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Die Q-Thek in der Stadtbücherei Düren

Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt die Entwicklung Öffentlicher Bibliotheken u.a. durch die finanzielle Förderung von innovativen Projekten. Die Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW stellt in lockerer Reihenfolge interessante Praxisbeispiele aus verschiedenen Förderprogrammen in Form von Gastbeiträgen auf ihrem Blog vor. Der vorliegende Beitrag stellt die Neugestaltung des zweiten Obergeschosses der Stadtbücherei Düren vor.

Ausgangssituation

Das Gebäude für die Kultur in Düren wurde 1991 fertig gestellt. Neben der Stadtbücherei hat das Theater, seit 2010 das Archiv und seit 2013 auch die VHS ein neues Zuhause gefunden. Die Räume auf der rechten Seite des Haus der Stadt sind großzügig für die Stadtbücherei angelegt und berechnet worden. Die Technik (Ausleihe, AV-Geräte zum Abspielen) war damals zeitgemäß und ist nach und nach immer wieder aktualisiert worden. Überhaupt hat die Stadtbücherei Düren immer wieder erfolgreich den Anschluss an die Entwicklung im Bibliothekswesen gesucht und gefunden.

Meilensteine der Stadtbücherei:

  • Online-Verbuchung (1991)
  • Fernleihe über die Digibib (2012)
  • RFID-Verbuchung (2012)
  • WLAN und Onleihe (beides 2014)

Die Stadtbücherei hat auf technische Entwicklungen immer reagieren können.

Die Gesellschaft durchläuft einen Wandel. Das Internet bietet immer und überall sofortigen Zugriff auf Informationen – egal, wie gut und fundiert die Aussagen sind. Bibliotheken waren und sind Vermittler von Wissen; darüber hinaus haben sie inzwischen die Funktion eines „Dritten Ortes“ übernommen: ein nicht-kommerzieller Platz, wo sich Bürger austauschen oder einfach nur aufhalten können. In Zukunft wird diese Bedeutung weiter zunehmen.

Schon jetzt ist eine stärkere Nutzung durch Lerngruppen zu vermerken, für viele Bürger ist ein täglicher Besuch in der Bibliothek fester Bestandteil des Tages. Dies war für die Leitung der Stadtbücherei der Anlass, die Neugestaltung der zweiten Etage, die Jugendbücherei und eine Sachbuchabteilung für Erwachsene vereint, zu überdenken.

Umgestaltung des zweiten Obergeschosses

Das zweite Obergeschoss – die Kombination von Jugendbücherei mit Übergang zur Erwachsenenbibliothek – ist der ideale Ort, um die Q-Thek einzurichten. Die Stadtbücherei Düren beauftragte den hiesigen Architekten Andreas Franke mit der Umgestaltung der Etage. 2008 wurde der Bereich für die Jugendliche eingerichtet. Bis dato mussten sich auch 13-jährige mit den Krabbelkindern die Kinderbibliothek im Untergeschoß teilen. Der School’s Corner wurde mit Landesmitteln und Sponsorengeldern der Sparkasse Düren und des Fördervereins für die Stadtbücherei Düren finanziert.

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Zentrales Element ist natürlich die Lichtsäule, die um eine bereits vorhandene Säule aufgebaut wurde. Am Fuß ist eine Ausstellungsinsel aufgebaut, damit Medien präsentiert werden können.

Eine zweite Ausstellunginsel wurde an der gegenüberliegenden Säule errichtet. Die Jugendbuchregale sind längs statt quer zur Fensterfront des Foyers ausgerichtet. So wurde Platz geschaffen und eine neue Lichtdurchlässigkeit gewonnen wurde. Auf dem neugewonnen Platz windet sich eine Sitzschlange. Sie lädt zum Bleiben und Verweilen ein. Diese Sitzschlange kann in zwei bzw. acht Teile geteilt werden. Eine Hälfte lässt sich in sieben Sitzwürfel trennen. Die andere Hälfte bleibt als lange Sitzbank bestehen. Die Elemente sind alle verschiebbar.

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Um für die Lerngruppen Treffpunkte und Lernmöglichkeiten zu schaffen, wurden die alten Tische mit neuen weißen Tischplatten ausgestattet und an anderen Plätzen im Raum aufgestellt. Z.B. wurden vier Tische an die Fensterfront  zum Theaterfoyer platziert, damit bei Licht und Ruhe gelernt werden kann. Durch die Jugendbuchregale im Rücken des Lernenden ist er vom Betrieb in der Mitte des Raumes abgeschirmt. Eine Lernzone ist vor dem Lernhilfe-Regal aufgebaut worden. Sie besteht aus vier Tischen. Ein weiterer Einzeltisch wurde an die Fensterfront zum Rudolph-Schock-Platz gesetzt.

Die Chillzone

Neben der Funktion als Lernort und Treffpunkt ist eine Ruhe- oder auch Chillzone ein Merkmal der Q-Thek. Dafür wurden vier Internetplätze abgebaut, um für die Soundbox Platz zu schaffen. Diese lädt zum Chillen, aber auch CD-Hören und dem Abspielen der eigenen Playlist auf dem Handy ein. Eine Blue-Tooth-Verbindung macht es möglich.

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Um die fehlenden Internetplätze zu kompensieren, können WLAN-fähige Laptops an der Infotheke ausgeliehen werden. Ein WLAN-fähiger Drucker erlaubt Ausdrucke aus dem Internet. Zwei fest installierte Tablets können ebenfalls zum Surfen benutzt werden. Sitzsäcke laden zum Abhängen ein. Die sogenannten Fat-Boys können als Sitzsäcke oder Liegen verwendet werden.

Durch den Abbau der alten, breiten CD-Ständer für Klassik- und Pop-CDs wurde nicht nur Platz gewonnen, sondern auch ein visuelles Hindernis entfernt. Der Blick ist frei auf die längs gestellten Regale der Sachgruppe „S“ (Musik, Tanz, Film). Die CD-Regale der Jugendbücherei, ehemals schwere Holzregale, wurden ebenfalls entsorgt. Stattdessen werden die CDs für Leser*innen ab 13 Jahren in leichten Rondellen präsentiert.

Die Konsolenspiele bekamen passend zu ihrem Format neue Regale. Somit konnten die alten Holz- und Metallregale entsorgt werden.

Comics und Mangas sind eine beliebte Literaturgattung für junge Leser. Da das Angebot in den letzten Jahren angewachsen ist, war die Präsentation und Unterbringungen der meist  kleinformatigen Hefte ein Platzproblem. Gelöst wurde dies durch vier Mangaboxen, die den Bestand jetzt platzsparend, geordnet und attraktiv präsentieren.

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Bei der Langen Nacht der Bibliotheken am 10.03.2017 wurde die Q-Thek offiziell vorgestellt. Die Umgestaltung fand reges Interesse. Die Sitzschlange wurde erst vorsichtig beäugt, im Laufe des Abends gewann sie aber immer mehr Fans.

Das Lichtobjekt hat eine weitreichende Strahlkraft über den Raum hinaus. Gut sichtbar vom Rudolf-Schock-Platz vor der Stadtbücherei, zog und zieht es Neugierige ins Haus. Das Objekt leuchtet im  Wechselmodus. Zu Anfang trat die Befürchtung auf, dass das bunte Licht die Lernenden an den verschiedenen Tischen stören würde. Klagen blieben aber bislang aus. Im Gegenteil: Selbst bei Autorenlesungen erweist sich das farbige Wechselspiel als atmosphärische Unterstützung.

Apropos Tische: Auffällig ist, dass die Lerngruppen die Möglichkeiten, die Tische zu nutzen immer anders gestalten. Die Tische in der Lernzone können flexibel von den Besuchern umgestellt und genutzt werden.

Düren ist keine Bibliothek der zweiten Stufe,  aber das Lob einer Besucherin: „Das sieht hier richtig nach Großstadtbibliothek aus!“ war doch sehr erfreulich.


Die Stadtbücherei Düren stellt sich vor:

Die Stadtbibliothek liegt im Rheinland und steht über 92.000 Bürgern der Stadt für Information, Weiterbildung und Unterhaltung offen.  Die Stadtbücherei bietet insbesondere Kindern und Jugendlichen ein breites Angebot und arbeitet intensiv mit Kindergärten, Schulen und anderen Bildungseinrichtungen zusammen. Die Zusammenarbeit mit anderen Kultureinrichtungen und dem Jugendamt wurde über die letzten 5 Jahre ausgebaut.

Die Bücherei hat 27,5 Stunden an 5 Tagen in der Woche geöffnet.

2016 kamen 57.752 Besucher ins Haus. Entweder besuchten sie eine der 840 Veranstaltungen oder nutzten die 74.838 Medien zur Ausleihe oder im Haus. 251.494 Entleihungen konnte die Stadtbücherei Düren in diesem Jahr verzeichnen.

Weitere Informationen über die Stadtbücherei: www.stadtbuecherei.dueren-kultur.de

Die Facebookseite der Stadtbücherei Düren: www.facebook.com/Stadtbücherei-Düren

Ansprechpartnerin:

Alexandra Oidtmann
Stadtbücherei Düren
Stefan-Schwer-Str. 6
52349 Düren

E-Mail: a.oidtmann[at]dueren.de

 

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