Ausschreibung: Sprachschatz 2017-2019

Ausschreibung_Sprachschatz

Sprachschatz – Bibliothek und KiTa Hand in Hand

Pilotprojekt 2017 – 2019

Bitte beachten Sie, dass die Antragsfrist für das Pilotprojekt abgelaufen ist. Eine Anmeldung ist ab sofort nicht mehr möglich.

Gute sprachliche Fähigkeiten sind die Voraussetzung für eine erfolgreiche Teilnahme an der Gesellschaft und eine positive Entwicklung der Lesekompetenz. Die entscheidenden Weichen zur Entwicklung von Sprach- und Lesekompetenz werden in den ersten Lebensjahren gestellt. Aus diesem Grund ist die kontinuierliche Förderung der sprachlichen Entwicklung ein wesentlicher Bestandteil der frühkindlichen Bildung in den Kindergärten in Nordrhein-Westfalen.

Die Familiensprache(n) ist (sind) schon in den ersten Lebensjahren das wichtigste Verständigungswerkzeug für Kinder. In Nordrhein-Westfalen leben Menschen aus über 190 Herkunftsländern. Ebenso viele Sprachen gehören zur Alltagswelt der Kinder. Deshalb gehört es zu den Aufgaben der Kindergärten, die Mehrsprachigkeit von Kindern zu fördern. Denn wenn die Mehrsprachigkeit gefördert wird, erleichtert dies das Lernen der deutschen Sprache.

Digitale Medien eröffnen nicht nur, aber gerade auch zur Förderung der Mehrsprachigkeit neue Möglichkeiten. Laut der 6. Vorlesestudie der Wochenzeitung DIE ZEIT, der Stiftung Lesen und der Deutschen Bahn[1] sind Kinderbuch-Apps eine sehr gute Ergänzung zum gedruckten Buch. Digitale Vorleseangebote bieten neue Möglichkeiten, Familien zu erreichen, bei denen das Vorlesen einen geringen Stellenwert hat. Besonders Väter greifen eher zu einem elektronischen Gerät als aus Büchern vorzulesen. Digitale Medien eröffnen die Chance, das Vorlesen auch für Väter attraktiver zu machen.

Smartphone und Tablets gehören selbstverständlich zum Alltag auch der kleinsten Kinder. Deshalb ist es wichtig, den Umgang mit digitalen Medien auch in die frühkindliche Bildung mit einzubeziehen.

Öffentliche Bibliotheken und Kindertagesstätten sind wichtige Akteure im Bereich der Sprach- und Leseförderung im kommunalen Raum. In vielen Kommunen arbeiten beide Institutionen bereits eng zusammen. Während eine systematische Zusammenarbeit von Bibliothek und Schule seit mehr als 10 Jahren geübte Praxis ist, wurden für die Zusammenarbeit von Kindergärten und Bibliotheken bisher kaum Ansätze für die systematische Zusammenarbeit entwickelt. Im Rahmen des Pilotprojektes „Sprachschatz – Bibliothek und KiTa Hand in Hand“ sollen nach dem Vorbild des Projektes „Medienpartner Bibliothek und Schule“ Module für die systematische Zusammenarbeit beider Institutionen entwickelt werden. Auf der Grundlage einer Projektevaluation sollen die Ergebnisse anschließend in die Fläche getragen werden.

Dabei soll das Pilotprojekt die Vermittlung von Sprachbildung und Medienkompetenz unter besonderer Berücksichtigung der Mehrsprachigkeit in den Blick nehmen. Das Projekt richtet sich an eine breite Zielgruppe mit besonderem Augenmerk auf Geflüchtete und Kinder mit Migrationshintergrund.

Das Pilotprojekt wird in Kooperation der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW bei der Bezirksregierung Düsseldorf und der Landesweiten Koordinierungsstelle Kommunale Integrationszentren bei der Bezirksregierung Arnsberg durchgeführt. Die Projektleitung obliegt der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW.

Die wissenschaftliche Begleitung und Evaluation des Pilotprojektes sowie das Verfassen des Abschlussberichtes obliegt Prof. Timm Albers, Universität Paderborn – AG Inklusive Pädagogik.

Ziele des Pilotprojektes sind

  • Förderung der Sprach- und Lesekompetenz von Kindern im Alter von zwei bis sechs Jahren durch systematische Kooperation von Kindertagesstätten und Bibliotheken unter Einbezug der örtlichen Kommunalen Integrationszentren.
  • Entwicklung von Modulen für die systematische Zusammenarbeit von Öffentlicher Bibliothek und Kindertagesstätten zur Förderung der Sprach- und Lesekompetenz im Kindergartenalter unter Einbezug digitaler Medien. In das Modulkonzept können auch bewährte Methoden der „klassischen“ Sprach- und Leseförderung integriert bzw. als Grundlage für die Weiterentwicklung genutzt werden.
  • Schaffung einer tragfähigen Organisationsstruktur für eine langfristige Zusammenarbeit von Bibliothek und Kindertagesstätten auf kommunaler Ebene.
  • Schaffung eines NRW-weiten Netzwerkes von Bibliotheken und Kindertagesstätten mit dem Ziel, die Zusammenarbeit von Bibliotheken und Kindertagesstätten auch nach Abschluss der Pilotphase weiter zu entwickeln, den Erfahrungsaustausch zu fördern und die Ergebnisse in die Fläche zu tragen.

Wer kann teilnehmen?

Öffentliche Bibliotheken gemeinsam mit ein bis drei Kindertagesstätten, die die Sprach- und Lesekompetenz von Kindern im Alter von zwei bis sechs Jahren gezielt fördern möchten. Als weiterer Kooperationspartner des örtlichen Bündnisses wird das zuständige Kommunale Integrationszentrum (KI) einbezogen.

Die beteiligten Institutionen beabsichtigen im Rahmen des Projektes besonderes Augenmerk auf die Zielgruppen Geflüchtete und Kinder mit Migrationshintergrund sowie deren Eltern zu legen.

Im Rahmen des Pilotprojektes sollen sechs kommunale Bündnisse gefördert werden. Zwischen den teilnehmenden Institutionen und der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW wird jeweils eine Kooperationsvereinbarung über die Projektteilnahme geschlossen, in der die Teilnahmebedingungen geregelt werden. Die Kooperationsvereinbarung ist vom jeweiligen Träger der Institution zu unterzeichnen.

Was beinhaltet das Pilotprojekt?

  • Umsetzung eines umfassenden Qualifizierungskonzeptes für bibliothekarische und pädagogische Fachkräfte mit den Schwerpunkten Medienkompetenz (v.a. Umgang mit digitalen Medien), Entwicklungspsychologie im Kindergartenalter, Sprachbildung, Potentiale von Mehrsprachigkeit, Interkulturelle Sensibilisierung / Diversity.
  • Begleitung der sechs Vor-Ort-Teams bei der Entwicklung der neuen Module durch eine medienpädagogische Fachkraft.
  • Der regelmäßige Austausch der sechs Pilotteams über Projektfortschritte und -erfahrungen soll in Form einer geschlossenen Facebookgruppe erfolgen. Im Rahmen des Projektes werden Einführungen in die Nutzung der Facebookgruppe angeboten.
  • Zum persönlichen Austausch ist die Durchführung von drei Treffen aller Projektbeteiligten vorgesehen (Auftaktveranstaltung 18.10.17, Erfahrungsaustausch Juni 2018 (möglichst zweitägig), Abschlussveranstaltung Nov./Dez. 2019).
  • Anschaffung von Medien, technischer Ausstattung und Möbeln für die Bibliothek, soweit sie für die Umsetzung der Module erforderlich sind und für die kooperative Zusammenarbeit von Kindergarten und Bibliothek eingesetzt werden. Vorgesehen ist ein Budget für jede Pilotbibliothek in Höhe von 5.000,- Euro jeweils für die Haushaltsjahre 2018 sowie 2019.
  • Wissenschaftliche Begleitung des Entwicklungsprozesses inkl. Erstellen eines Abschlussberichtes.
  • Publikation des entwickelten Modulkonzeptes.

Es wird eine gemeinschaftliche Bewerbung aller am kommunalen Bündnis beteiligten Institutionen erwartet.

Wie sieht der vorläufige zeitliche Ablauf aus?

1. Projektjahr

Zeitlicher Rahmen
Hausaufgabe der Pilotteams
Treffen der Projekt-verantwortlichen (Bibliothek, Kindergarten, KI, Laki, Fachstelle Öffentliche Bibliotheken, Coaches)
Teamworkshop für die Pilotteams

18.10.2017, 10.00 bis 17.00 Uhr

Auftaktveranstaltung für alle Projektteilnehmenden, Unperfekt Haus Essen
Nov. / Dez. 2017 1. Workshoprunde mit medienpädagogischen Fachkräften
Nov.2017  bis Jan. 2018 Weiterentwicklung / Erprobung erster Ansätze

2. Projektjahr

Zeitlicher Rahmen
Hausaufgabe der Pilotteams
Treffen der Projekt-verantwortlichen (Bibliothek, Kindergarten, KI, Laki, Fachstelle Öffentliche Bibliotheken, Coaches)
Teamworkshop für die Pilotteams
Jan. 2018 Treffen der Projektverantwortlichen
Febr. bis April 2018 2.Workshoprunde mit medienpädagogischen Fachkräften
April bis August 2018 Weiterentwicklung / Erprobung erster Ansätze
Juni 2018 Alternativ zum Treffen der Projektverantwortlichen Erfahrungsaustausch aller Projektteil-nehmenden (möglichst zweitägig)
Sept. bis Okt. 2018 3.Workshoprunde mit medienpädagogischen Fachkräften
Nov. / Dez. 2018 Treffen der Projektverantwortlichen
Nov. 2018 bis Jan. 2019 Weiterentwicklung / Erprobung erster Ansätze

3. Projektjahr

Zeitlicher Rahmen
Hausaufgabe der Pilotteams
Treffen der Projekt-verantwortlichen (Bibliothek, Kindergarten, KI, Laki, Fachstelle Öffentliche Bibliotheken, Coaches)
Teamworkshop für die Pilotteams
Febr. / März 2019 4.Workshoprunde mit medienpädagogischen Fachkräften
Mai 2019 Treffen der Projektverantwortlichen
März bis Juni 2019 Weiterentwicklung / Erprobung erster Ansätze
Juni 2019 5.Workshoprunde mit medienpädagogischen Fachkräften
Juli bis Okt. 2019 Weiterentwicklung / Erprobung erster Ansätze
Okt. 2019 Treffen der Projektverantwortlichen
Nov. / Dez. 2019 Abschlussveranstaltung für alle Projektteilnehmenden

 Welche Rahmenbedingungen sollten abgeklärt werden?

  • Bibliothek, Kindertagesstätten und kommunales Integrationszentrum einigen sich auf bevorzugte Wochentage zur Durchführung der Team-Workshops. Da ggf. die Schließung der Einrichtungen zur Durchführung der Workshops erforderlich sein kann, sind entsprechende Vereinbarungen mit den jeweiligen Trägern der Einrichtungen zu treffen.
  • Reisekostenübernahme für die Teilnahme an den Treffen der Projektverantwortlichen von Bibliothek, Kindertagesstätten und kommunalem Integrationszentrum und der Teilnahme der Teammitglieder an den drei Treffen zum Erfahrungsaustausch durch die jeweiligen Träger.
  • Schaffung von Freiräumen für die Entwicklung, Erprobung und Umsetzung der neuen Module.
  • Ausstattung der Bibliothek sowie der Kindertagesstätten mit einem leistungsfähigen W-LAN-Zugang als Voraussetzung für die medienpädagogische Arbeit.
  • Freischaltung eines freien Internetzugangs für alle PCs der am Projekt beteiligten Personen, so dass der Zugang zu medienpädagogischen Arbeitsmaterialien sowie den Austausch der sechs Pilot-Bündnisse gewährleistet ist. Freischaltung des Zugangs zu Facebook. (Im Rahmen des Projektes werden Einführungen in die Nutzung der Facebookgruppe angeboten.)

Was wird von Bibliothek und Kindertagesstätte erwartet?

  • Leitung und Team der beteiligten Einrichtungen unterstützen die Umsetzung des Pilotprojektes.
  • Teilnahme der Projektverantwortlichen am Erfahrungsaustausch aller teilnehmenden Einrichtungen sowie an allen Teamschulungen.
  • Bereitschaft zur Schulung der am Projekt beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
  • Die Leitung der Einrichtungen stellt sicher, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Möglichkeit haben, die im Workshop vereinbarten Aktivitäten umzusetzen.
  • Bereitschaft zur kontinuierlichen Entwicklung und Erprobung der Module, u.a. durch regelmäßig stattfindende Treffen der örtlichen Bündnispartner.
  • Teilnahme aller am Projekt beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an der Projektevaluation.
  • Benennung einer Ansprechpartnerin / eines Ansprechpartners für die Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW.
  • Bereitstellung eines Raums mit Konferenztechnik (Internetanschluss, Beamer, ggf. Laptop/PC) und W-LAN-Netzwerk für die Teamworkshops.
  • Die Einrichtungen verpflichten sich, aktiv die geschlossene Facebookgruppe als interne Projekt-Kommunikationsplattform zu nutzen und ihre Erfahrungen mit den anderen Piloteinrichtungen zu teilen. Im Rahmen des Projektes werden Einführungen in die Nutzung der Facebookgruppe angeboten.
  • In Absprache mit der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW mindestens zweimal Berichterstattung während des gesamten Projektzeitraums über den Projektverlauf für andere Bibliotheken und Kindertagesstätten. Die Form der Berichterstattung wird im Laufe des Projektes festgelegt. Der Arbeitsaufwand wird möglichst gering gehalten. Die Berichte sind zur online-Veröffentlichung vorgesehen.
  • Führen von Teilnahmelisten bei den Workshops und Weiterleitung dieser per Mail an die Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW.

Was wird vom Kommunalen Integrationszentrum (KI) erwartet?

  • Benennung einer Ansprechpartnerin / eines Ansprechpartners für die Projektkoordination vor Ort (KI-Kollege I Kollegin) als Projektverantwortliche / -verantwortlicher für das zuständige KI.
  • Begleitung und Unterstützung der örtlichen Pilotgruppe durch die Fachexpertise des KI.
  • Teilnahme der Projektverantwortlichen am Erfahrungsaustausch aller teilnehmenden Einrichtungen sowie an allen Teamschulungen.
  • Bereitstellung von Räumlichkeiten inklusive der dafür benötigten Technik für Projekt-Teamtreffen oder -Teamschulungen.
  • Übernahme sowie Organisation und Durchführung von Fortbildungsveranstaltungen zu den Themenschwerpunkten Entwicklungspsychologie im Kindergartenalter, Sprachbildung, Potentiale von Mehrsprachigkeit, Interkulturelle Sensibilisierung / Diversity (je nach Thema und in Zusammenarbeit mit der LaKI).
  • In Absprache mit der Projektkoordination (Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW und LaKI) mindestens zweimal Berichterstattung während des gesamten Projektzeitraums über den Projektverlauf. Die Form der Berichterstattung wird im Laufe des Projektes festgelegt. Der Arbeitsaufwand wird möglichst gering gehalten. . Die Berichte sind zur online-Veröffentlichung vorgesehen.
  • Teilnahme an der Projektevaluation.
  • Übersetzung von Projektmaterialien wie z.B. Informationsflyer.
  • Öffentlichkeitsarbeit unter Benennung der Kooperationspartner.
  • Teilnahme am digitalen Austausch der Projektteilnehmenden in einer geschlossenen Facebook-Gruppe. Im Rahmen des Projektes werden Einführungen in die Nutzung der Facebookgruppe angeboten.

Ansprechpartnerinnen bei Rückfragen:

Bezirksregierung Düsseldorf
Dezernat 48 Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW
Am Bonneshof 35
40477 Düsseldorf

Cornelia Pohl
cornelia.pohl[at]brd.nrw.de
0211 475 4656

Christina Kaper
christina.kaper[at]brd.nrw.de
0211 475 3508


Bezirksregierung Arnsberg
Dezernat 37 Landesweite Koordinierungsstelle Kommunale Integrationszentren (LaKI)
Ruhrallee 1-3
44139 Dortmund

Miriam Weilbrenner
Frühe Bildung und Interkulturelle Entwicklung im Elementar-/Primarbereich
miriam.weilbrenner[at]bra.nrw.de
02931 82 5204

Livia Daveri
Frühe Bildung und Interkulturelle Entwicklung im Elementar-/Primarbereich
livia.daveri[at]bra.nrw.de
02931 82 5207



[1] https://www.stiftunglesen.de/download.php?type=documentpdf&id=752