zugang und die Anzahl der Personen die mit Games arbeiten sind gering. Das Grundproblem ist altbekannt: Oft engagiert sich eine einzelne Person für das Thema. Wenn diese Kolleg*in eine neue Stelle antritt, bricht das Angebot auf unbestimmte Zeit weg. Wenn Gaming als ein gleichwertiges Angebot zählen soll, muss auch der dauerhaft Zugang gewährleistet sein. Nur dann wird das Angebot angenommen und dauerhaft genutzt.
  5. Der Bereich „Gaming und VR“ ist durch verschiedene geförderte Projekte in Bibliotheken fortgeschritten. Die Ergebnisse haben gezeigt, dass verschiedene Nutzergruppen reges Interesse daran haben. Große Projekte wie das Library Lab in Düsseldorf sprechen alle Nutzergruppen an und werden erfolgreich. Ohne die Förderung mit externen Geldern ist es im Rahmen kleinerer Veranstaltungen möglich erfolgreich Gamingangebote umzusetzen. Ein Beispiel hierfür ist, der VR Horror in Minden. Hier wurden durch eine Horrorveranstaltung vorrangig Erwachsene angesprochen (aufgrund der Altersfreigabe). Die Veranstaltung war sehr gut besucht.

     

  6. Ein abschließender und sechster Grund ist die Zielgruppe der Erwachsenen. Hier sind für den Freizeitbereich meist nur begrenzte Angebote zu finden, sieht man von klassischen Abendveranstaltungen ab. GAME, der Verband der deutschen Games Branche veröffentlichte das Durchschnittsalter der deutschen Gamer: 36,4 Jahre. ​Für den kontinuierlichen Anstieg seit mehreren Jahren ist unteranderem die Altersgruppe der 50+ Generation verantwortlich. ​Nicht nur Jugendliche, sondern auch Erwachsene sind Fans von Games und zocken gerne!

Teil zwei…

und meine Tipps zur Einarbeitung in das Thema kommen morgen, gleicher Blog gleiche Zeit. Ich hoffe ihr seid dabei! „Mein Weg in die Welt der Games – Erste Schritte auf unbekanntem Terrain“

 

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Kein Anschluss unter diesem Kabel oder: Wie man ohne W-Lan trotzdem Social Media macht!

Bereits in der Vereinbarung über die Teilnahme am Qualifizierungsprogramm „Entwicklung einer Leitidee für Social Media“ vom August 2017 wird als ein Punkt, den die Kommune zu leisten hat, die Bereitstellung eines W-Lan für Bibliothekskunden (und somit auch für das Personal) gefordert. Unterschrieben haben den Vertrag drei Mitglieder des Kirchenvorstands. Soweit schön und gut! Noch besser, dass gerade jetzt die Vereinbarung zwischen der Stadt und dem lokalen Glasfaseranbieter geschlossen wurde, dass – obwohl die Innenstadt vom Glasfaserausbau ausgeschlossen ist – zumindest die Schulen und auch die Bücherei in den Genuss des Highspeed-Internets kommen sollen. So können wir den zweiten Anschluss für W-Lan und Social Media nutzen – perfekt! Gescher Kabel_19_04_12
Prompt wurden in der folgenden Beiratssitzung im November 2017 zusätzliche Mittel für die Ausgaben im Bereich „Telekommunikation“ bewilligt, die Kosten waren also schon mal gedeckt. Und tatsächlich wurde schon Anfang Februar 2018 ein berühmt-berüchtigtes orangefarbenes Kabel bis an die Bücherei gelegt. Juhu! Das klappt ja schneller als gedacht. Aber zu früh gefreut, denn leider kümmerte sich ab diesem Zeitpunkt keiner mehr um das arme Glasfaserkabel… Nachfragen der Stadt beim Anbieter brachten keine zufriedenstellende Auskunft, man vertröstete uns, dass irgendetwas nochüberprüft werden müsse…
Nebenbei war das Coachingprogramm schon in vollem Gange, die Fanpage bei Facebook war schon eingerichtet, im April folgte dann der Instagram-Account. Bis dato hatten wir uns auf den Net(z)working-Kurs konzentriert, doch nun sollte es richtig losgehen. Smartphones hatten wir alle, doch ohne W-Lan ist es schwierig, unsere Accounts auch mit Leben zu füllen. So blieb uns nichts anderes übrig, als teilweise unser privates mobiles Datenvolumen zu opfern… Oft wurde das Team auch auf dem Museumshof oder in der Innenstadt gesichtet – im Freifunk! Super war auch, dass eine Kollegin nur drei Gehminuten entfernt wohnt und uns ihren W-Lan-Schlüssel verraten hat – Not macht erfinderisch! Im Übrigen konnten alle Team-Fortbildungen dementsprechend nur in Stadtlohn stattfinden.
Dies konnte natürlich nicht die endgültige Lösung sein. Stefan Evertz hatte dann beim Leitungstreffen im November 2018 die Idee, sich doch mit einem alten Handy einen Hotspot einzurichten. Gesagt, getan! Ausrangiertes Smartphone, Billig-Tarif vom Aldi, Hotspot fertig! Hätten wir eigentlich früher drauf kommen können.
Und was ist aus dem Glasfaserkabel geworden? Das ist mittlerweile entfernt worden, denn extra für die Bücherei ist noch mal ein neues verlegt worden, auch wenn dafür rund um die Bücherei der Gehweg aufgebuddelt werden musste… Und tatsächlich ist der Glasfaseranschluss mittlerweile in Betrieb genommen worden und wir können nun endlich das W-Lan wie angedacht einrichten. Gut Ding will Weile haben!


Die Stadtbücherei St. Pankratius Gescher nimmt am 7. Social Media-Qualifizierungsprogramm der Initiative „Lernort Bibliothek“ teil. Das Qualifizierungsprogramm steht unter dem Motto „Entwicklung einer Leitidee für Social Media“.


Ansprechpartner:
Rüdiger Lerche
Stadtbücherei St. Pankratius Gescher
Eschstraße 10
48712 Gescher

Die Stadtbücherei St. Pankratius im Netz:
Webseite: https://www.buecherei-gescher.de/startseite/
Facebook: https://www.facebook.com/buechereigescher


Weitere Informationen zum Qualifizierungsprogramm:
Leitidee für Social Media – die #Bibreise ist wieder on Tour!
Gelebte Utopien: Als Coachin bei der #BibReise
Was Sie noch nicht über öffentliche Bibliotheken wussten…
An Ems und Wupper: Rheine und Wuppertal auf #BibReise
Im Land der tausend Berge: Menden und Lüdenscheid auf #BibReise
Gestatten: Die Teams aus Stadtlohn und Gescher auf #BibReise

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Lehrjahre sind ja bekanntlich keine Herrenjahre

…eigentlich.

Unsere Auszubildene dürfte allerdings inzwischen festgestellt haben, dass eine Ausbildung als Fachangestellte für Medien und Informationsdienste durchaus auch spaßig sein kann. Gerade die Nutzung der sozialen Medien erfordert ein nicht unbeträchtliches Maß an Humor und auch Präsentationsfreudigkeit.

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Damit haben wir mit unserer Fiona praktisch den Hauptgewinn gezogen. Die macht auf gut sauerländisch gesagt: „Jeden Mist mit.“ Wenn Fiona im Bild ist, sind uns Likes und Herzchen sicher.

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Und wenn dann bei einer Neuanmeldung der neue Leser erfreut ausruft: „Ach, sie kenn ich ja, sie sind die von Facebook.“, dann wissen wir, dass uns die Verbindung von analoger und digitaler Welt wieder einmal gelungen ist.

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Die Stadtbibliothek Menden nimmt am 7. Social Media-Qualifizierungsprogramm der Initiative „Lernort Bibliothek“ teil. Das Qualifizierungsprogramm steht unter dem Motto „Entwicklung einer Leitidee für Social Media“.


Ansprechpartner:
Veronika Czerwinski
Dorte-Hilleke-Bücherei Menden
Hauptstraße 48
58706 Menden

Die Stadtbücherei Menden im Netz:
Webseite: https://www.menden.de/leben-in-menden/kultur-bildung/buecherei/
Facebook: https://www.facebook.com/buecherei.menden/
Instagram: https://www.instagram.com/stadtbuechereimenden/


Weitere Informationen zum Qualifizierungsprogramm:

Leitidee für Social Media – die #Bibreise ist wieder on Tour!
Gelebte Utopien: Als Coachin bei der #BibReise 
Was Sie noch nicht über öffentliche Bibliotheken wussten…
An Ems und Wupper: Rheine und Wuppertal auf #BibReise
Im Land der tausend Berge: Menden und Lüdenscheid auf #BibReise
Gestatten: Die Teams aus Stadtlohn und Gescher auf #BibReise
Aufbruchstimmung im Münsterland: Dorsten und Warendorf auf #BibReise

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Miniaturen

Der Sperber
Jugendliche im Alter von 12-16 Jahren nahmen an einem Fotomarathon teil. Aufgabe war es, in 3 Stunden Fotos zu 6 Themen zu machen – alleine oder in einer Gruppe – und diese Fotos nach den 3 Stunden in digitaler Form abzugeben. Aus den Ergebnissen wurde eine Fotoausstellung – ganz „analog“ – zusammengestellt, die in der Stadtbücherei gezeigt wurde. Zur Ausstellungseröffnung wurde geladen und es kamen die jugendlichen Fotografinnen und Fotografen mit Eltern, Geschwistern und Freunden. Ein einzelner Herr kam auch, und sein Gesicht war hier bekannt. Der „Sperber“! Ein professioneller Fotograf, der dem Instagram-Auftritt der Stadtbücherei folgt, gerne Herzchen schenkt und Kommentare hinterlässt. „Ich weiß jetzt leider Ihren Namen nicht, aber ich weiß, Sie sind der „Sperber“, wir kennen uns über Instagram!“. „Ja“, sagt er, „ich wollte mal die Menschen kennenlernen, die hinter Ihrem Instagram-Auftritt stehen“.
Auch das kann Social Media – über die virtuelle Welt Menschen in der realen Welt zusammenführen. Vielleicht startet noch ein gemeinsames Fotoprojekt von „Sperber“ und Stadtbücherei – angefragt hat der Greifvogel schon …

Das größte Kompliment

„Liebster Ort auf diesem Planeten“ !

Lüdenscheid_Instagram

Grüffelchen, Grüffelokind und Papa Phreak

Lüdenscheid_Grüffelo

 

Herrlich! Das schreit doch nach einer Fortsetzung vom Grüffelo …
Sie sind Stammkunden in der Kinderbücherei – bessere Werbung für die Stadtbücherei können wir uns nicht wünschen! Und auf die kurze Nachfrage seitens Stadtbücherei im Kommentar, ob eventuell größere Körbe gewünscht seien, kommentiert Papa Phreak ganz pragmatisch: och, nehmen wir halt mehrere. Papa kann ja schleppen.


Die Stadtbücherei Lüdenscheid nimmt am 7. Social Media-Qualifizierungsprogramm der Initiative „Lernort Bibliothek“ teil. Das Qualifizierungsprogramm steht unter dem Motto „Entwicklung einer Leitidee für Social Media“.


Ansprechpartner:

Dagmar Plümer
Stadtbücherei Lüdenscheid
Graf-Engelbert-Platz 6
58511 Lüdenscheid

Die Stadtbücherei Lüdenscheid im Netz:
Webseite: https://www.luedenscheid.de/luedenscheid_erleben/stadtbuecherei/sp_auto_398.php
Instagram: https://www.instagram.com/stadtbuecherei_luedenscheid/


Weitere Informationen zum Qualifizierungsprogramm:
Leitidee für Social Media – die #Bibreise ist wieder on Tour!
Gelebte Utopien: Als Coachin bei der #BibReise
Was Sie noch nicht über öffentliche Bibliotheken wussten… 
An Ems und Wupper: Rheine und Wuppertal auf #BibReise
Im Land der tausend Berge: Menden und Lüdenscheid auf #BibReise
Gestatten: Die Teams aus Stadtlohn und Gescher auf #BibReise
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Von „Tablet-Gedöns“ zu „Mach deinen Film“, „Digitale Werkstatt“ und „Voll APPgefahren“ – Ein Kooperationsprojekt aus dem Münsterland

Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt die Entwicklung Öffentlicher Bibliotheken u.a. durch die finanzielle Förderung von innovativen Projekten. Die Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW stellt in lockerer Reihenfolge interessante Praxisbeispiele aus verschiedenen Förderprogrammen in Form von Gastbeiträgen auf ihrem Blog vor. Der vorliegende Beitrag stellt das Kooperationsprojekt „Storytelling“ von vier katholischen Öffentlichen Bibliotheken aus dem Münsterland vor. Beteiligt waren die Remigius Bücherei Borken, die Öffentliche Bücherei Geldern, die Öffentliche Bücherei Raesfeld und die Bücherei St. Lamberti Ochtrup. 


Vier Büchereien machen sich auf den Weg um Partner für die Förderung von Medienkompetenz zu werden

Wie können kleine Büchereien ihre Veranstaltungs- und Vermittlungsarbeit um digitale Formate erweitern?
Dieser Herausforderung haben sich vier katholische Öffentliche Büchereien aus dem ländlichen Raum gestellt. In mehreren Workshops wurden Grundkenntnisse zur Umsetzung des Digital Storytellings vermittelt, die Nutzung verschiedenster Apps für mögliche Veranstaltungen gezeigt, sowie theoretische Grundlagen zum Thema Medienpädagogik thematisiert. Im Anschluss daran entwickelten die Büchereien eigene Konzepte.
Hintergrund zu den Büchereien

Die Büchereien aus Borken, Geldern, Ochtrup und Raesfeld sind alle in katholischer Trägerschaft und übernehmen vertraglich geregelt zusätzlich die Funktion der Stadtbücherei. Die Personalstellen bewegen sich zwischen 1 VZÄ (Raesfeld) und 3,5 VZÄ (Borken). Allerdings werden die hauptamtlichen durch ehrenamtliche Mitarbeiter unterstützt. Aufgaben derer liegen vor allem in der Ausleihe und der Unterstützung der „klassischen“ Veranstaltungsarbeit – bspw. Basteln, Spielen und Lesen mit Kindern.

Zustandekommen des Projekts

Aufbauend auf Projekten der letzten vier Jahre – Lernort Bibliothek und Gaming in Bibliotheken – in denen es vorwiegend um Nutzung und Bedeutung von Sozialen Netzwerken und Lernerfahrungen von analogen und digitalen Spielen ging, sollte hier mit Digital Storytelling und Medienkompetenz-Partnerschaften ein weiterer Baustein Einzug in den Büchereialltag finden.

Durchführung

Mitarbeiter der Fachstelle für Jugendmedienkultur NRW schulten die Bücherei-Mitarbeiter in vier Workshoptagen. Hier standen vor allem praktische Aspekte im Vordergrund. Neben grundsätzlicher Bedienung von Tablets wurde den Büchereimitarbeitern beigebracht, wie verschiedene Apps zu bedienen sind und welche grundsätzlichen Aspekte bei der Film-Arbeit (bspw. Beleuchtung, Film-Einstellungen und Schnitt-Techniken) zu beachten sind. Darüber hinaus wurden theoretische Grundlagen der Medienpädagogik vermittelt. Die Fachstelle für Jugendmedienkultur NRW beriet die Büchereien auch bei der Anschaffung der notwendigen Technik.

Von der Theorie in die Praxis

Danach entwickelten die Büchereien eigene Konzepte, wie sie das Gelernte in ihre jeweilige Büchereipraxis umsetzen können. Im gegenseitigen Austausch wurden vor allem Ferien-Workshops geplant, aber auch die alltägliche Nutzung von digitalen Elementen gerade bei Veranstaltungen mit Schulen und Kindergärten wurde erarbeitet. Die Büchereien stellten sich gegenseitig ihre Konzepte, Plakate und Flyer zur Verfügung, um voneinander zu profitieren.

Umsetzung Digital Storytelling

In allen vier Büchereien wurden im Rahmen eines Ferienprogramms mit Kindern erste Filme gedreht. Dabei konnten die Kinder teilweise entscheiden, ob Stop-Motion, Real-Filme oder Apps für andere Filmegenres genutzt werden sollten. Neben der kreativen Umsetzung eigener Ideen stand auch die Schulung in der Bedienung von Tablets und Apps im Mittelpunkt.
Dazu gibt es eine kleine Anekdote am Rande zu erzählen: In der Bücherei St. Lamberti in Ochtrup war der Trickfilm-Workshop bereits im Sommerferienprogramm terminiert. Am ersten Tag des Workshops waren jedoch die (einige Wochen vorher) bestellten iPads noch nicht eingetroffen. So wurde spontan improvisiert und mittels privater Android-Tablets die ersten Filmschnipsel erstellt. Im Laufe des Tages traf dann das Paket mit den iPads ein, von denen dann schnell vier eingerichtet wurden. So konnten alle Teilnehmer*innen am zweiten Drehtag den Filmschnitt am iPad durchführen.

 

 

 

Film-Projekte

In einer der Büchereien wurde in Zusammenarbeit mit einem Jugendtreff ein Imagefilm über den Ort erstellt. Die Bücherei stellte den Jugendlichen die Tablets zur Verfügung und gab Schulungen im Umgang mit Geräten und Apps. Die Kinder und Jugendlichen erstellten daraufhin mit Hilfestellung von Seiten der Bücherei eigenständig den Imagefilm über ihren Ortsteil.
Und weil auch Bibliotheksangestellte die Produktion von Filmen und Trailern üben müssen, bot sich ein Test während des Betriebsausflugs – auf dem Programm stand eine Stadtführung – mit den Ehrenamtlichen an. Im Vorfeld wurden einige markante, aber auch verborgene Stadthighlights fotografiert. Diese Fotos wurden von den drei Hauptamtlichen zu drei verschiedenen iMovie-Trailern verarbeitet und nach der Stadtführung beim gemütlichen Beieinandersitzen dem Team präsentiert. Welcher Film von welcher Mitarbeiterin erstellt wurde, war vom Team schnell erraten. So diente das Experiment nicht nur der allgemeinen Belustigung, sondern sorgte auch für Akzeptanz: „Jetzt wissen wir, was ihr auf Euren Fortbildungen so lernt und wofür man das nutzen kann“.

Da in Raesfeld schon seit einiger Zeit die Zusammenarbeit mit dem Jugendhaus in Sachen Film und Gaming besteht, hat es sich angeboten, auch hier technische und- so Zeit war- auch personelle Ressourcen zu nutzen. So hatten in den letzten Monaten des Projekts die Praktikanten der Alexanderschule, welche in der Bücherei arbeiten wollten, die Gelegenheit, die Bücherei filmisch vorzustellen und sich an einer Führung zu versuchen. Dazu wurden verschiedene Sequenzen aufgenommen, die sie selbst zu einem Film zurecht “schneiden“ sollten. Dabei stellte sich heraus, dass sie Aspekte als wichtig empfanden, die der Bibliotheksleitung erst als drittes oder viertes nennenswert gewesen wären – und dass das „Schneiden“ mit dem iPad nichts für ungeduldige Pubertiere ist.

 

 

Digitale Werkstatt

Ein weiterer Ferien-Workshop stand unter dem Motto „Digitale Werkstatt“. Hier wurde Kindern und Jugendlichen erste Grundzüge des Programmierens nahe gebracht. Neben der Arbeit an Tablets wurden Robotik-Elemente mithilfe des Einsatzes von Bee Bots und Ozobots eingebracht.

Veranstaltungen

Im Rahmen der Veranstaltungsarbeit wurden klassische Lese-, Spiel- und Bastelveranstaltungen um digitale Aspekte erweitert. Beispielsweise in Form von digitalen Bilderbuchkinos. Teilweise wurden Apps einbezogen, um den Medienmix bei  Veranstaltungen um diesen Aspekt zu erweitern.
Als Beispiele seien hier genannt: Eine Veranstaltung zum Thema „Länder“ wurde um eine Atlas-App erweitert, bei der Kinder am Tablet Länder erkunden können. Bei einer Star Wars-Veranstaltung wurde ein Kahoot-Quiz erstellt, welches von den Kindern mittels der Tablets beantwortet wird.

Landesförderung 2017 in Bearbeitung

Atlas-App mit Materialien

 

Bücherei-Führungen

Auch die App Biparcours wird mittlerweile in allen Büchereien für die Führungen eingesetzt und ist inzwischen ein selbstverständlicher Bestandteil. Dies ist vor allem durch die Nutzung der zehn iPads auch bei Klassengruppen problemlos möglich.
Zusammen mit drei Lehrern einer Grundschule in Ochtrup wurde für Schüler*innen der 3. Klasse ein Biparcours entworfen, bei dem eine Mischung aus analoger Recherche in Büchern und Recherche im Internet mit Hilfe von Kindersuchmaschinen die Fragen beantwortet werden müssen.
Kurze Kahoot-Quizze wurden erstellt, die zur Einführung in die Büchereinutzung dienen. Bei Recherche-Trainings für Schüler kommen sie als Element zur Auflockerung zum Einsatz.

Landesförderung 2017 in Bearbeitung
Im Rahmen des landesweiten Projektes „Sprachschatz“ wurde in Ochtrup das Programm für Büchereiführungen mit Vorschulkindern umgestellt. Dabei wurde eine App (ähnlich Dalli-Klick) zum Foto-Raten in das Programm eingefügt.
Da in Borken schon Bee-bots vorhanden waren, konnte bereits in der Planungsphase des Projekts an die „Ritter-Recherche“ (Recherche-Einführung mit Sachbüchern, Lexika und Internet-Suchmaschinen) mit den 4. Klassen angeknüpft werden: Nach Bewältigung der drei Recherchestationen stellte sich der Bee-bot vor und sammelte die Ausrüstung von der Matte ein, „um Ritter zu werden“. Die Aufmerksamkeit der Kinder für den Bienenroboter war auch nach der anstrengenden Recherche-Übung sehr hoch, so dass die Klassen motiviert werden konnten, eine eigene Rittergeschichte zu schreiben und dazu fünf Bilder für die Bee-bot-Matte zu malen.
Bei einem weiteren Besuch in der Bücherei lasen die Kinder ihre Geschichte vor und programmierten den Bee-bot. Die gesammelten Geschichten und Bilder lagen anschließend in den Ferien für die Öffentlichkeit zum Lesen und Ausprobieren aus. So staunten manche Eltern und Großeltern nicht schlecht, was Ritter mit Robotern zu tun haben.

Partner für die Förderung von Medienkompetenz

Alle Büchereien planen verstärkt Partnerschaften einzugehen, um Schulen und Kindergärten ein kompetenter Partner im Bereich der Medienkompetenzförderung zu sein. Erste Planungen und Gespräche sind bereits umgesetzt. Die weitere Planung sowie  ggf. vertragliche Bildungspartnerschaften sind ein noch laufender Prozess.
In Ochtrup fand als Einführung dazu eine Fortbildung für das gesamte Lehrerkollegium einer örtlichen Grundschule statt, die von Büchereimitarbeitern durchgeführt wurde.

Fazit

Veranstaltungen in Zusammenhang mit Digital Storytelling und mit Programmier-Angeboten sind aufgrund der personellen Situation der beteiligten Büchereien vor allem als Ferien-Workshops umsetzbar und werden das Ferienangebot der Büchereien auch zukünftig erweitern.
Regelmäßige Angebote in den Alltag zu integrieren, hat vor allem im Bereich von Büchereiführungen und Einführungen in Zusammenarbeit mit Schulen und Kindergärten gut funktioniert. Veranstaltungen für Kinder wurden um digitale Aspekte erweitert.
Durch das Projekt sind die vier Büchereien für die Zukunft gut aufgestellt und gerade für die Zusammenarbeit mit Schulen wird sich das Projekt auch langfristig auszahlen, zumal einige Teilkompetenzen des Kompetenzrahmens NRW damit abgedeckt werden können.
Die Ergebnisse der Workshops bei Youtube

Imagefilm über den Ort Geldern-Lüllingen

Ferien-Projekt der Öffentlichen Bücherei Geldern

Ferien-Projekt „Stop-Motion-Filme“ der Bücherei St. Lamberti Ochtrup

Ferien-Projekt der Remigius Bücherei Borken

Film von Ameer und Mohammed über die Öffentliche Bücherei Raesfeld


Die Bibliotheken stellen sich vor:

Remigius Bücherei Borken
Borken ist eine Mittelstadt mit ca. 42.000 Einwohnern im Westmünsterland nahe der niederländischen Grenze. Die Remigius Bücherei Borken ist eine in Trägerschaft der Kirchengemeinde Remigius befindliche Vertragsbücherei mit ca. 65.000 Besuchern jährlich. Das Team der Bibliothek besteht aus 5 Personen auf 3,5 Planstellen sowie 42 Ehrenamtlichen.

Öffentliche Bücherei Geldern
Geldern ist eine Mittelstadt mit ca. 34.000 Einwohnern im Niederrheingebiet. Die Öffentliche Bücherei Geldern befindet sich in Trägerschaft der Katholischen Kirchengemeinde St. Maria Magdalena und ist ebenfalls eine Vertragsbücherei.
Sie verzeichnet etwa 36.000 Besuche jährlich. Das Team setzt sich aus 7 Personen auf 2,67 Stellen zusammen und wird durch 17 Ehrenamtliche unterstützt. 

Bücherei St. Lamberti Ochtrup
Ochtrup ist eine kleine Mittelstadt mit ca. 21.000 Einwohnern im nordwestlichen Münsterland im Grenzgebiet zu Niedersachsen. Die Bücherei St. Lamberti ist eine in Trägerschaft der Kirchengemeinde St. Lambertus befindliche Vertragsbücherei. Das Team besteht aus drei Personen auf zwei Planstellen und wird unterstützt durch 42 ehrenamtliche Mitarbeiter*innen.

Öffentliche Bücherei Raesfeld
Raesfeld ist eine Kleinstadt im Westmünsterland mit ca. 8.000 Einwohnern. Die Öffentliche Bücherei Raesfeld ist ebenfalls eine Vertragsbücherei in Trägerschaft einer katholischen Kirchengemeinde mit rund 22.500 Besuchen jährlich.
Es handelt sich um eine One Person Library, welche von 20 Ehrenamtlichen Unterstützung erfährt.

 

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Das alte Testament – eine Anekdote zu unserer Social-Media-Reise

In einer Bibliothek findet sich allerlei Kurioses. Leser lassen Sachen liegen oder legen etwas zwischen die Seiten unserer Bücher.
Daraus haben wir auf Facebook eine eigene Kategorie gemacht: #gefunden
Hier suchten schon eine Puppe, das ein oder andere Schmuckstück und sogar ein – ungenutztes- Kondom (ja, kein Scherz) seinen Besitzer.
Am 2. Januar 2019 landete dann allerdings etwas sehr seltenes in unserer Fundschublade: ein Testament. Und da sowas ja bekanntlich sehr wichtig ist, haben wir direkt bei Facebook einen Aufruf an den Besitzer gestartet. Unser Foto machte schnell die Runde und wir haben eine hohe Anzahl an Menschen erreicht. Aber leider haben wir (erstmal) nichts vom Besitzer gehört.

Rheine_Letzter Wille

Am 11. Januar erschien dann in der örtlichen Presse eine Bericht über uns und unsere SocialMedia-Auftritte. Der Reporter interessierte sich auch für unsere #gefunden-Posts und setzte das Bild des Testaments zum Artikel in die Zeitung. Und siehe da: die Besitzerin hat es in der Zeitung (also ganz Old-School) gesehen und sich riesig gefreut, da sie es schon als verloren geglaubt hatte. Sie hat es dann in der darauffolgenden Woche abgeholt.
Und dann fiel unserer Kolleginnen Monika ein, dass es vor Jahren schon einmal so einen Artikel über verlorene Dinge in der Bibliothek in der gab.

Rheine Zeitung

Wir haben ihn tatsächlich gefunden und natürlich auf Facebook veröffentlicht. #wiedergefunden.


Die Stadtbibliothek Rheine nimmt am 7. Social Media-Qualifizierungsprogramm der Initiative „Lernort Bibliothek“ teil. Das Qualifizierungsprogramm steht unter dem Motto „Entwicklung einer Leitidee für Social Media“.

Ansprechpartner:
Elsbeth Wigger
Stadtbibliothek Rheine
Matthiasstraße 37
48431 Rheine

Die Stadtbibliothek Rheine im Netz:
Webseite: https://rheine-bibliothek.de/Aktuell
Facebook: https://www.facebook.com/StadtbibliothekRheine/
Instagram: https://www.instagram.com/stbrheine/


Weitere Informationen zum Qualifizierungsprogramm:
Leitidee für Social Media – die #Bibreise ist wieder on Tour!
Gelebte Utopien: Als Coachin bei der #BibReise
Was Sie noch nicht über öffentliche Bibliotheken wussten…
An Ems und Wupper: Rheine und Wuppertal auf #BibReise
Im Land der tausend Berge: Menden und Lüdenscheid auf #BibReise
Gestatten: Die Teams aus Stadtlohn und Gescher auf #BibReise
Aufbruchstimmung im Münsterland: Dorsten und Warendorf auf #BibReise

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Jede Menge Reisebekanntschaften

Im Rahmen des Social Media Projekts wurde das Facebook Profil der Stadtbibliothek Wuppertal geschärft und weiterentwickelt. Zusätzlich wurde auf Instagram ein weiterer Social Media Kanal eröffnet, der sich innerhalb kurzer Zeit größter Beliebtheit erfreute. Beide Kanäle verzeichnen steigende Followerzahlen und sorgen innerhalb der Stadtverwaltung, in der Stadtgesellschaft und neuerdings auch über die Grenzen der Stadt und der Fachwelt hinaus für eine gesteigerte und positive Wahrnehmung der Bibliothek und der Menschen in ihr.
Sehr beliebt ist das Instagram-Format „Fun with Zeitschriftenextras“, das stereotype Erwartungen über Bibliotheksmenschen erfolgreich frustriert und Fachkolleginnen und –kollegen begeistert.

Wuppertal_Instagram

 

Als Folge des Projekts eröffnete nach kollegialer Beratung im Herbst 2018 die Universitätsbibliothek Wuppertal einen eigenen Instagram-Account, um anlässlich des Tages der Bibliotheken am 24.10.18 mit uns einen gemeinsamen Instawalk zu veranstalten. Eine Jury kürte die besten Bilder für den ersten Wuppertaler Bibliothekskalender 2019. Die Zusammenarbeit der beiden Bibliotheken, aber auch mit Akteuren in der Stadt, zum Beispiel mit Wuppertal Marketing, erfuhr damit schönen Aufwind.

Wuppertal_Instagram2

Da Social Media lebensweltlich recht präsent ist, ergeben sich Kontakte auch gern zunächst informell. Eine Kollegin des Social Media Teams postete beispielsweise privat ein Foto der frisch sanierten Zentralbibliothek, das einem ihr bekannten Location Scout einer Kölner Fernsehproduktionsfirma ins Auge sprang.

Nachdem er sich unter dem Hashtag #stabiwupp weiter kundig gemacht hatte, nahm er den Kontakt auf, um die Bibliothek als möglichen Drehort zu besichtigen.

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Ob es jemals einen in der Bibliothek Wuppertal gedrehten Tatort geben wird, sei dahingestellt. Aber wir hatten einen klasse Termin und sind sehr gespannt, was sich aus diesem und all den anderen neuen Reisebekanntschaften weiter ergibt!


Die Stadtbibliothek Wuppertal nimmt am 7. Social Media-Qualifizierungsprogramm der Initiative „Lernort Bibliothek“ teil. Das Qualifizierungsprogramm steht unter dem Motto „Entwicklung einer Leitidee für Social Media“


Ansprechpartner:
Cordula Nötzelmann
Stadtbibliothek Wuppertal
Kolpingstraße 8
42103 Wuppertal

Die Stadtbibliothek Wuppertal im Netz:
Webseite: https://www.wuppertal.de/kultur-bildung/stadtbibliothek/index.php
Facebook: https://www.facebook.com/Stadtbibliothek.Wuppertal/
Instagram: https://www.instagram.com/stadtbibliothekwuppertal/


Weitere Informationen zum Qualifizierungsprogramm:

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Ab in die Tonne

Die Bücherei in Stadtlohn besitzt zusammen mit dem benachbarten Kindergarten keine Papiertonne, sondern einen Container, der wöchentlich geleert wird. Dieser Umstand ist sicherlich noch keine Geschichte wert, aber dieser Container verleitete uns zu unserem ersten Video auf Facebook und bescherte uns ein Teamerlebnis der besonderen Art.

Besagter Container steht praktischer Weise direkt vor dem Fenster, hinter dem unsere ausgeschiedenen und beim Flohmarkt nicht gewollten Bücher lagern. Diese Bücher dürfen zum Abschied einmal fliegen – zum Fenster hinaus direkt ins Altpapier. Das macht nicht nur den Büchern Spaß, sondern auch uns Mitarbeiterinnen. Das Bücherfliegen haben wir in einem Facebook-Post am 29. September 2017 festgehalten – was unser allererstes Video war und tatsächlich noch vor Start von Lernort Bibliothek.

 

Aber der Container hat uns noch ein weiteres Mal für ein Video inspiriert. Am Mittwoch, 23. Mai 2018, haben wir vier hauptamtlichen Mitarbeiterinnen uns um 14:00 Uhr verabredet, um unsere Idee vom letzten Teammeeting umzusetzen. Innerhalb einer halben Stunde wollten wir ein Video mit der App „Boomerang“ erstellen.

Erstes Problem:

„Wer filmt eigentlich? Wir müssen doch alle vier aufs Foto!“ Die Lösung kam gerade um die Ecke: eine Erzieherin vom benachbarten Kindergarten, die nicht dringend nach Hause musste und kurzerhand zur Kamerafrau ernannt wurde.

Zweites Problem:

„Wer geht jetzt da rein? Und wie?“ Zwei Freiwillige wurden schnell gefunden und ein Stuhl war auch in der Nähe. Nach kurzer Einweisung unserer Kamerafrau hieß es dann „Action!“. Und wow – ein Versuch, der saß! Da nimmt man doch zwei schmerzende Köpfe gerne in Kauf. Wir waren alle begeistert, haben uns vielmals bei der Erzieherin bedankt und hatten es tatsächlich in der uns zur Verfügung stehenden Zeit geschafft. Die Bücherei wurde pünktlich um 14:30 Uhr aufgesperrt und eine Kollegin konnte nach Oeding in die Zweigstelle fahren.

Drittes Problem:

„Wo ist das Video bei Boomerang?“ Speichert die App Videos nicht automatisch ab? Echt nicht?! Ich war kurz vorm Heulen! Ich hatte unser perfektes Video nicht abgespeichert und einfach die App geschlossen.

Viertes Problem:

„Wann können wir es wiederholen?“ Dazu sollte man wissen, dass wir vier uns nur mittwochs von 14:00 bis 14:30 Uhr regulär sehen und in den nächsten Wochen sollten wir alle abwechselnd im Urlaub sein. Also wurde die Kollegin in Oeding angerufen und gebeten, abends nochmal in Stadtlohn vorbeizuschauen. Was sie auch getan hat. Um 18:20 Uhr haben wir also unseren zweiten Versuch gestartet, mit einer neuen Kamerafrau und unter erschwerten Bedingungen. Der Container stand jetzt in der Sonne. Draußen waren es knapp 30 Grad und im Container? Aber unsere beiden Freiwilligen waren sehr tapfer!

Fünftes Problem:

„Das ist nicht so gut wie das Erste!“ Ich weiß nicht, wie viele Versuche wir unternommen haben, aber wir haben es nicht wieder so gut hinbekommen – was nicht an der Kamerafrau lag. Wie soll man auch ein doppeltes Kopfanstoßen auch nachstellen, das, was das erste Video so perfekt gemacht hat. Sechstes Problem: „Warum sind jetzt die Farben so komisch?“ Beim Abspeichern der Videos trat irgendwie ein Fehler bei den Farben auf, es war so scheckig. Nachdem es aber bereits kurz vor 19:00 Uhr war, wir absolut gefrustet waren und nur noch Feierabend haben wollten, beließen wir es dabei.

 

Letztendlich sieht der Post vom 22. Juni 2018 so aus, als hätten wir einen Filter darüber gelegt. Warum eigentlich erst einen Monat später? Daran kann ich mich wirklich nicht mehr erinnern…
Was genau wir gemacht haben und was uns letztendlich als Team wachsen ließ, das ist immer noch auf Facebook zu sehen


Die Öffentliche Bücherei St. Otger Stadtlohn nimmt am 7. Social Media-Qualifizierungsprogramm der Initiative „Lernort Bibliothek“ teil. Das Qualifizierungsprogramm steht unter dem Motto „Entwicklung einer Leitidee für Social Media“.


Ansprechpartner:
Daniela Kies
Öffentliche Bücherei St. Otger
Dufkampstraße 33
48703 Stadtlohn

Die Öffentliche Bücherei St. Otger  im Netz:
Webseite: http://www.buecherei-stadtlohn.de/
Facebook: https://www.facebook.com/buechereistadtlohn
Instagram: https://www.instagram.com/buechereistadtlohn/


Weitere Informationen zum Qualifizierungsprogramm:

Leitidee für Social Media – die #Bibreise ist wieder on Tour!
Gelebte Utopien: Als Coachin bei der #BibReise
Was Sie noch nicht über öffentliche Bibliotheken wussten…
An Ems und Wupper: Rheine und Wuppertal auf #BibReise
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Lost in Warendorf: Hasi sucht Baby

Das war unser erstes Socialmedia-AHA-Erlebnis: 2052 erreichte Personen und 233 Interaktionen für einen Facebook-Post und das kam so:
Irgendwann eines sommerlichen Nachmittags lag ein ziemlich dürrer, schmuddeliger aber fröhlich aussehender Schnuffeltuch-Hase ohne Anhang einsam in der Bücherei.

Ratlosigkeit unter der Belegschaft, was nun geschehen sollte. Rätselraten, wer zuletzt mit einem Kind samt Kinderwagen hier in der Stadtbücherei Warendorf zu Besuch war. Wir ahnten, dass es wohl zu einer unruhigen Eltern-Kind-Nacht kommen würde, wenn sich herausstellte, dass Hasi nicht da ist. Und dann haben wir ein Foto des langohrigen Gesellen gemacht und um 13.21 Uhr einen Aufruf gestartet per Facebook.

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In einer Geschwindigkeit bereitete sich das Hasenschicksal aus, dass wir nur so staunten. Es wurde ge-liked, geteilt und kommentiert. Eine Leserin identifizierte das Tier dann Aktenzeichenxy-mäßig und funkte eine Bekannte an und die wiederum dann irgendwann die Mutter vom Baby. Um 16:11 Uhr waren die Ermittlungen beendet: Baby Emma gehörte Schmuddelhase und die Omi holte das Getier ab. Die Babysitterin von Emma hatte den Hasen erkannt. Ende gut alles gut. Und das in rasendem Tempo von ca. 2,5 Stunden. WOW.
Das hatte uns ziemlich beeindruckt und ohne Facebook wäre Hasi irgendwann in der FindefuchsFundgrubenschachtel zwischen Postkarten, Handschuhen und Plastikbällen gelandet und hätte dort sein einsames Dasein gefristet. So konnten wir jedoch dieses grausame Schicksal abwenden. Und wenn Hasi nicht gestorben ist, dann lebt es doch wohl noch heute.

Warendorf2
Und die Moral von der Geschicht´: Unterschätz´ Socialmedia nicht!


Die Stadtbibliothek Warendorf nimmt am 7. Social Media-Qualifizierungsprogramm der Initiative „Lernort Bibliothek“ teil. Das Qualifizierungsprogramm steht unter dem Motto „Entwicklung einer Leitidee für Social Media“.


Ansprechpartner:
Birgit Lücke
Stadtbücherei Warendorf
Kurze Kesselstr. 17
48231 Warendorf
Die Stadtbibliothek Warendorf im Netz:
Webseite: http://www.buecherei-warendorf.de/de/
Facebook: https://www.facebook.com/buecherei.warendorf
Instagram: https://www.instagram.com/stadtbuecherei_warendorf/


Weitere Informationen zum Qualifizierungsprogramm:
Leitidee für Social Media – die #Bibreise ist wieder on Tour! 
Gelebte Utopien: Als Coachin bei der #BibReise 
Was Sie noch nicht über öffentliche Bibliotheken wussten… 
An Ems und Wupper: Rheine und Wuppertal auf #BibReise 
Im Land der tausend Berge: Menden und Lüdenscheid auf #BibReise 
Gestatten: Die Teams aus Stadtlohn und Gescher auf #BibReise 
Aufbruchstimmung im Münsterland: Dorsten und Warendorf auf #BibReise 

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Stadtbücherei Hagen: Facebook, kein Geheimrezept außer dem Spaß aller Beteiligten

Ein Gastbeitrag von Markus Suplicki, Mitglied des Facebook-Teams der Stadtbücherei Hagen. Durch verschiedene Facebook Posts ist der Account der Stadtbücherei bei den meisten Bibliothekaren auf Facebook bereits bekannt und geschätzt. In diesem Beitrag geben die Kollegen einen Einblick in Ihre Facebook-Arbeit und ein paar Tipps für die Umsetzung. 

Die Stadtbücherei Hagen ist seit 2015 auf Facebook aktiv. Der Weg dorthin war langwierig und die Hindernisse nicht alle in unserem Einflussbereich. Klar war aber schon früh, dass ohne eine Präsenz in der Social-Media-Welt ein nicht unwirksames Bausteinchen für die Öffentlichkeitsarbeit der Bücherei fehlen würde. Social-Media-Kanäle – das sollte man sich immer wieder klar machen – haben ein großes Potential für Imagepflege und Werbung für die eigene Einrichtung. Darüber hinaus sind sie ein wichtiger Kommunikationskanal für die Bibliothek.

Social Media als Imagepflege

Unsere Aktivitäten auf Facebook legen mittlerweile ganz bewusst den Schwerpunkt auf die Imagepflege. Für gezielte inhaltliche Werbung (zumindest, wenn man nicht dafür bezahlt) oder die Vermittlung kurzfristiger Sachinformationen eignet sich unserer Meinung nach Facebook eher nicht, da man als Poster vollständig dem undurchsichtigen Newsfeed-Algorithmus Facebooks ausgeliefert ist und die Seite selten direkt aufgerufen wird.

Doch was bedeutet Imagepflege in diesem Zusammenhang? Uns ist wichtig klarzumachen, dass hinter der Institution Bibliothek Menschen stehen und uns nicht einfach nur als beliebige öffentliche Einrichtung zu präsentieren. Pressemitteilungen sind schon bei Google, der Webseite und auf den Online-Medien der Stadt nachzulesen, warum sie also nochmal in den News Feed pusten?

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Vonseiten der städtischen Pressestelle und der Bibliotheksleitung sind dem Team keine thematischen Einschränkungen auferlegt. Dennoch haben wir uns im Vorfeld Verhaltensregeln gegeben und verschriftlicht, damit auch neu hinzukommende Mitarbeiter*innen denselben Standard einhalten.

Abwechslungsreiche Mischung als Erfolgsfaktor

Was also hat sich für uns als besonders erfolgreich erwiesen?

Langeweile nicht.

Unter anderem wird ja auch die Verweildauer auf Postings im Newsfeed von Facebook überwacht. Darum sind wir überzeugt von überraschenden Einblicken, kurzen pointierten Texte – und nicht zuletzt auch von einem gewissen Maß an Selbstironie (möglichst, ohne dabei ins Alberne abzurutschen). Wobei letzteres mit Fingerspitzengefühl einhergehen muss, weil es potentiell zu Missverständnissen kommen kann. Dazu zählt auch: Bilder überzeugen. Oft ist der Text gar nicht so wichtig, solange das Bild interessant ist. Ideal wäre außerdem: Erzähle eine Geschichte um die Information herum.

Regelmäßig bewegte Bilder posten.

Da sich FaKamishiHäcebook – bisher mit mäßigem Erfolg – auch als YouTube-Ersatz profilieren möchte, werden Videoclips regelmäßig mit höherer Reichweite bedacht. Umgekehrt wird mit unterdurchschnittlicher Reichweite bestraft, wer YouTube-Videos teilt. Wir stellen unsere Clips an beiden Stellen ein und nutzen den ansonsten von uns bisher nicht beworbenen YouTube-Kanal, um Clips etwa auch auf unserer Webseite einzubinden. Thematisch gilt auch hier das Langeweile-Verbot. Wir setzen Videos etwa für eine laufende Reihe zur Vorstellung von Medienangeboten ein („Kamishi-Hä??“) oder zur originelleren Vermarktung ansonsten eher konventioneller Dinge (Geschenkgutscheine, wie langweilig! – außer, man macht eine Geschichte daraus …). Grundsätzlich gilt auch hier der alte radiojournalistische Grundsatz: Man darf über alles reden, nur nicht länger als 90 Sekunden …

Eigener Content hat Vorfahrt.

Die Bemerkung zu den Videos gilt leider auch für das Teilen von Beiträgen anderer Seiten. Das ist oft schade, denn es gibt immer wieder Postings aus anderen Bibliotheken, die unbedingt verbreitet werden müssten. Und irgendwie widerspricht es auch der Idee der Vernetzung. Unsere Erfahrung ist, geteilte Beiträge bekommen keine gute Reichweite. Das gilt sogar für das Teilen eigener Beiträge: Wir nutzen natürlich den Veranstaltungskalender von Facebook zur Ankündigung der “Highlights”, eine Bewerbung im Feed klappt aber nur, wenn man daraus einen eigenen Beitrag macht (Achtung: Langeweile-Verbot!)

Ihr seid alle Individuen!

Das Hagener Facebook-Team besteht aus fünf Kolleg*innen, die durch ihre unterschiedliche Herangehensweise Variation in die Beiträge bringen. Die Verantwortung wechselt wöchentlich, und grundsätzlich lässt das Team dem jeweiligen “commander in chief” freie Bahn. Dieses Modell entstand nach einigen Experimenten mit Verantwortlichkeiten über ein Zwischenmodell eines Redakteurs, der aus den Vorschlägen des Teams den Tagespost auszuwählen hatte. Da aber innerhalb des Teams Konsens über die grundsätzliche Herangehensweise herrscht (und auch Schnittmengen etwa im Sinn für Humor), bürgt dies für eine breite Palette an Themen bei gleichmäßigem Grundton der Seite.Jungs Hemden.PNG

Lerne von den Guten.

Vermutlich eine Selbstverständlichkeit. Regelmäßig Fragen an die Fans zu stellen, Umfragen, Selbstironie, “home stories” … Der Mix aus möglichst abwechslungsreichen Themen ist aus der Anwendung und Veränderung von Anregungen entstanden, die wir immer wieder aus anderen Bibliotheken aufnehmen. Die Anregung zu einem Clip mit Interviews mit Bibliotheksbesucher*innen beispielsweise verdanken wir der Stadtbücherei Erlangen.

Identifikation sorgt für Reaktion

Die Frage der strategischen Planung von Zeiten und Tagen für Postings haben wir uns bereits mehrfach gestellt. Wir haben immer wieder versucht, zurückliegende Beiträge daraufhin zu analysieren und bewusst mit unterschiedlichen Zeiten zu experimentieren. Das Ergebnis fasste eine Kollegin des Teams mit den Worten zusammen: “Es ist egal, wann wir posten, Hauptsache, wir posten überhaupt.” Und in der Tat ist es (in unserem Fall) weniger wichtig, wann ein Beitrag veröffentlicht wird, sondern, wer ihn sieht – und teilt. Ebenso ist weniger die Anzahl der eigenen Fans entscheidend, sondern die Reichweite der Beiträge und die Interaktionsrate. Ebenso wie die Vernetzung etwa mit lokalen Facebook-Gruppen der eigenen Stadt ist die Wichtigkeit regelmäßige direkter Ansprache kaum zu unterschätzen.

Leider gibt kein Erfolgsrezept. Sich langsam aber sicher eine große reaktionsfreudige Fanbasis aufzubauen, gelingt am besten, wenn das Team – auch nach außen sichtbar – hinter dem steht, was es macht. Das kann ziemlich mühselig sein, denn das Ganze ist ein sich selbst nur langsam verstärkender Prozess. Entscheidend ist aber, sich einem bestimmten erkennbaren Grundton anzunähern – wie der aussehen kann, hängt von vielen lokalen Faktoren ab und kann von dem one liner der Büchereien Wien bis zu ausführlichen kulturpolitischen Äußerungen reichen. Letztlich zählt die Identifikation der Macher und der Fans mit der eigenen Einrichtung. Trotz aller unguten Gefühle, die man gegenüber dem Einfluss des Facebook-WhatsApp-Instagram-Monopols auf die Öffentlichkeit hat: Darauf zu verzichten, bedeutet, auf Sichtbarkeit zu verzichten.

Inzwischen ist ebenfalls der Instagram-Kanal der Stadtbücherei erfolgreich gestartet! (Ergänzung vom 03.06.2019)


Die Hagener Stadtbücherei im Netz:

Webseite: https://www.hagen.de/stadtbuecherei
Facebook: https://www.facebook.com/stadtbuecherei.hagen/
YouTube: https://www.youtube.com/user/StadtbuechereiHagen
Instagram: https://www.instagram.com/stadtbuecherei_hagen (noch inaktiv, startet in Kürze)

 

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Etwas fürs Herz

Als beim Leitungstreffen in Wuppertal die Idee entstand, für den nächsten Blogbeitrag der Fachstelle zur #bibreise über ein ganz besonderes Erlebnis zu berichten, sah ich vor meinem inneren Auge erst mal ein riesiges Fragezeichen. Für unsere Aktivitäten auf Facebook und Instagram gilt zwar #läuftbeiuns, aber DAS EREIGNIS gab es in meiner Wahrnehmung eigentlich nicht.

Das änderte sich an dem Tag, als Moritz kam!

Was es mit Moritz auf sich hat, hat unsere Kollegin Janine Tollkötter auf Facebook dokumentiert:

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Wie Ihr seht, war der Arbeitsplatz für Moritz liebevoll vorbereitet. Pünktlich um 11 Uhr trat unser kleiner Tagespraktikant seinen Dienst an. Und damit begann für alle Kolleginnen in den benachbarten Büros ein unvergesslicher Vormittag. Es war so herzerwärmend, Moritz und Janine einfach nur zuzuhören. Mir hat der Umgang der beiden miteinander auf jeden Fall für den ganzen Tag ein Lächeln ins Gesicht gezaubert! Aber es wurde definitiv nicht nur geplaudert, sondern die
Arbeit planmäßig erledigt, so dass sich Moritz um 13 Uhr in die wohlverdiente Mittagspause verabschieden konnte.
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Das Kamishibai mit Moritz war am Nachmittag war natürlich ein voller Erfolg. Etwas anderes habt Ihr sicher auch nicht erwartet. Aber die Geschichte war damit noch immer nicht zu Ende. Seht selbst:

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Natürlich hätten sich Moritz und Janine auch ohne Social Media getroffen, aber dann hätte niemand außerhalb unserer Büros von dieser wundervollen Begegnung erfahren, und das wäre sehr schade gewesen, oder?


Die Stadtbibliothek Dorsten nimmt am 7. Social Media-Qualifizierungsprogramm der Initiative „Lernort Bibliothek“ teil. Das Qualifizierungsprogramm steht unter dem Motto „Entwicklung einer Leitidee für Social Media“.


Ansprechpartner:
Birgitt Hülsken
Stadtbibliothek Dorsten
(Bildungszentrum Maria Lindenhof)
Im Werth 6
46282 Dorsten

Die Stadtbibliothek Dorsten im Netz:
Webseite: http://www.vhsundkultur-dorsten.de/stadtbibliothek/index.php
Facebook: https://www.facebook.com/stadtbibliothek.dorsten/
Instagram: https://www.instagram.com/stadtbibliothekdorsten/?hl=de


Weitere Informationen zum Qualifizierungsprogramm:

Leitidee für Social Media – die #Bibreise ist wieder on Tour!
Gelebte Utopien: Als Coachin bei der #BibReise
Was Sie noch nicht über öffentliche Bibliotheken wussten…
An Ems und Wupper: Rheine und Wuppertal auf #BibReise
Im Land der tausend Berge: Menden und Lüdenscheid auf #BibReise
Gestatten: Die Teams aus Stadtlohn und Gescher auf #BibReise
Aufbruchstimmung im Münsterland: Dorsten und Warendorf auf #BibReise

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Stadtbibliothek Essen: Angebote für Asylsuchende, Migrantinnen und Migranten

Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt die Entwicklung Öffentlicher Bibliotheken u.a. durch die finanzielle Förderung von innovativen Projekten. Die Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW stellt in lockerer Reihenfolge interessante Praxisbeispiele aus verschiedenen Förderprogrammen in Form von Gastbeiträgen auf ihrem Blog vor. Der vorliegende Beitrag stellt das neue Angebot für Asylsuchende, Migrantinnen und Migranten der Stadtbibliothek Essen vor. Das Projekt besteht aus vier Säulen: Mitarbeiterqualifizierung, Medienerwerb, Führung und Sprachcafé.

Säule 1: Mitarbeiterqualifizierung

Elementare Voraussetzung für den Umgang mit der Zielgruppe der Asylsuchenden und Migrant/innen sind Kenntnisse über diese Zielgruppen. Die Stadtbibliothek hat es hier weitestgehend mit Menschen zu tun, deren Haltung, Verhaltensweisen, Hintergründe und Traditionen nicht bekannt sind. Das bedeutet, dass eine Qualifizierung bei allen Mitarbeiter/innen erforderlich ist, um zu sensibilisieren, um sie handlungsfähig zu machen und um Ängste und Vorurteile abzubauen.

Zu diesem Zweck wurde Herr Yilmaz Holtz-Ersahin als Dozent engagiert, der die Aufgabe hatte, in machbarer Gruppenstärke „interkulturelle Kompetenz“ zu vermitteln. Er ist Autor des Buches „Kurden in Deutschland: Zwischen Re-Ethnisierung und Beheimatung in der postmigrantischen Gesellschaft“. Außerdem ist er Bibliothekar in der Stadtbibliothek Duisburg, Lehrbeauftragter und Mitglied zahlreicher Fach-kommissionen im Rahmen der interkulturellen Bibliotheksarbeit. So war unser Dozent einerseits in der Lage, den Mitarbeiter/innen einerseits Ängste zu nehmen in dem Aufeinanderzugehen und ihnen andererseits lebenspraktische Verhaltensweisen der Zielgruppe verständlich zu machen. Die Mitarbeiter/innen waren begeistert, da die Darstellung des Dozenten sehr praxisnah und hilfreich war.

Säule 2: Medienerwerb

Mittels der Position Medien konnte der Bestand aus den ersten gemachten Erfahrungen ergänzt und erweitert werden. Vornehmlich wurden angeschafft: Prüfungstrainings Deutsch, Lernwortschätze, Bild- und Schulwörterbücher, Sprachmemos, Überblicke über Berufs- und Ausbildungsfelder sowie auch, um den Gedanken der weiterhin zur Heimat und deren Kultur bestehenden Verbindungen aufrecht zu erhalten, zweisprachige Ausgaben und originalsprachige Literatur.

Willkommen-Regal, © Klaus-Peter Böttger

Diese Neuanschaffungen wurden in einer gesonderten Statistikgruppe zur Nutzungsanalyse erfasst: Systemgruppenschlüssel 66 Willkommen. Der u.a. Auszug aus der Statistik über den Zeitraum eines Jahres (1.7.17-30.6.18) zeigt, dass dieses Angebot sehr gut angenommen wurde. Der Umsatz liegt über dem Durchschnitt.

Schlüssel 66Willkommen:
Bestand 1179     Ausleihen 6042     Nicht entliehen 306     Umsatz: 5,36

Die sekundären Auswirkungen auf den Gesamtbestand, d.h. bspw. erhöhte Ausleihzahlen in den Bereichen Sprache, einzelne Fremdsprachen, einfache Lektüren oder ausbildungs- und berufsorientierte Medien sind nicht eindeutig zuzuordnen, aber durchaus signifikant.

Säule 3: Führungen

Neben der Bestandserweiterung wurden Tablets beschafft, um die Führungen für die Zielgruppe anschaulich zu gestalten. Sie wurden mit Dokumenten auf Deutsch und den Fremdsprachen bespielt, die in Essen einheitlich als Standard vereinbart sind und so auch auf den interkulturellen und Integrations-Webseiten der Stadt Essen verwendet werden: Englisch, Französisch, Serbisch, Arabisch und Farsi.

Die Tablets werden unterstützend bei Führungen eingesetzt, um die Darstellungen der Mitarbeiter/innen zu unterstreichen bzw. in manchem Fall erst verständlich zu machen. Für diesen Zweck, d.h. das Aufspielen auf die Tablets ebenso wie auf die Website der Stadtbibliothek, wurden von den Mitarbeiter/innen, sieht man von der Satzung ab, Texte erarbeitet, die die Verfahrensweisen und Angebote der Stadtbibliothek einfach verständlich machen. Dabei wurde darauf geachtet, dass dies keine Standardeinführung wurde, sondern auf die Bedarfe der Zielgruppe ausgerichtet ist.

Säule 4: Sprachcafé

Zur Verortung des Sprachcafès wurden Möbel beschafft, die die Besonderheit des Raumes deutlich machen sollen, auch wenn es sich nicht um einen separaten Raum handelt. Dieser soll (fast) jederzeit während der Öffnungszeiten genutzt werden, ist aber in Zusammenarbeit mit den betreuenden Flüchtlingsorganisationen für bestimmte Zeiträume reserviert. Wichtig war es hierbei, dass dieser Bereich zwar als Besonderes zu erkennen ist, aber sich nicht von dem übrigen Bibliotheksgeschehen abschottet und auch gleichzeitig flexibel einsetzbar ist. Daher wurden rollbare Trennwände gewählt, die beschreibbar bzw. auch mit Plakaten bestückbar sind.

Rollbare Trennwände im Sprachcafé, © Klaus-Peter Böttger

Fazit

Die Gesamtresonanz auf dieses Projekt ist als befriedigend zu bewerten. Es ist von der Zielgruppe und den kooperierenden Organisationen angenommen worden. Es unterstützt und ergänzt die bisherigen Bemühungen der Bibliothek, Asylsuchenden und Flüchtigen die Bibliothek näher zu bringen, sie als Treffpunkt, Informationszentrum und Arbeitsort wahrnehmen zu lassen und sie für sich in Anspruch zu nehmen.Selbstkritisch ist anzumerken, ob ein Projekt dieser Art nicht hätte früher bewerkstelligt werden müssen, damit bereits vorzeitig dieses konzeptionelle Angebot hätte verankert werden können. Andererseits war es im Projektjahr 2016 erst einmal wichtig, Bestände überhaupt zur Verfügung stellen zu können. 

 


Ansprechpartner:Klaus-Peter Böttger
Direktor der Stadtbibliothek Essen
Hollestraße 3 (Gildehof)
45127 Essen
E-Mail: klaus-peter.boettger[at]stadtbibliothek.essen.de

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Projekt „Sprachschatz“: Die Bündnisse stellen sich vor! – Bündnis Bergneustadt

Das Pilotprojekt „Sprachschatz – Bibliothek und KiTa Hand in Hand“ ist im Oktober 2017 gestartet. Es handelt sich um ein Kooperationsprojekt der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW und der Landesweiten Koordinierungsstelle Kommunale Integrationszentren (LaKI). In den nächsten Monaten werden verschiedene Gastbeiträge veröffentlicht, in denen die Bündnisse sich und Ihre aktuelle Arbeit im Projekt vorstellen werden. Mit dem Abschluss des Projekts in 2020 werden die Konzepte der Bündnisse und die Ergebnisse der Evaluation für den Einsatz in der Fläche aufbereitet und in Form eines Abschlussberichts veröffentlicht.

Sprachschatz Bündnis Bergneustadt

Das Bündnis Bergneustadt besteht aus drei Institutionen. Insgesamt fünf Personen arbeiten an dem Projekt Sprachschatz und gestalten es für Bergneustadt.

a) Stadtbücherei Bergneustadt

Wir sind eine kleine Stadtbücherei mit ca. 18.000 Medieneinheiten, 1,34 Personalstellen und 30 Öffnungsstunden. Seit zwei Jahren befindet sich die Stadtbücherei in einem Haus mit der Grundschule in Bergneustadt. Zahlreiche Aktionen zum Thema Sprach- und Leseförderung wie z.B. Lesetraining, Schülercenter, Büchereiführerschein, Bilderbuchpreis, Lesestart, Sommer- und JuniorLeseClub, Vorlesestunden, Ferienspaß, diverse Klassenführungen, Rallyes u.v.m. werden seit vielen Jahren in der Stadtbücherei angeboten. Die Zusammenarbeit mit allen Kindertagesstätten vor Ort ist sehr intensiv.

In unserer Bücherei begegnen wir – vor allen Dingen seit dem örtlichen Zusammenschluss mit der Grundschule – vielen Kindern mit Migrationshintergrund. Einige sprechen ein akzentfreies Deutsch, viele andere sprechen weder Deutsch noch können sie sich in ihrer Muttersprache einwandfrei artikulieren.

Das Projekt bedeutet eine große Herausforderung für uns, da es in diesem kleinen Betrieb definitiv „on top“ passieren muss. Eigentlich gibt es keine personellen Kapazitäten! Aber es passt hervorragend in unsere Zielsetzung, stellt die Stadtbücherei in einen positiven Kontext und zeigt, dass Büchereien mehr bieten als bloße Ausleihe. Außerdem gibt es uns die Möglichkeit, digitale Medien finanziert und deren Anwendung in Schulungen mit Medienpädagogen genau erklärt zu bekommen.

b) Johanniter Kindertagesstätte Talstrasse

Die KiTa Talstrasse ist mit 80 Plätzen für Kinder von 2-6 Jahren die zweitgrößte KiTa  in Bergneustadt. In vier Gruppen werden die Kinder von insgesamt 18 Fachkräften betreut. Neben drei Gruppen- und Nebenräumen steht für die Waldgruppe ein Aufenthaltswagen zur Verfügung, der sich auf einem Außengelände befindet.

Ein großer Anteil der Kinder kommt aus Familien mit Migrationshintergrund. Zudem gibt es einige Familien, die an der Armutsgrenze leben. Diesen Kindern soll eine Perspektive eröffnet werden und auf diesem Weg in Begleitung integrativ gefördert werden.

Dazu gehören auch der Besuch der Bücherei und der Umgang mit Medien. Da Partizipation einen hohen Stellenwert bei den Johannitern hat, kann dieses Projekt den Kindern helfen schneller integriert zu werden.

Der Kindergarten hat sich die spezielle Förderung von Kindern in diesen Altersgruppen zur Aufgabe gemacht. Dazu gehören Bewegungsförderung, Förderung der Feinmotorik und nicht zuletzt auch die Sprachförderung.

Die Zusammenarbeit mit der Stadtbücherei ist seit vielen Jahren sehr eng. Die beiden Institutionen liegen fußläufig beieinander. So kann auf kurzem Weg vieles geklärt werden und die Kinder entwickeln eine enge Bindung zur Bücherei.

c) Kommunales Integrationszentrum Oberbergischer Kreis

Viele Menschen, die im Oberbergischen Kreis leben, verfügen über Zuwanderungserfahrung und bereichern seit vielen Generationen die gesellschaftliche Entwicklung in sozialer, wirtschaftlicher und kultureller Hinsicht.

Das Kommunale Integrationszentrum des Oberbergischen Kreises kann somit auf eine lange Integrationstradition vor Ort und auf einen großen Erfahrungsschatz im Zusammenleben und Arbeiten mit zugewanderten Menschen zurückgreifen.

Die Mitarbeiter*innen im KI sind auf aktuelle Fragen des interkulturellen Zusammenlebens und der Integration von Menschen unterschiedlicher kultureller Herkunft fachlich spezialisiert. Wir setzen uns im gesamten Kreisgebiet dafür ein, dass Integration im Sinne von Chancengleichheit und Teilhabe sowie das Zusammenleben in Vielfalt gelingen.

Darüber hinaus ist es uns ein großes Anliegen Kinder in ihrer Mehrsprachigkeit zu fördern und Mehrsprachigkeit als Ressource zu sichern.

Was ist unser Ziel – weshalb haben wir uns beworben?

Jede Institution innerhalb unseres Bündnisses arbeitet an dem Ziel, Kinder in ihrer sprachlichen Entwicklung zu unterstützen. Die Bevölkerung von Bergneustadt besteht zu 42 % aus Menschen, die einen Migrationshintergrund haben. Der Anteil der Eltern mit niedriger formaler Bildung ist in Bergneustadt sehr hoch und die Deutschkenntnisse der Kinder mit Migrationshintergrund werden insgesamt schlecht bewertet. Die Chancen dieser Kinder müssen daher verbessert werden und sie sollen die Möglichkeit erhalten intensiver am alltäglichen gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Dafür ist eine frühe sprachliche Förderung unumgänglich.

Diese Faktoren waren ausschlaggebend für die Bewerbung an dem Projekt „Sprachschatz“. Die Förderung von Sprache in Kombination mit digitalen Medien erschien uns sowohl sinnvoll als auch nach ganz viel Spaß für die Kinder. Dieses Projekt ist genau der richtige Weg, um die Kinder dort abzuholen, wo sie sich begeistern lassen und sie an digitale Medien in einem sinnvollen Kontext heran zu führen.

Integration durch Bildung – das Ganze bitte mit hohem Spaßfaktor! Das klingt nach einem System, das funktionieren könnte!

Schwerpunkt – Vorgehensweise – Erfahrungen

Als das Bündnis Bergneustadt die Zusage bekam an diesem Projekt teilnehmen zu dürfen war die Freude bei allen Beteiligten riesig groß! Die Auftaktveranstaltung in Essen lieferte uns einiges an Hintergrundwissen. Durch die Beteiligung an den unterschiedlichen Workshops erkannten wir die große Themenvielfalt der digitalen Medienlandschaft. Verstärkt wurde diese Freude durch die erste Qualifizierungsrunde, die nur drei Wochen nach der Auftaktveranstaltung stattfand: Es ist einfach unglaublich, wie viele Möglichkeiten es gibt mit den unterschiedlichsten Medien zu arbeiten!

Während der folgenden, monatlich stattfindenden, Bündnistreffen wurden diese Möglichkeiten analysiert, bewertet, ausprobiert und teilweise wieder verworfen. Es wurden immer wieder neue Ziele definiert, um dann irgendwann festzustellen, dass es für uns nur ein großes Ziel gibt: die Sprachförderung. Diese soll mit digitalen Medien erreicht werden und Mehrsprachigkeit beinhalten.

Im Februar 2018 fand die zweite Qualifizierungsrunde statt; leider mit nur drei Bündnisteilnehmern statt. Wir ließen uns wieder von Vorschlägen des projekteigenen Medienpädagogen Tom Birke begeistern. Aber erneut kamen Zweifel auf: vieles erschien uns zu schwierig, einiges zu umfangreich oder zu wenig sprachbezogen. Trotzdem wollten wir die Theorie endlich in die Praxis umsetzen und entwickelten einen Projektdurchlauf, der aus vielen unterschiedlichen Modulen bestand.

Die Kinder der Sprachfördergruppe hatten fünf Tage die Möglichkeit, die Bücherei kennenzulernen. Sie durften mit Tablets und Kameras fotografieren, bekamen ein Bilderbuchkino geboten und spielten die einzelnen Szenen des Buches „Papa kann fast alles“ nach. Dabei filmten sie sich gegenseitig. Sowohl die Kinder als auch die Erwachsenen waren mit Begeisterung bei der Sache! Innerhalb von einer Woche hatten die Kinder ein breites Medienangebot kennengelernt und ausprobiert.

Aber rechtfertigt der sprachliche Erfolg diesen extrem hohen Personalaufwand? Wir kamen zu dem Ergebnis, dass dieses Konzept nicht nachhaltig funktionieren kann, da es sowohl für eine kleine Stadtbücherei als auch für eine kleine KiTa zu personalintensiv ist. Neben der Personalkapazität kommt erschwerend hinzu das nur der Freifunk der Schule als WLAN genutzt werden kann. Mit der WLAN Situation ist intensive Arbeit mit dem Tablet und die verschiedene Arbeiten mit dem Kreativtonie nur mit erheblichem zeitlichen Aufwand umzusetzen. Es stellte sich schließlich heraus, dass die Konzepte, wenn sie dauerhaft funktionieren sollen, möglichst einfach gestaltet sein müssen. Auch weitere Institutionen sollen diese ohne großen Aufwand übernehmen können. Für Bibliotheken kann es zusätzlich sinnvoll sein, dieses Konzept mit mehreren KiTas durchzuführen. Nur so kann eine flächendeckende Sprachförderung möglich gemacht werden.

Dabei kam uns tatsächlich der Gedanke, ob die Sprachförderung auf der Basis von Wimmel- und Bilderbüchern nicht tatsächlich am einfachsten, schnellsten, preiswertesten wäre.

Im nächsten Durchgang ist geplant, dass die Module innerhalb eines Jahres mit der Sprachfördergruppe umgesetzt werden können. Die Kinder werden 5-6 Mal in die Stadtbücherei kommen und dürfen unterschiedliche Medien ausprobieren. Anschließend nehmen sie diese mit in die KiTa, um sie dort selbstständig zu nutzen und zusätzlich anderen erklären zu können. Die Sprachförderung erfolgt durch gezielte Kommunikation, in der Medien gezeigt und ausprobiert und Begriffe erklärt werden. Im nächsten Schritt sollen die Kinder ihr Wissen weitergeben: Sie sind die „Experten“ und kommunizieren mit ihren Freunden unter Verwendung der zuvor erlernten Begriffe. Auf diese Weise probieren sie vom Buch bis zum Tablet die unterschiedlichsten Medien aus und müssen (wollen!) im Anschluss darüber kommunizieren!

Diese Diashow benötigt JavaScript.

 


Ansprechpartner Bündnis Bergneustadt:

Brigitta Wenzel
Stadtbücherei Bergneustadt
Goethestr. 13
51702 Bergneustadt
E-Mail: info[at]stadtbuecherei-bergneustadt.de

Weitere Blogbeiträge zum Projekt „Sprachschatz- Bibliothek und Kita Hand in Hand“:

Sprachschatz_Logo_Farbe_17_12_13Projekt „Sprachschatz“: Die Bündnisse stellen sich vor! – Bündnis Krefeld

Projekt „Sprachschatz“: Die Bündnisse stellen sich vor! – Bündnis Ochtrup

Projekt „Sprachschatz“: So geht Kooperation – Ziele und Pflege (Teil 2)

Projekt „Sprachschatz“: So geht Kooperation – Merkmale und Phasen (Teil 1)

Projekt „Sprachschatz“: Medienkompetenz und Sprachförderung – Kinder beim Aufwachsen mit Medien gestalten

Projekt „Sprachschatz“: Trickfilm als Element der alltagsintegrierten Sprachförderung für fast alle Altersklassen

Projekt „Sprachschatz“: Sprachbildung, Mehrsprachigkeit, Medienbildung und Medienkompetenz

„Sprachschatz – Bibliothek und KiTa Hand in Hand“ – 2017-2019 Auftakt zum Pilotprojekt

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Touch & Learn – neue digitale Angebote der Stadtbibliothek Hattingen

Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt die Entwicklung Öffentlicher Bibliotheken u.a. durch die finanzielle Förderung von innovativen Projekten. Die Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW stellt in lockerer Reihenfolge interessante Praxisbeispiele aus verschiedenen Förderprogrammen in Form von Gastbeiträgen auf ihrem Blog vor. Der vorliegende Beitrag stellt das neue Angebot „Touch & Learn“ in der Stadtbibliothek Hattingen vor. Read More

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Ihr Fachstellenteam in der Bezirksregierung Düsseldorf

Die Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW fördert die Entwicklung der kommunalen öffentlichen Bibliotheken in Nordrhein-Westfalen. Sie ist seit 2015 bei der Bezirksregierung Düsseldorf im Dezernat 48 organisiert. Fachlich ist sie dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen unterstellt.

Aktuelle Ansprechpartner*innen (Übersicht, externer Link)

Weitere Informationen auf den Seiten der Bezirksregierung Düsseldorf unter Dezernat 48.08 Öffentliche Bibliotheken 

CD Footer Bezirksregierung Düsseldorf

 

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Instagram in der Münchner Stadtbibliothek: Vermittlung von Menschen und Orten

Ein Gastbeitrag von Katrin Schuster, Münchner Stadtbibliothek. Sie arbeitete 10 Jahre als freie Journalistin im Bereich Kultur und Medien und verantwortet seit 2015 die Digitale Kommunikation. Sie betreut Website, Blog und die Social-Media-Auftritte der Münchner Stadtbibliothek.

An sozialen Netzwerken faszinieren mich nicht nur die interkulturellen Brücken, die zu schlagen sie im Stande sind, sondern auch ihre Diversität als solche. „Social Media“ ist als Bezeichnung nicht verkehrt; doch der Begriff unterschlägt die großen strukturellen (und damit eben auch diskursiven) Unterschiede der verschiedenen kommunikativen Tools. Solche Differenzen stellen ein ums andere Mal die Grundlage der digitalen Kommunikation der Münchner Stadtbibliothek dar.

Mobil mit Herz und in Bild

In Sachen Instagram war die Sache also recht schnell klar: Instagram hat als erstes soziales Netzwerk die Desktop-Version quasi abgeschafft und war folglich nur mobil bedienbar. Diese Struktur habe ich beim Wort genommen und den Kanal selbst mobilisiert, indem ich ihn ‚ausgewildert‘ habe. Seit November 2016 ist er innerhalb der Institution auf der Reise: von einer Mitarbeiterin zur nächsten, von einer Abteilung in die andere, von den eServices zur Kommission Medienpädagogik zu den FaMI-Azubis zur Leitung der Monacensia im Hildebrandhaus.

Ein weiteres wichtiges Merkmal von Instagram ist die weitgehende Freundlichkeit, die dort herrscht. Auch das hat eine strukturelle Ursache: Instagram-Beiträge lassen sich nicht teilen, zumindest nicht ohne zusätzliche Apps; Instagram selbst bietet diese Möglichkeit schlichtweg nicht. Zustimmung muss sich dort also anders äußern – entweder durch ein „Like“ (Instagrams Symbol dafür ist ein Herz) oder einen Kommentar.

Öffentliche Bibliothek, Bibliothekar*innen in der Öffentlichkeit

Ein Social Network ohne Sharing-Funktion? Was zunächst widersinnig klingt, hat zumindest eine positive Folge: Auf Instagram gibt es quasi keine Shitstorms und überhaupt wenig böse Worte. Das war ein weiteres wichtiges Argument für die Take-Over-Strategie: Auf Instagram können Menschen, die mit Social Media noch keinerlei Erfahrung gemacht haben, gut erste, durchaus auch mal unbedachte Schritte im Community-Web machen, ohne dass sie sich gleich vor Trollen, Hatern und politisch kritischen Kommentaren fürchten muss. Als Einstieg in die digitale Öffentlichkeitsarbeit, gleichsam als Schulungstool, ist Instagram meiner Meinung nach besser als jedes andere Netzwerk geeignet. Wer verstehen will, wie digitale Kundenkommunikation heute funktioniert – und ich finde, das müssen Bibliothekarinnen und Bibliothekare –, der muss selbst an dieser neuen dialogischen und partizipativen Öffentlichkeit teilhaben. Man muss mitmachen, um zu begreifen, was da vor sich geht, und genau diese Möglichkeit wollte ich meinen Kolleginnen und Kollegen schnell und unkompliziert bieten.

Von Anfängen und Selbstläufern

Die ersten Take-Overs musste ich, wenig überraschend, selbst organisieren, indem ich einzelne Kolleginnen oder Teams direkt ansprach. Doch das hat sich längst geändert: Der Übernahme-Kalender ist aktuell bis Herbst 2019 ausgebucht. Besonders gefreut hat es mich, als eine Kollegin aus der Abteilung Finanzen und Rechnungswesen fragte, ob sie nicht auch einmal … Damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet! Obwohl ich damit wohl hätte rechnen müssen, denn längst hat sich herumgesprochen, dass solch ein Take-Over nicht nur Spaß macht, sondern auch ein gewisses Change Management in Teams initialisieren kann, indem es bislang ungeahnte Stärken und Schwächen offenbart. Einen Monat lang einen Social-Media-Kanal zu bespielen, setzt so manche Hierarchie außer Kraft und zieht andere Strukturen durch Teams, weil plötzlich Ressourcen wie Kreativität und Organisation anders gedacht und eingesetzt werden müssen. Da entdeckt man oft völlig neue Talente, an sich selbst wie an anderen.

Und nachhaltig ist die Aktion auch: Nicht wenige der Teilnehmenden eröffnen später einen eigenen Instagram-Kanal oder engagieren sich für unsere anderen Social-Media-Auftritte. Mindestens gewachsen ist das Verständnis für meine Arbeit, die anfangs von einigen Kolleginnen und Kollegen durchaus kritisch gesehen wurde. Wer einmal bei einem Take-Over mitgemacht hat, begreift zweifellos besser, warum das wichtig ist und dass man das eben nicht nebenbei betreiben kann.

Neue Kulturgüter

In meinem Blog-Profil steht, dass ich als Kind Bibliothekarin oder Journalistin werden wollte, mich zunächst für Letzteres entschied, um schließlich doch in einer Bibliothek zu landen. Mir kommt das tatsächlich konsequent vor. Ich habe zwar nicht Bibliothekswesen studiert, aber im Grunde, so glaube ich, mache ich einen ähnlichen Job wie die Bibliothekarinnen und Bibliothekare in unserem Haus: Ich vermittle Bestand – auch wenn damit in meinem Fall nicht Bücher oder andere Medien gemeint sind, sondern Menschen und Orte. Und das ist der Bestand, der mit der fortschreitenden Digitalisierung kultureller Güter immer wichtiger werden wird – für Bibliotheken, aber auch für andere Kulturinstitutionen.


Die Münchner Stadtbibliothek im Netz:

Instagram: https://www.instagram.com/muenchner_stadtbibliothek/
Webseite: https://www.muenchner-stadtbibliothek.de/index.php
Facebook: https://www.facebook.com/MuenchnerStadtbibliothek
Twitter: https://twitter.com/StadtBibMuc
Blog: https://blog.muenchner-stadtbibliothek.de/

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Projekt „Sprachschatz“: Die Bündnisse stellen sich vor! – Bündnis Krefeld

Das Pilotprojekt „Sprachschatz – Bibliothek und KiTa Hand in Hand“ ist im Oktober 2017 gestartet. Es handelt sich um ein Kooperationsprojekt der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW und der Landesweiten Koordinierungsstelle Kommunale Integrationszentren (LaKI). In den nächsten Monaten werden verschiedene Gastbeiträge veröffentlicht, in denen die Bündnisse sich und Ihre aktuelle Arbeit im Projekt vorstellen werden. Als zweites stellt das Bündnis Krefeld seine Arbeit vor und einen Ausblick auf das nächste Jahr geben. Im Februar wird das nächste Bündnis folgen. Mit dem Abschluss des Projekts in 2020 werden die Konzepte der Bündnisse und die Ergebnisse der Evaluation für den Einsatz in der Fläche aufbereitet und in Form eines Abschlussberichts veröffentlicht.

Sprachschatz Bündnis Krefeld

Das Projekt Sprachschatz begann für mich persönlich im Jahr 2017 mehr oder weniger in dem Moment, als ich die Zusage für meine Stelle in der Mediothek Krefeld erhielt. Denn schon kurz danach schrieb mir meine neue Chefin eine liebe Willkommens-Mail, in der sie unter anderem fragte, ob ich bereit wäre am Projekt teilzunehmen. Nachdem ich mir die Informationen angesehen hatte, war ich gleich begeistert, denn multimedial, multilingual und kreativ mit KiTa-Kindern zu arbeiten klang nach einer spannenden Kombination.

Für mich bedeutete das nun, dass ich ab dem ersten Arbeitstag in Krefeld im Projektteam mitarbeiten durfte. Unser Projektteam ist relativ groß, aus verschiedenen Fachrichtungen die sich sehr gut ergänzen. Zum einen die fabelhaften und gut organisierten Erzieherinnen aus der KiTa Kuhleshütte, die sprachlich begabten Mitarbeiter*innen des kommunalen Integrationszentrums (KI) und das Sprachschatz-Team der Mediothek. Bei uns in der Mediothek sind das Katja Wiefel (Bibliothekspädagogin), Petra Düro-Förster (Leiterin der Kinderbücherei), Simon Hoffmann (stellvertretender Bibliotheksleiter), Conny Klähn, Holger Reiners (Techniker im Team) und meine Wenigkeit, Annika Siever.

Unterstützt werden wir dabei  unteranderem von den Mitarbeitern der Fachstelle für öffentliche Bibliotheken NRW, Medienpädagogen und unserem Kooperations-Coach Frau Ditscheid.

Viele Menschen – ein Team wächst.

Wir mussten uns erstmal alle kennenlernen und die ersten Schritte in Richtung Kooperation gehen. Dass dabei nicht immer alles rund läuft, ist kein Wunder. Alle beteiligten Personen und auch die Institutionen arbeiten verschieden, sodass zuerst ein gemeinsamer Nenner gefunden werden musste.

Das war auch zunächst nicht so leicht, denn das Projekt „Sprachschatz“ bietet sehr viel Freiraum für Ideen und hat nur sehr wenige Einschränkungen. Es gibt so gut wie keine praktischen Detailvorgaben, das heißt, einen Organisationsrahmen und Grundsätze für unsere Arbeit haben wir uns erst einmal selbst geschaffen.

In den ersten Meetings haben wir uns darauf geeinigt, zunächst eine Art „Testphase“ zu starten. Dazu legten wir mehrere, ca. monatlich stattfindende, Termine fest, an denen wir mit einer Gruppe von Kindern arbeiten wollten. Ganz bewusst wählten wir hierfür nicht die Vorschulkinder, da es für diese Altersgruppe bereits viel Programm allgemein und auch schon Aktionen gemeinsam mit der Mediothek gibt. Wir suchten uns also die „mittleren“ Kinder (Altersgruppe der Vier- bis Fünfjährigen) aus.

Der Gedanke war, die KiTa-Kinder an den festgelegten Terminen mit einem Koffer voller Medien, Geräte oder Materialien zu besuchen, um Verschiedenes spielerisch auszuprobieren bzw. zu erlernen. Dabei wollten wir auch sehen, welche Medien überhaupt interessant für die Kinder sind.

Wir haben uns natürlich neben unserem tollen Koffer auch noch was ganz besonderes für die Kinder ausgedacht: unsere Kollegin Frau Düro-Förster hat extra für den Sprachschatz zwei Lieder gedichtet, die wir auf bekannte Melodien am Anfang und Ende jedes Termins gesungen haben, um gewohntes und neues zu verbinden. Daher stammt auch der Name der Kindergruppe der KiTa „Sprachschatzfinder-Medienkinder“, mit der wir zusammenarbeiten.

Sprachschatzfinder-Medienkinder: Sprache und digitale Medien schließen sich nicht gegenseitig aus

Unsere Ziele

Mit dem Projekt wollen wir den Kindern Möglichkeiten geben, sich auf vielfältige, multimediale und multilinguale Weise eigenständig weiterzuentwickeln. Dazu gehört vor allem kreativ sinnvolles Arbeiten sowohl mit digitalen, als auch analogen Medien in einem spielerischen Rahmen. Damit möchten wir einen gesellschaftlichen Beitrag leisten, um Medienkompetenz, soziale Fähigkeiten, kreatives Interesse, Sprachgefühl und -vielfalt bei den Kindern zu stärken. Dazu gehört aber auch, dass wir Eltern über diese Themen informieren und dafür sensibilisieren wollen.

Eine Idee wächst zu einem Schmetterling

Zunächst begannen wir mit interaktiven Büchern (Tiptoi und Carlsen Clever), bei denen die Kinder in Kleingruppen von jeweils einem Erwachsenen betreut, mit Tiptoi-Stift und Smartphone-App zum Buch spielen durften. Dabei hatten die Kinder zwar Spaß, doch der Ablauf war noch relativ chaotisch, da die Gruppenverteilung nicht gut und der Rahmen nicht geeignet war, um eine Wohlfühl-Atmosphäre zu bieten.

Der zweite Termin mit dem Thema „Fotografieren“ wurde daher etwas strukturierter geplant und war für die Kinder ein gelungenes Erlebnis. Jedoch fehlte noch immer ein roter Faden.

Daher beschlossen wir den Ansatz zu verändern, was uns letztendlich zum Erfolg führte. Wir nahmen uns ein Thema vor („Die kleine Raupe Nimmersatt“), das wir längerfristig auf verschiedenen medialen und sprachlichen Ebenen mit den Kindern bearbeiten wollten. Das Modul, das wir erarbeiteten, dehnte sich über zwei unserer monatlichen Termine und mehrere kleinere wöchentlich stattfindende Aktionen aus. Beim ersten Termin wurde das Thema zunächst auf analoger Ebene mit dem Fokus auf Sprachbildung bearbeitet. Hierzu gehörten z.B. Fantasiereisen, gemeinsames Lesen des Bilderbuchs (in verschiedenen Sprachen), kreative Aspekte (Schmetterlinge malen, Raupen kneten etc.), eine Schminkaktion oder die Zubereitung eines eigenen Obstsalats. Beim zweiten Termin konnten die Kinder einen eigenen Stop-Motion-Film über die Raupe Nimmersatt erstellen. Auch weitere digitale Aspekte, wie z.B. digitales Malen auf dem Tablet oder Fotografieren mit dem Smartphone waren Bestandteile weiterer Aktionen. Ziel dabei war es, gleichzeitig Medienkompetenz zu fördern und geeignete Sprachanlässe zu geben.

Am Ende feierten wir mit den Kindern ein grandioses Abschlussfest mit Tanz, mehrsprachigem Gesang, Knabbereien und natürlich dem selbstgemachten Stop-Motion-Film.

Der Abschied fiel sehr schwer, da nun im neuen KiTa Jahr eine neue Gruppe gebildet wird, die ein ähnliches Modul erleben darf. Auch die Kinder waren traurig, dass die Sprachschatzfinder-AG vorbei ist. Ein Mädchen hat sogar geweint und war nur damit zu trösten, dass sie uns ja auch in der Mediothek besuchen kommen kann.

Auf dem Sommerfest der KiTa Kuhleshütte waren wir dann nochmal mit unserem Bookbike zu Besuch und haben einige unserer Sprachschatz-Kinder wiedergetroffen.

Das Gerüst steht, jetzt wird ausgebaut!

Im nächsten Planungsabschnitt wollen wir dann auch noch einmal die Eltern stärker von Anfang an mit einbinden, um über Mediennutzung, Medienerziehung und Sprachbildung zu informieren. Ein Elternnachmittag fand zwar schon statt, doch es gibt diesbezüglich noch deutlich mehr Möglichkeiten die Eltern auch in die Sprachschatzfinder-AG miteinzubeziehen.

Wir starten also mit einer guten Basis und vielen Möglichkeiten das Konzept im Detail zu verbessern in die nächste aktive Phase und freuen uns schon riesig auf die neuen Sprachschatzfinder.

Was wir innerhalb des Projekts noch machen, ist hier auf dem Blog der Fachstelle oder auch auf unserem Blog nachzulesen.

Annika Siever
Mediothek Krefeld

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Ansprechpartner Bündnis Krefeld:

Simon Hoffmann
Mediothek Krefeld
Theaterplatz 2
47798 Krefeld
E-Mail: simon.hoffmann[at]krefeld.de

Weitere Blogbeiträge zum Projekt „Sprachschatz- Bibliothek und Kita Hand in Hand“:

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Projekt „Sprachschatz“: Die Bündnisse stellen sich vor! – Bündnis Ochtrup

Projekt „Sprachschatz“: So geht Kooperation – Ziele und Pflege (Teil 2)

Projekt „Sprachschatz“: So geht Kooperation – Merkmale und Phasen (Teil 1)

Projekt „Sprachschatz“: Medienkompetenz und Sprachförderung – Kinder beim Aufwachsen mit Medien gestalten

Projekt „Sprachschatz“: Trickfilm als Element der alltagsintegrierten Sprachförderung für fast alle Altersklassen

Projekt „Sprachschatz“: Sprachbildung, Mehrsprachigkeit, Medienbildung und Medienkompetenz

„Sprachschatz – Bibliothek und KiTa Hand in Hand“ – 2017-2019 Auftakt zum Pilotprojekt

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„Deine Inspiration“ in der Stadtbibliothek Paderborn

Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt die Entwicklung Öffentlicher Bibliotheken u.a. durch die finanzielle Förderung von innovativen Projekten. Die Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW stellt in lockerer Reihenfolge interessante Praxisbeispiele aus verschiedenen Förderprogrammen in Form von Gastbeiträgen auf ihrem Blog vor. Der vorliegende Beitrag stellt das neue Angebot „Deine Inspiration“ in der Stadtbibliothek Paderborn vor.

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Projekt „Sprachschatz“: Die Bündnisse stellen sich vor! – Bündnis Ochtrup

Das Pilotprojekt „Sprachschatz – Bibliothek und KiTa Hand in Hand“ ist im Oktober 2017 gestartet. Es handelt sich um ein Kooperationsprojekt der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW und der Landesweiten Koordinierungsstelle Kommunale Integrationszentren (LaKI). In den nächsten Monaten werden verschiedene Gastbeiträge veröffentlicht, in denen die Bündnisse sich und Ihre aktuelle Arbeit im Projekt vorstellen werden. Als erstes wird das Bündnis Ochtrup seine Arbeit vorstellen und einen Ausblick auf das nächste Jahr geben. Anfang Januar wird das nächste Bündnis folgen. Mit dem Abschluss des Projekts in 2020 werden die Konzepte der Bündnisse und die Ergebnisse der Evaluation für den Einsatz in der Fläche aufbereitet und in Form eines Abschlussberichts veröffentlicht.

Sprachschatz Bündnis Ochtrup

Als Vertreter aus dem Münsterland ist Ochtrup beim Pilotprojekt „Sprachschatz“ dabei. Ochtrup liegt im Kreis Steinfurt im nordwestlichen Münsterland an der Grenze zu Niedersachsen und hat rund 20.000 Einwohner. Zum Bündnis gehören die Bücherei St. Lamberti Ochtrup, der Caritaskindergarten „Der kleine Prinz“ und das Kommunale Integrationszentrum für den Kreis Steinfurt.

Bücherei St. Lamberti Ochtrup:

Die Bücherei St. Lamberti ist eine der „Vertragsbüchereien“ im Bistum Münster. Das heißt, Träger ist die Kirchengemeinde St. Lambertus, aber die Bücherei erfüllt – vertraglich und finanziell mit der Stadt Ochtrup geregelt – die Aufgaben einer Stadtbücherei für Ochtrup. Die Bücherei hat rund 40.000 Medieneinheiten und rund 140.000 Ausleihen im Jahr 2017.

Die Bücherei ist hauptamtlich mit 2,0 Personalstellen ausgestattet, die mit einem Diplom-Bibliothekar als Leitung und zwei Fachangestellten mit je einer halben Stelle besetzt sind. Zum Team gehören zusätzlich rund 44 Ehrenamtliche Mitarbeiter*innen.

Unmittelbar am Projekt Sprachschatz sind von der Bücherei die drei hauptamtlichen Mitarbeiter*innen beteiligt.

Im Jahr 2017 war die Bücherei St. Lamberti Ochtrup an dem Projekt „Digital Storytelling“ beteiligt, das mit einer Landesförderung zusammen mit den Büchereien in Borken, Geldern und Raesfeld durchgeführt wurde. Aufgrund der dort gemachten Erfahrungen war es für das Team schnell klar, dass sich das Projekt Sprachschatz unmittelbar an dieses Projekt anknüpfen lässt, zumal bereits ein Teil der technischen Ausstattung in der Bücherei zur Verfügung stand. Reizvoll ist vor allem die Umsetzung im Kindergartenbereich, die im Projekt von dem Medienpädagogen Johannes Wenzel begleitet wird.

Was wir bereits gemacht haben:

Neben der Nutzung des Tiptoi-Stiftes, der „Talker“ und eines iPads in der KiTa stand als erstes größeres Modul die Umgestaltung der Büchereiführungen für die Vorschulkinder auf dem Programm. Das bisherige Programm wurde um eine digitale Komponente erweitert. Weitere Änderungen sind bereits angedacht, jedoch noch nicht umgesetzt.

Sehr gut angenommen von den Kindern in der KiTa wurden auch die BeeBots der Bücherei.  Gerade stillere Kinder konnten hier ihr Können zeigen und anderen die Logik des Programmierens erklären.

Im September 2018 wurde eine Gesamtteam-Sitzung der KiTa in die Bücherei verlegt.  Ziel war es das gesamte Team der KiTa in dem Prozess einzubinden und mitzunehmen. Nach einer kurzen Einführung in die Grundlagen des Projektes stand vor allem das Ausprobieren aller Möglichkeiten für die Erzieherinnen der KiTa auf dem Programm. Dafür standen an mehreren Stationen BeeBots, Trickfilmstationen, ein Green Screen, Tiptoi-Stifte, Anybookreader, sprechende Riesenklammern und Tablets mit ausgewählten Kinderapps zur Verfügung.

Kommunales Integrationszentrum Kreis Steinfurt:

Das Kommunale Integrationszentrum (KI) Kreis Steinfurt ist Teil eines landesweiten und flächendeckenden Netzwerkes zur Förderung der Integration in den Kommunen. Die kommunalen Integrationszentren werden von einer landesweiten Koordinierungsstelle (LaKI) fachlich beraten und im Informationsaustausch mit anderen Kommunalen Integrationszentren begleitet.

Das Kommunale Integrationszentrum Kreis Steinfurt ist als Sachgebiet Teil der Stabstelle und damit direkt dem Landrat zugeordnet. Das Team des KI ist mit derzeit vierzehn Kolleg*innen multiprofessionell aufgestellt und arbeitet in unterschiedlichen Handlungsfeldern und Projekten, überwiegend im Bildungsbereich. Ein Bereich ist die Frühe Bildung, in dem auch das Projekt „Sprachschatz“ angesiedelt ist.

Am Sprachschatzprojekt beteiligt ist vom KI unmittelbar eine Person, die vernetzt ist mit den anderen KI Mitarbeiter*innen der anderen Sprachschatzbündnisse.

Bei den Bündnissen „Sprachschatz – Bibliothek und Kita Hand in Hand“ steht die Vermittlung von Sprachbildung und Medienkompetenz unter besonderer Berücksichtigung der Mehrsprachigkeit von Familien und Kindern im Mittelpunkt. Das Projekt richtet sich an eine breite Zielgruppe mit besonderem Augenmerk auf Geflüchtete und Kinder mit Migrationshintergrund. Das KI bringt in die lokalen Workshops Impulse aus der Arbeit mit mehrsprachigen Materialien und Projektideen ein.

Caritaskindergarten „Der Kleine Prinz“:

Der Caritaskindergarten „Der Kleine Prinz“ betreut insgesamt 64 Kinder im Alter von 0-6 Jahren, davon zurzeit 9 Kinder mit einem heilpädagogischen Förderbedarf. Die Kinder werden in 4 altersähnlichen Gruppen von insgesamt 12 Erzieherinnen, mehreren Praktikant*innen und einer freigestellten Leiterin betreut, wobei Inklusion ein Schwerpunkt unserer Arbeit ist. Deshalb gehören auch eine Motopädin und eine Logopädin zu unserem Team.

Das soziale Umfeld des Kindergartens ist geprägt von einem stabilen Wohngebiet mit vielen Einfamilien- und Doppelhäusern. Auch wenn wir wenige Kinder mit einem Migrationshintergrund betreuen, haben wir uns bewusst für die Kooperation mit der Bücherei im Projekt Sprachschatz entschieden. Sprachförderung findet nach unserem Selbstverständnis den ganzen Tag statt, sie mit digitalen Medien zu unterstützen fanden wir reizvoll auch wenn es komplettes Neuland war. Zudem ist das Thema digitale Medien in der KiTa recht umstritten.

Weil die Einrichtung keine einzelne Projektgruppe Sprachschatz bilden wollte, sondern die digitale Arbeit flächendeckend und altersübergreifend in ihre Arbeit einbeziehen möchte, nehmen nun 3 Kolleginnen aus drei verschiedenen Gruppen und die Leiterin an den Treffen teil. In den Teamsitzungen berichten wir laufend über den Fortschritt des Projektes. Damit alle übrigen Mitarbeiter*innen des Kindergartens wissen, wovon wir reden und selbst erleben, was mit digitaler Unterstützung möglich ist, schulten wird im Rahmen einer Teamsitzung auch das gesamte Team.  Dort konnten alle die Materialien ausprobieren. Wir zeigten gute Apps und sorgten so für viel Transparenz im Team.

Von Beginn an wurde geschaut, wie wir die digitalen Medien altersübergreifend in der KiTa einsetzen können. So zeigten sich durchaus auch Einsatzfelder im u3-Bereich, z.B. indem die Talker (Big Points) nicht mehr nur den Speiseplan, sondern auch Tiergeräusche oder eine Jesusgeschichte abspielten. Direkt nach dem Start des Sprachschatzprojektes gab es vom Caritasverband des Bistums Münster einen Wettbewerb zum Thema: „Die digitale Agenda der Caritas- wie digitales das Arbeitsfeld verändert“.

Der Kindergarten hatte die Idee, das Projekt im Kindergarten und die dahinterstehende Idee zu beschreiben und deutlich zu machen, dass schon im Kindergartenalter die digitalen Medien zum Alltag gehören. Die Aufgabe von Pädagogen*innen ist es, die Lebenswelt der Kinder aufzugreifen und diese Medien in der Arbeit ganz selbstverständlich zu integrieren. Zudem bieten viele digitale Dinge gerade Kindern mit Behinderung in unserer KiTa eine größere Chance an Teilnahme an der Gesellschaft. Unsere Bewerbung wurde sehr gelobt und mit dem 2. Platz belohnt, der mit 6000 Euro Preisgeld dotiert war.

Im Rahmen des Projektes nutzen wir die Gelegenheit viele digitale Medien, die im Besitz der Bücherei sind, zu testen, bevor selbst „eingekauft“ wurde: Tablets für jede Gruppe, ein digitales Mikrophon, ein digitales Mikroskop, Tiptoi Materialien und eine gute Kamera sind die ersten Dinge die wir für den Kindergarten von dem Preisgeld kaufen können. Der KiTa ist es zudem wichtig, dass zeitgleich mit der Anschaffung der Medien ein medienpädagogisches Konzept entwickelt wird, damit klar ist, was und warum wir mit welchem Ziel machen.

Um das Projekt tiefer in unsere alltägliche Arbeit einzubinden, veranstalteten wir im Frühjahr zusammen mit den Bündnispartnern einen Elternabend. Es wurde vor allem deutlich gemacht, wie sinnvoll digitale Medien von Kindern genutzt werden können und nicht immer nur die Bedrohung durch die digitalen Medien zum Thema hatte. Als zertifiziertes Familienzentrum liegt uns die Familienbildung sehr am Herzen. Deshalb ist auch eine digitale Mitmachaktion für Eltern und Kinder im nächsten Monat geplant. Dabei sollen gemeinsam die kreativen Möglichkeiten der digitalen Welt erlebt werden.

Eines steht zur Halbzeit des Projektes fest: Es gibt nur wenige KiTas, die sich mit digitalen Medien beschäftigen. Die Tatsache, dass „Der kleine Prinz“ es tut, bereichert ungemein und bringt uns eine große Öffentliche Wirkung und ein enormes Interesse weit über das Sprachschatzprojekt hinaus.

Das 2. Jahr Sprachschatz

In der nächsten Zeit beschäftigen wir uns als Bündnis mit dem Thema Audioaufnahmen, bspw. mit dem Kreativ-Tonie und dazu einen Eltern-Kind-Nachmittag. Besonders am Beispiel der Audioaufnahmen zum Kreativ-Tonie wird uns jetzt schon deutlich wie sinnvoll die Erarbeitung im Team ist. Hinweise zur Lösung von Problemen, bspw. durch die Nutzung einer Schnitt- bzw. Bearbeitungssoftware, und die Weiterentwicklung des Konzepts sind für das Erreichen unseres gemeinsamen Ziels wichtig.

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Ansprechpartner Bündnis Ochtrup:

Olaf Lewejohann
Bücherei St. Lamberti
Marktstraße 8
48607 Ochtrup
E-Mail: lewejohann[at]bistum-muenster.de

Weitere Blogbeiträge zum Projekt „Sprachschatz- Bibliothek und Kita Hand in Hand“:

Sprachschatz_Logo_Farbe_17_12_13

Projekt „Sprachschatz“: So geht Kooperation – Ziele und Pflege (Teil 2)

Projekt „Sprachschatz“: So geht Kooperation – Merkmale und Phasen (Teil 1)

Projekt „Sprachschatz“: Medienkompetenz und Sprachförderung – Kinder beim Aufwachsen mit Medien gestalten

Projekt „Sprachschatz“: Trickfilm als Element der alltagsintegrierten Sprachförderung für fast alle Altersklassen

Projekt „Sprachschatz“: Sprachbildung, Mehrsprachigkeit, Medienbildung und Medienkompetenz

„Sprachschatz – Bibliothek und KiTa Hand in Hand“ – 2017-2019 Auftakt zum Pilotprojekt

Herzlich Willkommen bei der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW

Auf unserem Blog möchten wir Sie über unsere Aktivitäten für die Öffentlichen Bibliotheken in NRW informieren. Neben Berichten aus den Arbeitsschwerpunkten Bibliothek als realer und digitaler Ort, Lebenslanges Lernen in der digitalen Gesellschaft und Bibliotheksmanagement, veröffentlichen wir Praxisberichte aus den Bibliotheken in NRW. Außerdem stellen wir für Sie täglich Neuigkeiten aus dem Bibliothekswesen zusammen. Sie finden uns auch auf Facebook, Flickr und der Homepage der Bezirksregierung Düsseldorf.

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Bibliotheksmaterial: Bisphenol-A-freies Thermopapier ab 2020 Pflicht

Ab Januar 2020 dürfen keine Bisphenol-A-haltigen Kassenzettel mehr in Umlauf gebracht werden. Bitte informieren Sie sich rechtzeitig bei Ihren Lieferanten über schadstofffreie Thermopapier-Produkte und kalkulieren Sie veränderte Kosten mit ein.

„Nach Prüfung der Regulierungsentwurfes durch das EU-Parlament wurde die Einstufung von BPA als reproduktionstoxisch Kategorie 1B im Juni 2016 im offiziellen EU-Amtsblatt veröffentlicht. Die neue Regelung tritt zwar 20 Tage nach Veröffentlichung formal in Kraft, kommt aber erst nach einer Übergangszeit von 18 Monaten zur Anwendung.“

Weitere Informationen sind auf der Webseite von Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. zu finden.

Quelle: Newsletter Landesfachstelle für das öffentliche Bibliothekswesen, Bayern „Informationskompetenz: Erneuter Best-Practice-Wettbewerb“ (zuletzt  aufgerufen am 11.11.2019), online verfügbar unter: https://www.oebib.de/fileadmin/redaktion/service/Publikationen/Newsletter/newsletter_2019_10.pdf

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Internetzugang der Öffentlichen Bibliotheken in NRW häufig unzureichend

Die Digitalisierung macht auch vor den Öffentlichen Bibliotheken in NRW keinen Halt. Während der Zugriff auf das Medienangebot und das eigene Nutzerkonto über das Internet bereits seit langem zum Standard gehört, wandelte sich in den vergangenen fünf Jahren auch das Vor-Ort-Angebot der Bibliotheken stetig. Die Erfahrungen  der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW im Rahmen ihrer Beratungstätigkeit, aber vor allem bei der Durchführung ihrer Qualifizierungsprogramme, zeigen, dass in vielen Bibliotheken die notwendigen technischen Voraussetzungen für diesen Wandel noch fehlen.

Um sich einen Überblick über die aktuelle Situation zu verschaffen, hat die Fachstelle deshalb in der Zeit vom 05. bis 24.09.2019 eine Umfrage zur Internetanbindung der kommunalen Öffentlichen Bibliotheken in NRW durchgeführt. Beteiligt haben sich 52 % der 260 angeschriebenen Bibliotheken.

Warum benötigen Öffentliche Bibliotheken einen sehr guten Internetanschluss?

Die Anforderungen der Bibliotheksbesucher*innen haben sich verändert. Sie setzen einen störungsfreien und schnellen Internetzugriff über WLAN mit ihren eigenen mobilen Endgeräten in den Bibliotheksräumen voraus. Bei steigenden Besucherzahlen kann dies nur gewährleistet werden, wenn die Bibliothek über ein gut ausgeleuchtetes und leistungsfähiges WLAN-Angebot in ihren Räumen verfügt.

Angebote zur Medienkompetenzförderung für Schulen, Kindergärten und andere Zielgruppen gehören für Bibliotheken als außerschulischer Bildungsort schon immer zum Standard. Heute sind diese Angebote ohne den Einsatz von Tablet oder Smartphone vielerorts nicht mehr denkbar. Bibliotheken richten ihre Angebote am Medienkompetenzrahmen des Landes NRW aus. Damit eine Schulklasse mit bis zu 30 mobilen Endgeräten die Schulungsaufgaben auch durchführen kann, ist ein störungsfreier, schneller und paralleler Internetzugriff unabdingbare Voraussetzung.

Um diesen Anforderungen gerecht werden zu können, ist der Anschluss an das schnelle Glasfasernetz für Bibliotheken ebenso wichtig wie für Schulen.

Wer hat sich an der Umfrage beteiligt?

An der Umfrage nahmen insgesamt 136 Bibliotheken (sowohl Bibliotheken mit, als auch ohne Stadtteilbibliotheken) in NRW teil. Mit 26% war die Beteiligung im Regierungsbezirk Köln am höchsten, mit 12% im Regierungsbezirk Detmold am niedrigsten.

 

Infrastruktur nach RB

 

Wie sieht der aktuelle Glasfaserausbau in Öffentlichen Bibliotheken aus?

58% der 136 Bibliotheken, die sich an der Umfrage beteiligt haben, geben an, derzeit nicht an das Glasfasernetz angeschlossen zu sein. Es ist davon auszugehen, dass der Prozentsatz bei den 124 Bibliotheken, die auf die Umfrage nicht geantwortet haben, noch höher liegen wird.

Leider kann man nicht davon ausgehen, dass sich diese Situation kurzfristig positiv verändern wird. Denn bei 43% der Bibliotheken ist damit zu rechnen, dass in den kommenden drei Jahren die Bibliotheksgebäude  nicht an das Glasfasernetz angeschlossen werden.

 

Infrastruktur Zeithorizont

 

Wie sieht die Situation in den Kommunen mit Stadtteilbibliotheken aus?

74% der Bibliotheken mit Stadtteilbibliotheken geben an, dass ihre Standorte derzeit nicht (56%)  oder nur teilweise (18%) an das Glasfasernetz angebunden sind.

 

Wie schnell ist der Internetzugang?

Im Rahmen der Befragung wurden die Bibliotheken aufgefordert, die DSL-Geschwindigkeit, die Ihnen zur Verfügung steht, anzugeben. Um diese zu ermitteln, konnten sie die Kommunale IT befragen oder einen sogenannten Speedtest selber durchführen. Mit Hilfe dieses Testes kann die aktuell an einem Endgerät verfügbare Datenrate gemessen werden.

Die Ergebnisse ergaben, dass 47% der Bibliotheken nur über einen Internettarif von weniger als 50Mbit/s verfügen. Lediglich 5% der Bibliotheken (in der Grafik lila) verfügen über Gigabit-Tarife.

Durch die zunehmende Verbreitung von Multimedia-Inhalten und neuen technologischen Möglichkeiten ist der Bandbreitenbedarf seit Jahren steigend. Fotos und Videos werden in immer höheren Auflösung (z.B. 4K, d.h. 4x Full HD) angeboten, die Nutzung von grafischen Elementen auf Webseiten nimmt stetig zu und neue Services, wie z.B. Streaming-Angebote, sind ohne eine bandbreitenstarke Anbindung gar nicht nutzbar. Da davon auszugehen ist, dass in einer Öffentlichen Bibliothek parallel mehrere Nutzer auf diese Angebote zugreifen – sei es als Bibliotheksbesucher oder im Rahmen von Medienkompetenzschulungen durch die Bibliothek,  benötigen Öffentliche Bibliotheken eine leistungsstarke Datenrate. Weitere Informationen hat die Fachstelle in der Publikation „Auf dem Weg in eine digitale Zukunft – Handreichung zur EDV-technischen Infrastruktur in Öffentlichen Bibliotheken“ zusammengestellt.

 

infrastruktur bandbreite hauptstandort

 

Fazit

Die Anbindung an das Gigabitnetz in den Öffentlichen Bibliotheken NRWs erfolgt nur zögerlich. Die Umfrage belegt, dass der Glasfaseranbindung Öffentlicher Bibliotheken in den meisten Kommunen noch keine hohe Priorität eingeräumt wird. Um ihren Aufgaben in einer digitalen Gesellschaft nachkommen zu können, ist ein Anschluss an das Gigabitnetz für Öffentliche Bibliotheken jedoch eine grundlegende Voraussetzung. Denn digitale Angebote Öffentliche Bibliotheken können nur dann ihre Wirkung entfalten, wenn sie auch technisch umgesetzt werden können.

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Die bibliothekspolitische Bedeutung der Besucherzählung

Die Landesfachstelle für das öffentliche Bibliothekswesen in Bayern hat einen Beitrag über die bibliothekspolitische Bedeutung der Besucherzählung geschrieben. Der Beitrag beschäftigt sich einerseits mit der Bedeutung der Besucherzählung vor dem Hintergrund der ab dem Berichtsjahr 2021 nicht mehr erfolgenden Zählung der angemeldeten Nutzer*innen. Betont wird nochmals die veränderte Nutzung von Bibliotheken, welche eine neue Form der Dokumentation benötigen. Zudem finden sich weiterführende Informationen zur Anschaffung und Inbetriebnahme von Besucherzählgeräten.

Für weitere Information sei ein Blick in den auf diesem Blog veröffentlichten Bericht über Besucherzählgeräte empfohlen.

Quelle:
ÖBIB- Öffentliche Bibliotheken in Bayern- „Besucherzählung ist bibliothekspolitisch wichtig!“ (08.11.2019), online verfügbar unter: https://www.oebib.de/service/meldungen/article/2019/11/07/besucherzaehlung-ist-bibliothekspolitisch-wichtig/

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dbv und VDB: Informationskompetenz – Erneuter Best-Practice-Wettbewerb

Unter dem Motto „Die sich selbst erklärende Bibliothek: Durch die Nutzung von Diensten informationskompetent werden – ganz nebenbei“ richtet die gemeinsame Kommission Informationskompetenz des Vereins Deutscher Bibliothekarinnen und Bibliothekare (VDB) sowie des Deutschen Bibliotheksverbandes (dbv) wieder einen Best-Practice-Wettbewerb aus. Einsendeschluss ist der 20. Januar 2020.

Weitere Informationen sind auf der Webseite des dbv zu finden.

Quelle: Newsletter Landesfachstelle für das öffentliche Bibliothekswesen, Bayern „Bibliotheksmaterial: Bisphenol-A-freies Thermopapier ab 2020 Pflicht“ (zuletzt  aufgerufen am 11.11.2019), online verfügbar unter: https://www.oebib.de/fileadmin/redaktion/service/Publikationen/Newsletter/newsletter_2019_10.pdf

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VDB: Förderung der Reisekosten zur re:publica 2020 möglich

Nachdem der dbv, BIB und VDB die Mitglieder ermutigt haben an der re:publica 2020 teilzunehmen, geht der VDB noch einen Schritt weiter. Für bis zu 6 Kolleginnen und Kollegen, deren Beitrag von den Veranstaltern angenommen wird, können die Reise- und Übernachtungskosten (bis zu 350 Euro pro Person) gefördert werden. Im Falle einer Annahme fallen keine Eintrittsgebühren an. Voraussetzung ist nur die Annahme des Beitrags durch die Veranstalter und das Schreiben eines Berichts über die Konferenzteilnahme für o-bib das Vereinsjournal des VDB.

Die re:publica wird unter dem Motto „ASAP (as soon as possible)“ vom 06.-08.05.2020 in Berlin stattfinden. Die Gestaltung des digitalen Wandels ist eines der Themen, die auf der re:publica thematisiert wird. Das Einreichen der Beiträge ist seid dem 15. Oktober bis zum 15. Dezember möglich.

Weitere Informationen sind auf der Seite des VDB zu finden.

Quelle: Homepage des Vereins Deutscher Bibliothekarinnen und Bibliothekare – „VDB-Förderung für die Teilnahme an re:publica 2020“ (zuletzt aufgerufen am 11.11.2019), online verfügbar unter: https://www.vdb-online.org/2019/11/08/vdb-foerderung-fuer-die-teilnahme-an-republica-2020/