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Auf den ersten Blick ein einziges Chaos

Nathalie Funda hat in der Zeit vom 1. September 2016 bis zum 28. Februar 2017 ihr Praxissemester in der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW absolviert. Wir haben sie gefragt, wie es ihr ergangen ist:

Liebe Frau Funda, können Sie sich bitte kurz vorstellen?

Ich bin Nathalie Funda und studiere an der TH Köln im fünften Semester Bibliothekswissenschaft. Zuvor habe ich in der Stadtbücherei Hilden die Ausbildung zur Fachangestellten für Medien und Informationsdienste Fachrichtung Bibliothek abgeschlossen.

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Nathalie Funda mit dem Plakat zur Praxisphase in der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW (via Facebook)

Was haben Sie in der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW für Aufgaben übernommen?

Im Studienverlaufsplan ist das fünfte Semester als Praxissemester vorgesehen. Die zukünftigen Bibliothekarinnen und Bibliothekare sollen den konkreten Berufsalltag kennenlernen und bisher Gelerntes in Projekten umsetzen. Meine Praxisstelle war die Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW und mein Projekt umfasste die Erstellung eines Webinars zur Deutschen Bibliotheksstatistik. Außerdem bekam ich Einblicke in die vielfältige Arbeit der Fachstelle, durfte bei Konferenzen, Fortbildungen und Tagungen dabei sein und viele interessante Menschen und Projekte kennenlernen.

Wie sind Sie darauf gekommen, Ihr Praxissemester bei der Fachstelle zu absolvieren?

Bereits im ersten Semester, im Zuge der Berufsfelderkundung, hatten alle Studierenden die Möglichkeit verschiedene Einrichtungen zu besuchen, in denen Menschen mit bibliothekarischer Ausbildung arbeiten. Kurz zuvor war in einer Vorlesung von der Fachstelle die Rede, das hat mein Interesse geweckt. Dank schnellem Eintragen in die richtige Liste durfte ich die Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken der Kölner Bezirksregierung besuchen. Das war ein Jahr vor der Zentralisierung der fünf Fachstellen bei der Bezirksregierung Düsseldorf. Der Besuch war so spannend, dass ich schon damals die Idee hatte, mein Praxissemester in der Fachstelle zu verbringen. Als es nun Anfang des Jahres mit der Suche nach Praxisstellen losging, habe ich mich bei der nun in Düsseldorf zentralisierten Fachstelle beworben und erhielt prompt eine Zusage. Da ich bereits als FaMI tätig war, bekam ich von der Hochschule die Erlaubnis und habe meine Wahl keinen Moment bereut.

Können Sie Ihr Semesterprojekt näher beschreiben?

Ich habe ein Webinar zur Deutschen Bibliotheksstatistik [1] erstellt, das am 16. Dezember 2016 stattfand. Zuerst galt es, den Inhalt zu klären. Hauptsächlich sollten mit Hilfe des Webinars Neuerungen gezeigt und häufige Fragen geklärt werden. Dazu habe ich eine Präsentation und ein Handout erstellt. Außerdem habe ich Werbe- und Ankündigungstexte für die Website des ZBIW, den Fachstellen-Blog, Facebook- und Twitter-Seite der Fachstelle, den Newsletter und Rundmails geschrieben und die Veröffentlichung geplant. Neben Inhalt und Werbung waren auch die Technik und die nötige Software ein wesentlicher Bestandteil des Projekts, in den ich mich durch Anleitungen, Webinare und Ausprobieren eingearbeitet habe.

Wie würden Sie die Fachstellenarbeit beschreiben?

Die Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW ist, wie der Name sagt, für Öffentliche Bibliotheken in ganz NRW zuständig. Kernaufgaben sind Bibliotheksförderung und Bibliotheksberatung. Mein Eindruck direkt nach den ersten paar Tagen meines Praktikums war, dass es vor allem viel um Kommunikation geht: im Team, mit Bibliotheken, mit Trägern, mit Bibliotheksleitungen und -mitarbeitern, mit dem Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport (MFKJKS) und vielen anderen. Die Bürotüren sind hier selten geschlossen, die Telefone klingeln in schöner Unregelmäßigkeit und immer wieder setzen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Fachstelle zusammen und tauschen sich aus, informieren sich über Neuigkeiten aus den Regierungsbezirken und Bibliotheken, Verbänden und Kommissionen, diskutieren über Förderanträge und innovative Projekte, Beratungsbedarf, Argumentationshilfen, aber auch über Bibliotheken in Kommunen mit schwieriger Haushaltssituation. In der ersten Zeit wirkte dies alles auf mich wie ein einziges Chaos, völlig ungeordnet und unstrukturiert. Erst allmählich, im Zuge meiner Einarbeitung, lernte ich die verschiedenen Arbeitsschwerpunkte der Fachstelle und – zumindest in Ansätzen – die Besonderheiten der Regierungsbezirke kennen. Dadurch kam Licht ins Dunkel und das scheinbare Chaos erwies sich als durchdachte Strategie mit dem Ziel, die Öffentlichen Bibliotheken NRWs für die Zukunft zu rüsten.
Müsste ich Fachstellenarbeit in drei Hashtags beschreiben, so wären das #Kommunikation, #Vielfalt und #Improvisation.

Was waren Ihre persönlichen Highlights des Praktikums?

Eigentlich muss ich das gesamte Praktikum als ein großes Highlight beschreiben. Ich lernte eine Menge über Fachstellenarbeit, Bibliotheken und nicht zuletzt über mich. Besonders hervorheben möchte ich dann aber doch ein paar Sachen. Ich durfte bei verschiedenen Terminen, Fortbildungen, Konferenzen und Sitzungen dabei sein, unter anderem bei Fortbildungen in Aachen, Leverkusen, Detmold, Münster und Düsseldorf, bei der Bibliothekskonferenz im MFKJKS und dem Tag der Medienkompetenz im Landtag NRW in Düsseldorf, auf dem Next-Level-Festival for Games, bei der Anhörung zum Landesbibliotheksgesetz und bei der Kreisbibliothekskonferenz in Euskirchen. Alle Termine waren sehr spannend, ich habe jedes Mal viel gelernt und neue Eindrücke gewonnen.
Von den Fachstellenmitarbeiterinnen und -mitarbeitern wurde ich sehr herzlich ins Team integriert und durfte jederzeit meine Fragen gegen Antworten tauschen. Auch bei der Konzeption und Durchführung meines Semesterprojekts wurde ich gut unterstützt. Die Rückmeldungen zum DBS-Webinar waren insgesamt positiv und auch die Aufzeichnung zur Nachnutzung ist sehr gefragt. Die Mitarbeit bei den Social-Media-Aktivitäten [2] der Fachstelle hat mir ebenfalls großen Spaß gemacht. Ich habe viel über inhaltliche Strategien, den richtigen Ton und hilfreiche Tools gelernt. Insgesamt hat das Praktikum hier alle Erwartungen übertroffen und ich bin sehr beeindruckt, was die Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken alles möglich macht.

Nathalie Funda im Gespräch mit Dirk Ehlen, 09.02.2017


Weitere Informationen:

[1] Das Webinar wurde am 16.12.2016 durchgeführt. Eine Aufzeichnung wurde auf dem Fachstellenblog veröffentlicht. Hier ist auch das von Frau Funda erstellte Handout zur Deutschen Bibliotheksstatistik 2017 zu finden.

[2] Eine Auswahl von Facebook-Beiträgen mit Nathalie Funda finden Sie auf Storify

Einsortiert unter:Fachstellenalltag

About the Author

Veröffentlicht von

Ich beschäftige mich mit dem Schwerpunktthema "Bibliothek als digitaler Ort". Ich bin Ansprechpartner für die Kolleg*innen aus den Bibliotheken der Kreise Kleve, Neuss und Viersen im Regierungsbezirk Düsseldorf.

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