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Projekt „Sprachschatz“: So geht Kooperation – Ziele und Pflege (Teil 2)

Das Pilotprojekt „Sprachschatz – Bibliothek und KiTa Hand in Hand“ ist im Oktober 2017 gestartet. Es handelt sich um ein Kooperationsprojekt der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW und der Landesweiten Koordinierungsstelle Kommunale Integrationszentren (LaKI). In den nächsten Monaten werden verschiedene Gastbeiträge veröffentlicht, welche allen Interessierten anhand fachlichen Inputs Einblicke in das Projekt „Sprachschatz“ ermöglichen sollen. Mit dem Abschluss des Projekts in 2020 werden die Ergebnisse für den Einsatz in der Fläche aufbereitet und in Form eines Abschlussberichts veröffentlicht.

Dieser Beitrag zu Zielen und Pflege von Kooperationen schließt an einen bereits veröffentlichten ersten Teil an, in welchem es um die Darstellung der verschiedenen Phasen „im Leben“ von Kooperationen ging. Die Verfasserin des Beitrags Janine Ditscheid ist als systemischer Coach und für das Projekt „Sprachschatz“ engagiert.

Es gibt durchaus ständige Begleiter von Kooperationen. Da im Laufe der Zeit neue Formen der Zusammenarbeit entwickelt werden, ist z. B. ein ständiger Reflexionsprozess sehr wichtig. Was läuft gut? Was können wir verbessern oder was sollten wir verändern? Diese oder ähnliche Fragen gehören in regelmäßigen Abständen auf den Tisch.

Kommunikation ist hier der Schlüssel zum Erfolg.

Die herausragende Rolle einer klaren, zügigen und alle Beteiligten einschließenden Kommunikation wurde in allen bisherigen Treffen der Teilnehmenden im Rahmen des Projekts „Sprachschatz“ betont. Zuletzt wurde dies am Thementisch Kooperation im World Café auf der Zwischenveranstaltung im Juni dieses Jahres besprochen. Wichtig sind z. B. schnelle, unkomplizierte Abstimmungsmöglichkeiten außerhalb der internen Strukturen der einzelnen Organisationen. Hier sollten alle Beteiligten mit von der Partie sein, um unnötigen Berichtsverzug und den „Stille Post-Effekt“ beim Weitertragen von Informationen zu vermeiden. Dies lässt sich leicht über Gruppen in Messengerdiensten oder in Mailverteilern einrichten. Eventuell ist aber schon an dieser Stelle Kreativität gefragt. Messengerdienste gibt es u. U. nur auf dem privaten Handy oder nicht alle Beteiligten haben eine persönliche Mailadresse in der Organisation. Jedoch, wo ein Wille ist…

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Ergebnispräsentation des Thementischs „Kooperation“ im Rahmen eines World Cafés  während der Zwischenveranstaltungs des Projekts „Sprachschatz“ durch Frau Büning und Frau Ditscheid

Neben der Frage zur Organisation der Gruppenkommunikation geht es aber auch um die Kommunikation zwischen den Vertretern der verschiedenen Organisationen und zwischen einzelnen Personen. Auch hier wünschten sich die Projektteilnehmenden des Pilotprojekts „Sprachschatz“ Klarheit, Transparenz, Verbindlichkeit, Wertschätzung etc. Diese Aspekte entstehen durch Aktion. Das heißt, sie müssen sagen, was Sie sich wünschen – und was nicht. Sprechen Sie auch über vermeintlich selbstverständliches, wie: Welches Fachwissen haben wir, was können wir gut? Ihre Kollegen in der Organisation wissen das natürlich, aber wissen die anderen es auch? Die müssten schon Gedankenleser sein… Hilfreich ist hier: man sieht sich ab und zu – leibhaftig und nicht ausschließlich virtuell.


Pflege der Kooperation – ein Dauerauftrag.

Kommunikation ist ein ganz wesentlicher Faktor. Je seltener man sich regelmäßig begegnet, desto wichtiger wird der bewusste Umgang damit. Reden Sie möglichst häufig miteinander, in der Gruppe, Ihrer Organisation und mit Einzelnen aus der Runde. Versuchen Sie, zu unterschiedlichen Anlässen Treffen zu provozieren. Vielleicht besuchen Sie Veranstaltungen der anderen Einrichtung…

Kooperationspflege ist immer auch Beziehungspflege.

Vieles in der Kooperationspflege ist vergleichbar mit einem normalen Teambildungsprozess – nur arbeiten die Teammitglieder an unterschiedlichen Orten, in unterschiedlichen Organisationen – also Kulturen, mit unterschiedlichen inhaltlichen Schwerpunkten. Natürlich ist niemand wirklich weisungsbefugt und neben allen Freiheiten muss sich das Team auch noch selbst organisieren. Das könnte jetzt in einem Beitrag über agile Teams stehen? Ja, es gibt hier einige Parallelen.


Dokumentation – Wer schreibt, der bleibt.

Eine stringente Dokumentation des gemeinsam Entwickelten ist nicht ausschließlich eine Anforderung der Projektförderer des Projekts „Sprachschatz“, die es zu erfüllen gilt. Sie dient vor allem der eigenen Arbeit. Von Anfang an unterstützt die Dokumentation der Teilnehmenden die eigene Struktur der Kooperationspartner wie im Falle der lokalen Bündnisse im „Sprachschatz“-Projekt. Hier lässt sich festhalten, was entwickelt wurde, was funktioniert hat, welche Schwierigkeiten es gab, wer wofür zuständig ist etc. Irgendwann entstehen klare „Kochanweisungen“: Was, mit welcher inhaltlichen Zielsetzung ist für wen und welche Gruppengröße sinnvoll durchführbar? Welche Materialien, wie viele Personen, wie viel Zeit…? Ein wesentlicher Beitrag zum Selbstläufer ist hiermit geleistet. Sie können Kolleginnen, außerhalb des engen Kooperationsteams vor Ort einfacher einbinden. Die Kooperationsarbeit wird in Teilen personenunabhängig, weil Sie mit der Dokumentation Ihr erworbenes Expertenwissen auch für andere nachvollziehbar machen.


Ziele – Man braucht ein Ziel, um Wege zu finden.

Sie erinnern sich an die Kennenlernphase aus dem ersten Teil des Blogbeitrags?

„Die Auswahl der Partner wird durch Übereinstimmung in den Zielen geprägt: Wer hat tatsächlich die gleichen Interessen, Ziele und Themen?“

Zunächst geht es um die Gewissheit, dass alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Es ist wichtig, sich über die eigenen und die gesellschaftlichen Ziele für alle Kooperationspartner klar zu werden. Definieren Sie diese Ziele genau für sich und besprechen Sie diese mit den anderen Bündnispartnern. Dadurch gewinnen alle Partner Klarheit. Sie finden leichter in Ihre Rolle im Bündnis. Sie können u. U. erste Verantwortlichkeiten regeln. Sie lernen die Erwartungen und Hoffnungen – aber auch Befürchtungen Ihrer Partner kennen. Wieder ist Kommunikation wichtig; aber auch die Dokumentation, denn hiermit haben Sie den Schlüssel zur Kontrolle in der Hand. Dient das, was wir tun unserem Ziel?

Die Bibliotheken und die Hälfte der Bündnisse haben zum aktuellen Zeitpunkt diese Aufgabe bereits bewältigt. Kooperation bedeutet, Sie finden gemeinsame Wege.


Ansprechpartnerin:

Janine Ditscheid
Managementberatung  Karrierebegleitung
Gut Mönchhof
50999 Köln
E-Mail: mail@jdmk.de
Webseite: www.jdmk.de

Weitere Informationen zum Projekt „Sprachschatz- Bibliothek und Kita Hand in Hand“:

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Projekt „Sprachschatz“: So geht Kooperation – Merkmale und Phasen (Teil 1)

Projekt „Sprachschatz“: Medienkompetenz und Sprachförderung – Kinder beim Aufwachsen mit Medien gestalten

Projekt „Sprachschatz“: Trickfilm als Element der alltagsintegrierten Sprachförderung für fast alle Altersklassen

Projekt „Sprachschatz“: Sprachbildung, Mehrsprachigkeit, Medienbildung und Medienkompetenz

„Sprachschatz – Bibliothek und KiTa Hand in Hand“ – 2017-2019 Auftakt zum Pilotprojekt

 

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