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Besucherzählgeräte

Die Frage nach Besucherzählgeräten begegnet vielen Bibliotheken – und damit auch der Fachstelle – vor allem bei der Einführung von RFID oder aber auch der Nachbeschaffung von Sicherheitsgates. Anlässlich der Änderungen in der Deutschen Bibliotheksstatistik zum Berichtsjahr 2020 rückt dieses Thema jedoch immer mehr in den Vordergrund. Ab nächstem Jahr werden ausschließlich Besucherzahlen als physisches Datum zur Messung der Frequentierung der öffentlichen Bibliotheken erhoben. Die Angaben zu aktiven Benutzern entfallen ersatzlos.

Einen Anbieter von Besucherzählgeräten zu finden ist kein Hexenwerk. Eine kurze Internetrecherche fördert schnell zahlreiche Ergebnisse und Anbieter zu Tage. Moderne Sicherungsgates in Bibliotheken sind vielfach auch bereits ab Werk mit einer Möglichkeit zur Besucherzählung ausgestattet. Alternativ kann ein Besucherzähler aber auch nachträglich zugekauft werden.

Bei einem Zukauf hat man dann jedoch die Qual der Wahl. In den verschiedenen Preiskategorien warten Besucherzählgeräte mit diversen Funktionen und Ausstattungsmerkmalen auf.

Dabei gilt jedoch: Die wichtigste Funktion eines Besucherzählgerätes ist, Sie ahnen es, dass es Besucher zählt. Features, die darüber hinausgehen sind dazu da das Leben für die zählende Einrichtung zu erleichtern. Auch mit der einfachsten technischen Ausstattung kann ein aussagekräftiger Näherungswert ermittelt werden. Eine hundertprozentige Präzision ist im Alltag – auch mit der teuersten Technik – ohnehin nicht erreichbar.

Bequemlichkeit hat bei Besucherzählgeräten ihren Preis. Die günstigsten Geräte zählen einfache Durchgänge (also egal in welche Richtung der Kunde oder Mitarbeiter sich durch den Eingang bewegt. Die Zahl muss anschließend durch die Mitarbeiter der Bibliothek abgelesen, halbiert (damit Ein- und Ausgang nicht doppelt gezählt werden) und notiert werden.

Es gibt jedoch auch Besucherzählgeräte, die Eingänge und Ausgänge separat erheben. Diese Funktion kann nützlich sein, wenn die Bibliothek über mehrere Eingänge verfügt, da sich so auch zumindest gewisse Rückschlüsse auf Benutzerströme ziehen lassen.

Wenn der Aufwand zum Ablesen minimiert werden soll bleibt nur ein Besucherzählgerät, dass sich z.B. per USB mit der Bibliotheks-EDV verbinden lässt.

Geräte dieser Kategorie werden in der Regel mit einer entsprechenden Software geliefert. In einigen Fällen lässt sich das Nutzerzählgerät auch direkt in das eigene Bibliotheksmanagementsystem einbinden. Hierfür sollte im Vorfeld Rücksprache mit verantwortlicher EDV-Abteilung, sowie dem Softwarehersteller gehalten werden, um eine Kompatibilität sicherzustellen.

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal bei Besucherzählern ist die Stromversorgung. Während viele einfachere Geräte mit Batterien betrieben werden, können andere auch an das Stromnetz angeschlossen werden. Hierfür müssen jedoch bauliche Rahmenbedingungen erfüllt und natürlich entsprechende Anschlüsse vorhanden sein. Ein Vorteil ist, dass sich die Verlässlichkeit der Systeme, welche am Stromnetz hängen, deutlich erhöht, da das Auswechseln der Batterien nicht vergessen werden kann.

Die Laufzeiten von batteriebetriebenen Besucherzählgeräten unterscheiden sich, je nachdem welches technische Verfahren zur Messung verwendet wird (Lichtschranke, Infrarot usw.). Hier sollte also im Vorfeld auf die Lebensdauer der Batterie geachtet werden. Eine entsprechende Angabe liefern die jeweiligen Hersteller. Batteriegeräte mit kurzer Laufzeit eigenen sich oft nicht für den Dauerbetrieb, sondern eher zur Erhebung von Stichproben.

Ebenfalls zu beachten ist die jeweilige Messdistanz der Besucherzählgeräte in Metern. Ist der Eingangsbereich breiter als vier Meter könnten einige günstigere Geräte nicht mehr in Frage kommen.

Neben der Breite des Eingangs ist es auch wichtig zu bedenken, in welcher Höhe ein Besucherzählgerät installiert wird. Hängt es zu tief, werden unter Umständen und je nach Qualität des Gerätes die einzelnen Beine des eintretenden Besuchers gezählt. Hängt es zu hoch, werden kleine Kinder evtl. nicht erfasst.

Quellen:

Filed under: Bibliothek als digitaler Ort

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Mein Schwerpunkt ist die Bibliothek als realer, physischer Ort. Außerdem bin ich als bibliothekarischer Berater in den Regierungsbezirken Arnsberg, Detmold und Münster unterwegs.

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