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Kartendienst Google Maps: Indoor-Funktion

Dieser Beitrag ist im Rahmen des Praxissemesters von Giulia Stella (TH Köln) entstanden.

90% der Suchen im Internet erfolgen über die Suchmaschine von Google (Statista). Wer heute Informationen über Adressen oder Öffnungszeiten bekommen möchte, sucht zuerst dort. Mittlerweile haben die meisten öffentlichen Gebäude neben ihren Öffnungszeiten auch ihre Stoßzeiten vermerkt, was die Planung eines Besuches zusätzlich erleichtern kann.

Seit 2011 gibt es beim Kartendienst Google Maps eine Funktion (Indoor Maps), mit der man den Nutzern einen detaillierten Gebäudegrundriss eines öffentlichen Gebäudes bietet. Diese Art der Gebäudekartierung kann insbesondere für neue Besucher bei der Orientierung hilfreich sein oder dazu dienen die Barrierefreiheit des Gebäudes einzuschätzen.

Nach unserer Kenntnis nutzen noch keine Öffentlichen Bibliotheken diese Funktion. Aus diesem Grund entwickelte sich im Sommer 2018 die Idee, den Kartierungsprozess mit einer Pilotbibliothek durchzuspielen. Zur Umsetzung werden der Gebäudegrundriss und ein Googleaccount benötigt.

3 Monate nach Beginn des Projekts kann an dieser Stelle noch kein Ergebnis verzeichnet werden.

Was ist Indoor Maps?

Indoor Maps wurde 2011 von Google zunächst in den USA und in Japan getestet und umgesetzt. Über das Smartphone konnten sich Nutzer mittels der Google Maps App z.B. die Gebäudepläne der Mall of America in Minnesota oder die des Flughafens in Tokio anschauen, durch einzelne Etagen navigieren und Details wie Rolltreppen oder Sanitäranlagen erkennen.

Ein Jahr später wurde der Dienst nicht nur um die Nutzung am Computer erweitert, sondern auch in Deutschland eingeführt. Seit dem gibt es Indoor-Ansichten von öffentlichen Gebäuden auch hierzulande. Zu den ersten Nutzenden gehörten u. a. das Deutsche Museum in München und das Mercedes Benz Museum in Stuttgart.

Google Indoor Maps_Deutsches Museum München

Indoor Maps Ansicht Deutsches Museum München

2017 rückte Google die Indoor-Funktion wieder mehr in den Fokus, indem kartierte Gebäude deutlicher in der Maps Ansicht gekennzeichnet sind. Die Zahl der kartierten öffentlichen Gebäude in Deutschland ist seit Einführung des Dienstes zwar gestiegen, aber es sind nach wie vor nur sehr wenige. Die Kartierung muss durch den Eigentümer eines Standortes beantragt werden. Ohne Eigeninitiative kann die Funktion also nicht umgesetzt werden.

Die Idee

Um diese Art der Kartierung auch in der Bibliothekswelt in NRW bekannt zu machen und auszuprobieren, ob sich diese Funktion für Bibliotheken anbietet, haben wir uns entschieden, diesen Prozess an einer Pilotbibliothek zu testen. Dankenswerterweise hat sich dafür die Stadtbibliothek Euskirchen zur Verfügung gestellt. Auf Grund einer Beratung lag uns bereits ein Grundrissplan vor. Die Umsetzung erfolgte problemlos und mittels Anleitung auf Google Maps.

Im Folgenden wird der Prozess genauer erläutert.

Die Umsetzung

Die Stadtbibliothek Euskirchen bildet zusammen mit dem Stadtmuseum und der Caffé-Bar den Kulturhof Euskirchen. Da die Bibliothek als einzige der drei Einrichtungen einen Googleaccount besitzt, konnte sie sich auf Google Maps, in Absprache mit dem Betreiber des Kulturhofs, als Eigentümer des Gebäudes eintragen. Dieser Schritt ist notwendig, um den Prozess weiter durchführen zu können. Die weitere Umsetzung erfolgt dann ganz einfach und wird Schritt für Schritt von Google erklärt.

Für den gesamten Ablauf haben wir hier eine kleine eigene Anleitung erstellt:

  1. Anmeldung auf Google Maps über den Googleaccount der Bibliothek.
    Wenn sich mehrere Einrichtungen an einem Standort befinden, muss vorher geklärt werden, welche Einrichtung federführend ist und sich als Eigentümer einträgt.
  2. Lokalisieren und Claimen des Gebäudes über die Suchfunktion auf Google Maps.
    Claimen bedeutet, dass der Inhaber des Googleaccounts das Gebäude auf Google Maps als Eigentümer beansprucht.
  3. Hochladen der Gebäudepläne.
    Für jede Etage muss ein eigener Plan vorhanden sein und hochgeladen werden. Jede Etage wird so bezeichnet, wie sie später auf der Karte angezeigt werden soll.
    Wichtig hierbei ist, dass auch über die Rechte für die Verwendung des Gebäudeplans verfügt wird.
  4. Ausrichten der Gebäudepläne.
    Dabei ist es wichtig, dass die Pläne mit dem Grundriss des Gebäudes übereinstimmen.
  5. Einreichen der Gebäudepläne.
    Nach diesem Schritt verarbeitet Google die Pläne so, dass sie den Normen auf Google Maps entsprechen und einheitlich angezeigt werden können.

Und dann heißt es warten auf…

Das Ergebnis?

Angefangen hat der Prozess Ende August. 3 Monate später sieht das Zwischenergebnis so aus:

Google Indoor Maps_Euskirchen_Zwischenstand_18_11_22

Zwischenstand Stadtbibliothek Euskirchen

An dem Gebäude der Stadtbibliothek lassen sich bereits erste Ansätze in der Umsetzung zu einer Indoor-Erschließung erkennen. Das Gebäude hebt sich eindeutig von den anderen nachbarschaftlichen Gebäuden ab. Leider lässt sich momentan nicht absehen, wann der Prozess komplett abgeschlossen sein wird. Daher kommen wir zu dem…

Fazit

Die Indoor Maps Ansichten von öffentlichen Gebäuden sind an sich eine gelungene und innovative Idee von Google. Leider gibt es noch zu wenige erfolgreiche Umsetzungen in Deutschland oder Berichte darüber zu finden.

Die Funktion kann für Nutzende von Google Maps einen informativen Mehrwert haben, nur muss sie noch weiter verbreitet und bekannter gemacht werden.

Für Bibliotheken kann Indoor Maps eine zusätzliches Instrument sein das räumliche Angebot transparenter zu präsentieren.  Es bleibt abzuwarten, ob der Kartierungsprozess lediglich in unserem Piloten so zeitintensiv verläuft.

Wir freuen uns, falls wir mit unserem Test, den ein oder anderen Versuch inspirieren. Sollte jemand dabei erfolgreich sein, sind wir für eine Meldung zum Ergebnis dankbar.

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