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re:publica 2016 – Die Fachstelle vor Ort

In diesem Jahr konnten wir (Herr Horn und ich) erstmals an der Internetkonferenz re:publica teilnehmen. Seit nunmehr 10 Jahren treffen sich Blogger, Netzaktivisten und Interessierte, um über die digitale Gesellschaft, die neuesten Trends im Web und das Für und Wider aktueller Technik zu diskutieren. Dieses Tatsache allein wäre zwar schon Grund genug für einen Besuch, dieses Jahr gab es jedoch noch einen ganz besonderen Anreiz in Form eines Vortrags von Wibke Ladwig (Sinn und Verstand).  Als eine der Coaches und Reiseleiterin des aktuellen Qualifizierungsprogramms der Lernort-Initiative, das einige vielleicht auch unter den Namen „Bibreise“ kennen, hatte sie die Gelegenheit, Öffentliche Bibliotheken und deren Angebote etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Mit den dabei gewonnenen Erfahrungen beschloss sie kurzerhand, dass das Thema Bibliothek unbedingt auf die re:publica gehöre und reichte einen Beitrag ein. Dieser wurde prompt angenommen und so begaben wir uns nach akribischer Vorbereitung zu dritt nach Berlin um mit den Vorurteilen von „verstaubten Einrichtungen“ aufzuräumen.

Ich hatte insgesamt drei vielversprechende Konferenztage vor mir. Herr Horn hatte einen etwas kürzeren Aufenthalt geplant, mit Anreise am Montag und Rückreise am Dienstag. Noch etwas zögerlich starteten wir in Tag 1. Die re:publica ist ein beeindruckendes Aufeinandertreffen unterschiedlichster Themen und Persönlichkeiten, das Unbedarfte auch schnell überfordern kann. Es gab ein straffes Konferenzprogramm mit halb- bzw. stündlich wechselnden Beiträgen, allerdings wurde auch schnell klar: Ein wesentlicher Bestandteil der re:publica besteht im direkten Austausch mit den anderen Teilnehmern im Hof des Konferenzgeländes. Die hier geführten Gespräche und geknüpften Kontakte sind der eigentliche Dreh- und Angelpunkt der Veranstaltung. Die sommerlichen Temperaturen trugen zu der ohnehin ausgelassenen Stimmung bei. Hin und wieder „verschwand“ man dann, um einer offiziellen Session im Inneren beizuwohnen.

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Sehr wichtig: Der Austausch im Hof

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Ein Vortrag auf der re:publica

Die erste Session, an der ich teilgenommen habe, war der Workshop „Sketchnotes für Einsteiger“, den ich sehr empfehlen kann (hier auf YouTube im vollen Umfang zu sehen: https://youtu.be/IBq9VoRJQWU). Sketchnotes sind visuelle Notizen, die aus einer Mischung aus Handschrift, Zeichnungen, handgezeichneter Typografie, Formen und grafischen Elementen wie Pfeilen, Kästen und Linien bestehen. Was erst einmal kompliziert klingt, ist total simpel und macht sehr viel Spaß. Beherrscht man die Technik, ist die Erstellung von „bildhaften Protokollen“ eine echte Arbeitserleichterung. Ich werde den Ansatz in jedem Fall weiterverfolgen. Nach der Session traf ich mich mit Herrn Horn, der mittlerweile in Berlin angekommen war und wir verschafften uns einen Überblick über das Gelände. Danach besuchten wir gemeinsam die Sessions „Schichtwechsel – Hilfe, die Roboter kommen“ und „The city as an open system“. Beide Beiträge hatten streng genommen nichts mit Öffentlichen Bibliotheken zu tun, dennoch konnten wir bestimmte Aussagen auf unsere tägliche Arbeit beziehen. Der Beitrag von Richard Sennett lieferte uns z. B. eine ganz neue Perspektive auf das Thema Stadtentwicklung und die (mögliche) Rolle von Öffentlichen Bibliotheken.

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Wibke Ladwig während Ihres Talks

An Tag 2 stand vor allem die Präsentation von Wibke Ladwig im Fokus. Am Vormittag (direkt vor der Präsentation) fand ein Meetup zum Thema Bibliotheken statt. Dabei handelte sich um ein organisiertes Treffen von allen, die über das Thema Bibliotheken ins Gespräch kommen wollten. Eine Fläche, Tisch und Stühle wurden uns vom Veranstalter zur Verfügung gestellt. Das Treffen wurde außerdem im Rahmenprogramm verzeichnet.

Unsere anfänglichen Befürchtungen, dass niemand sich für unser Thema interessieren könnte, wurden absolut nicht bestätigt. Neben Kolleginnen aus Öffentlichen Bibliotheken und Bibliotheken des Goethe-Instituts nahmen außerdem Studenten,  sowie Anbieter von kommerziellen Angeboten an dem Meetup teil. Gemeinsam wurde angeregt über Funktion und Aufgaben von Bibliotheken und deren Angebote diskutiert. Die viel zu kurze Zeit (von einer halben Stunde) verflog so schnell, dass wir auch noch weiter diskutierten, nachdem wir die Meetup-Fläche verlassen mussten. Anschließend folgte das eigentliche Highlight unserer Berlin-Reise, die Präsentation von Wibke Ladwig , die trotz technischer Probleme sehr gut ankam. Die Resonanz im Anschluss an die Präsentation war sehr hoch und Frau Ladwig, Herr Horn und ich standen noch eine ganze Weile für Fragen der Zuhörer vor dem Bühnenbereich zur Verfügung. Hier hatten wir dann noch einmal Gelegenheit über die Hintergründe der Landesinitiative „Lernort Bibliothek“, die im Vortrag angesprochenen Angebote von Öffentlichen Bibliotheken und die zukünftige Rolle von Öffentlichen Bibliotheken zu sprechen. Auch die Reaktionen im Netz waren durchweg positiv. Der Session-Hashtag #provinz6 war an dem Nachmittag sogar ein Trend auf Twitter.

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Begleitung auf Twitter

Wir haben die Ton- und Videoaufnahme der Session auf Storify mit Reaktionen aus dem Netz zusammengeführt. Das Ergebnis findet man hier: https://storify.com/FachstelleNRW/nichts-kommt-dem-landleben-gleich

Tag 3 war wiederum geprägt durch den Besuch von Sessions und das ein oder andere Gespräch über die Präsentation des Vortages. Unter den Sessions befanden sich ein Beitrag zum Thema „Vereinfachung von Arbeitsprozessen“ und die Vorstellung eines neuen Vergabeverfahrens für Forschungsprojekte unter dem Titel „Hacking the Fördersystem“. Danach musste ich mich (für dieses Jahr) schon wieder von der re:publica verabschieden. Drei sehr anstrengende, inspirierende und schöne Tage, die ich bei der Rückfahrt noch einmal für mich Revue passieren ließ.

Fazit:

Der Besuch der re:publica lohnt sich in jedem Fall. Obwohl wir einige Vorträge besuchten, die auf den ersten Blick nicht direkt in Zusammenhang mit unserer täglichen Arbeit standen, konnten wir immer wieder neue Denkansätze und Ideen für die Umsetzung von bestehenden Problemstellungen finden. Der Besuch war sehr inspirierend und neben den Kontakten, die wir an den Tagen knüpfen konnten, konnten wir einige frische Ideen zurück nach Düsseldorf bringen. Die Chance, das Thema „Öffentliche Bibliotheken“ einer größeren Öffentlichkeit zugänglich zu machen und die gute Arbeit der Kolleginnen und Kollegen in den Bibliotheken zu präsentieren, kann gar nicht wichtig genug eingeschätzt werden. An dieser Stelle noch einmal ein großer Dank an Wibke Ladwig, ohne deren Engagement das Thema so sicherlich nicht hätte platziert werden können.

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Zufriedene Gesichter nach der erfolgreichen Präsentation via Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW

Noch mehr Bilder gibt es auf dem Flickr-Account der Fachstelle zu finden: https://flic.kr/s/aHskw1UKqw

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