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Die Analyse und was mir diese sagen will

Die Analyse von Zahlenmaterial als solches ist immer sogenannte Fleißarbeit und nicht unbedingt beliebt. Aber da die Konzepterstellung nicht im luftleeren Raum beginnt,  muss der IST-Zustand der Bibliothek genau betrachtet werden.

Unterschieden wird in diesem Teil zwischen zwei Bereichen. Zum einen analysieren die Leiter/innen die Basisdaten ihrer Einrichtung. Zum anderen wird das Umfeld der Bibliothek, die Kommune und ihre Besonderheiten, genauer beleuchtet.

Die Basisdaten

Hinter den Basisdaten der Bibliothek verbergen sich viele Hinweise auf nötige Veränderungen, denen man anhand von Zahlen auf die Spur kommen kann. Hierzu ist es wichtig, die Zahlen nicht nur für sich zu betrachten, sondern in Bezug zueinander zu setzen.  So sagt z.B. die Bestandsgröße einer Sachgruppe alleine zunächst nicht viel aus. Wird diese Zahl ins Verhältnis zu den Ausleihen dieser Bestandsgruppe gesetzt, lässt sich eine Aussage über die Effizienz dieser Bestandsgruppe treffen. Gleiches gilt z.B. auch bei der Öffnungszeitenanalyse. Auch hier muss die Anzahl der Wochenöffnungsstunden in Relation zur Nutzung gesehen werden, um Aussagen zu künftig erforderlichen Öffnungszeiten treffen zu können.  Analog dazu kann dieser Vergleich auch Bibliotheksübergreifend geschehen. Mit dem Indikatorenraster des HBZ (Hochschulbibliothekszentrum des Landes NRW) haben die Bibliotheken ein starkes Instrument an der Hand  um sich mit Bibliotheken vergleichbarer Größe zu messen.

Angemerkt sei an dieser Stelle, dass der genaue Blick auf die Zahlen manchmal durchaus  schmerzhaft sein kann. Nichts desto trotz ist dieser Blick für ein funktionierendes Konzept unabdingbar und offenbart auch „Hidden Champions“- also gut laufende Bereiche, die einem vorher nicht so bewusst gewesen sind.

Das Umfeld

In jeder Kommune sind die Voraussetzungen für die Bibliothek unterschiedlich. Es gilt auch hier herauszufinden, welche Aufgaben die Bibliothek in der Kommune übernimmt. Daher wird an diesem Punkt der Blick von der bestehenden Bibliotheksarbeit  gelöst und generell geschaut, was in der Kommune vorhanden ist. Es lohnt sich die anderen Akteure in der Kommune zu betrachten um herauszufinden, wo Kooperationen ausgebaut bzw. aufgebaut werden können, wo sich Angebotslücken auftun oder Konkurrenzangebote vermieden werden können. Zudem werden hier grundsätzliche Entwicklungen in den Blick genommen: Wächst meine Kommune oder wird sie kleiner? Habe ich eine Flächenkommune oder ist alles sehr zentral orientiert? Welche Altersstruktur gibt es? Was sind kommunale Problemfelder, die sich auch auf die Bibliothek auswirken könnten oder in ihr wiederspiegeln? Gibt es kommunale Entwicklungsschwerpunkte? Diese und weitere Fragen gilt es je nach Bedarf zu beantworten um dann die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Als wir uns in unserer Fortbildung alle im Februar wiedersahen, hatte so mancher Teilnehmer/innen zwischenzeitlich mit den Zähnen geknirscht. Dennoch war die Analyse von allen in großen Teilen bereits erledigt. Dafür gab es erstmal einen riesen Applaus und Nervennahrung. Denn das Zusammentragen des Datenmaterials und dessen Auswertung ist und bleibt, auch in einem begleiteten Strategieprozess, immer noch Fleißarbeit. 🙂

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Workshop 2 der Fortbildung „den roten Faden finden“ ; CC BY-ND 3.0 DE

Die Leistung, die zuvor erhobenen Daten ins Verhältnis zu setzen und ihre eigenen Daten mit den Daten der Kommune abzugleichen, erfordert einen geschärften Blick und führt mit unter leicht dazu, den roten Faden aus dem Blick zu verlieren. Hier hilft es immer sich an folgenden Fragen lang zu hangeln: Welche Daten betreffen die Bibliothek? Und: Welche betreffen sie nicht?

Wie diese Erkenntnisse dann zu Handlungsfeldern und Zielgruppen führen ist der Inhalt des nächsten Artikels.

3 Comments

  1. Pingback: „Den roten Faden finden“ – Ein Rückblick in 5 Teilen | Fachstelle Öffentliche Bibliotheken NRW

  2. Pingback: Warum eine Bibliotheksstrategie und wie fange ich an? | Fachstelle Öffentliche Bibliotheken NRW

  3. Rebecca Jansen

    Oh ja. Vor allem das nicht in kleinste Details zu versinken, wenn man feststellt wie spannend die Zahlen alle sind, war eine schwere Übung.

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