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Ansätze für Strategische Planungen in Bibliotheken finden

In unserem Projekt „den roten Faden finden – wir entwickeln eine Bibliotheksstrategie“ erarbeiten sich die Teilnehmer eine Bibliotheksstrategie für die nächsten Jahre. Hierbei kommen immer wieder Methoden und Denkansätze zum Einsatz, die einem in dem Strategieprozess helfen können. Ein paar dieser Methoden und Denkansätze heben wir in unserer Blogreihe hervor um Sie Ihnen vorzustellen.

Bereits veröffentlicht wurde der Artikel „Von Visionen und der Schere im Kopf“ über Visionsarbeit und warum das Wissen wo man hinmöchte, so entscheidend für einen gelungenen Weg ist.

Nun sind wir im Prozess ein Schritt weiter, und wir wissen wo wir hinmöchten. Wir haben eine ausführliche Sichtung der bisherigen Arbeit der Bibliothek und ihres Umfeldes vorgenommen. Der nächste Schritt ist nun, aus der Analyse eine Strategie zu formen.

Eine Methode dazu ist die SWOT-Analyse. Es ist eine Methode in der Stärken (Strength) und Schwächen (Weakness) eine Bibliothek, den Chancen (Opportunities) und Risiken (Threats) des Umfeldes gegenübergestellt werden. Es ist somit eine strategische Analyse der Ausgangssituation und wird oftmals zur Vorbereitung auf eine strategische Positionierung durchgeführt. Die Methode öffnet den Blick, da hierfür nicht nur intern die Stärken und Schwächen angesehen werden, sondern auch das Umfeld mit in den Blick genommen wird.

Wie sieht eine SWOT-Analyse aus?

Eine SWOT-Analyse ist eine Grafik, in der positive Aspekte den negativen gegenübergestellt werden. Dies wird einmal mit dem Blick auf die Bibliothek (intern) und einmal mit dem Blick auf das Umfeld gemacht.

Roter Faden - SWOT-Analyse (Schema)Um diese Grafik fundiert ausfüllen zu können ist es wichtig eine solide Analyse der Bibliothek (intern /extern) gemacht zu haben. An der Qualität der Vor-Analyse hängt nun auch die Aussagekraft der SWOT-Analyse.

So könnte zum Beispiel eine SWOT-Analyse von einer Bibliothek ausgefüllt werden

Folie2Daraus ergeben sich nun 4 mögliche Strategieplanungen bzw. Herangehensweisen:

  1. Stärken-Chancen-Strategie:
    1. Stärke „Pädagogisches und Informationskompetentes Personal“ + Chance „einziger nicht kommerzieller Aufenthaltsort für Kinder“ = Aufenthaltsort mit Angeboten für Kinder ausbauen
    2. Stärke „Pädagogisches und Informationskompetentes Personal“ + Chance „Informationskompetenzvermittlung wird in Kommune als nötig angesehen“ = Informationskompetenz bewerben und ausbauen
  2. Schwächen-Chancen-Strategie:
    1. Schwäche „kleine Räumlichkeiten“ + Chance „einziger nicht kommerzieller Aufenthaltsort für Kinder“ = Raum anpassen und für Ausbau werben
    2. Schwäche „mangelhafte technische Ausstattung“ + Chancen „Informationskompetenzvermittlung wird in Kommune als nötig angesehen“ + „sozialen Medien sind gesamtgesellschaftliche genutzt“ = für technische Ausstattung für Informationskompetenzvermittlung werben und anpassen
  3. Stärken-Risiken-Strategie:
    1. Stärke „gute Zusammenarbeit mit Kita und Schule“ + Risiko „sinkendes Leseinteresse“ = Ausbau der Lesemotivationsförderung mit Partnern
  4. Schwächen-Risiko-Strategie (sogenannte Verteidigungsstrategie):
    1. Schwäche „schwaches Image bei Entscheidern in Kommune“ +  Risiko „Budgetkürzungen“ = Lobbyarbeit verstärken, Drittmittelakquise

Fazit:

Vorteile dieser Methode: Eine SWOT-Analyse ist einfach, sie gibt einen Überblick und offenbart dadurch Zusammenhänge und Lücken, die im Alltag sonst untergehen.

Nachteil dieser Methode: Die Qualität der Aussagen hängt an der Qualität der Voranalyse der Bibliothek und des Umfelds. Die Aussagen sind nicht mit Zahlen unterlegt.                                                                                                             

Filed under: Bibliotheksmanagement, Hinweise, Tipps, Informationen

About the Author

Veröffentlicht von

Ich bin Ansprechpartner in der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW für die Kolleg*innen im Regierungsbezirk Düsseldorf. Inhaltlich beschäftige ich mich mit dem Thema Bibliotheksmanagement und Fortbildungen für Bibliotheksmitarbeiter*innen.

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  1. Pingback: Nachts um halb drei – oder vom Nutzen von Bibliotheken für Kommunen | Fachstelle Öffentliche Bibliotheken NRW

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